Als Instagram von Facebook für eine Milliarde Dollar gekauft wurde, stimmten einige umgehend den Abgesang auf den Foto-Dienst an. Doch die Befürchtungen stellten sich als unbegründet heraus, Instagram ist seit der Übernahme beständig weitergewachsen und hat heute über 100 Millionen registrierte Nutzer. Viel wichtiger als die reine Nutzerzahl: Laut Business Insider sind täglich mehr als elf Millionen Mitglieder auf Instagram aktiv! Ein Potenzial, dass Unternehmen für sich – mit den richtigen Strategien – erschließen können und sollten.
Bevor jetzt die ersten Leser die Augen verdrehen: Nein, es geht nicht darum, Instagram mit dauernder Werbung zu fluten und Nutzer zu nerven. Das funktioniert auf Instagram – dank des Follower-Models – glücklicherweise nicht. Denn Unternehmen, die einfach hunderte Produktfotos zu Instagram hochladen, werden von den anderen Instagram-Nutzern schlicht ignoriert.
Instagram – Ein Netzwerk?
Der eine oder andere Leser hat bei der Überschrift vielleicht gestutzt. Denn Instagram findet – zumindest von Haus aus – nur im Rahmen der offiziellen Applikationen statt, eine Web-Version wird von Instagram selbst nicht angeboten. Wie kann es sich dann um ein Netzwerk handeln?
Die Antwort ist einfach: Erstens gibt es zahlreiche Plattformen, die Instagram auch im Browser verfügbar machen. Zweitens ist die Instagram-Community mit Kommentaren, Likes und dem von Twitter bekannten Follower-Model ein durchaus aktives Netzwerk, an dem sich Trends deutlich ablesen lassen. Daher bietet Instagram für Unternehmen, die ihre Produkte optisch ansprechend präsentieren können, großes Potenzial.
Aktiver Teil der Community
Auch wenn Instagram sich von anderen sozialen Netzwerken etwas unterscheidet, gilt hier der Grundsatz: Um Reichweite und eine große Follower-Basis aufzubauen, müssen Sie mit Ihrem Unternehmen aktiver Teil der Community werden. Das bedeutet, dass Sie zuerst Mehrwert für andere Nutzer schaffen müssen, bevor diese Ihnen folgen oder mit Ihnen in Kontakt treten.
Ihr Instagram-Stream darf daher nicht nur aus Produktfotos bestehen, sondern muss auch andere Bilder beinhalten. Idealerweise stellen diese – wie auch in anderen Netzwerken – eine Mischung aus verschiedenen Motiven dar. Ein Teil davon sollte thematisch zu Ihrem Unternehmen passen, andere Fotos – beispielsweise von Mitarbeitern oder ähnlichem – sollten Einblicke in das Unternehmen bieten.
Zu Beginn sollten Sie drei verschiedenen Typen von Instagram-Nutzern folgen. Dazu gehören:
- Nutzer, die sich mit ähnlichen Themen wie Ihr Unternehmen befassen,
- Instagram-Nutzer mit großer Reichweite,
- Accounts von Mitarbeitern oder Kunden.
Bei Mitarbeitern ist jedoch Vorsicht geboten. Bevor Sie diesen auf Instagram folgen, sollten Sie das intern unbedingt ankündigen. Sonst könnten Ihre Mitarbeiter das als Eingriff in ihre Privatsphäre wahrnehmen und sich entsprechend dagegen zu Wehr setzen.
Die praktische Anwendung
Gute Fotos sind zwar wichtig, reichen für eine wirklich sinnvolle Instagram-Nutzung jedoch nicht aus. Um diese zu erreichen, müssen Sie Ihre Bilder auch kommentieren und mit den richtigen Schlagworten versehen. Nur so werden andere Nutzer auf Sie aufmerksam. Außerdem sollten Sie auch die Fotos anderer Nutzer kommentieren und liken – natürlich nur, wenn diese zu Ihrem Unternehmen passen.
Messen und Events
Seine Stärken spielt Instagram beispielsweise bei der Event- und Messeberichterstattung aus. Richtig eingesetzt, kann Ihnen Instagram in diesem Kontext sogar Arbeit sparen. Da Sie Instagram-Fotos auch in anderen sozialen Netzwerken teilen können, eignet sich der Dienst hervorragend als zentraler Foto-Stream. Alle Bilder gehen in diesem Fall zuerst auf Instagram und werden von dort aus weiterverbreitet. So bedienen Sie Ihren Instagram-Stream und versorgen gleichzeitig Ihre Konten in anderen Netzwerken.
Mit dem Dienst Gramfeed können Sie gleichzeitig Ihre auf der Veranstaltung anwesenden Instagram-Follower lokalisieren. Fordern Sie Ihre Follower dazu auf, Fotos der Veranstaltung mit einem bestimmten Tag zu versehen, kann Gramfeed Ihnen diese Bilder auf einer Karte anzeigen. So können Sie Ihre Follower beispielsweise zu einem spontanen Instagram-Treffen einladen.
Follower gewinnen und Dienste verknüpfen
Viele Besucher Ihrer Webseite sind wahrscheinlich Instagram-Nutzer. Um diese als Follower zu gewinnen, müssen Sie eine Verbindung zwischen Ihrer Webseite und Ihrem Instagram-Stream schaffen. Ein Link ist dabei ein guter Anfang, doch ein dezidierter Instagram-Follow-Button erzielt eine noch größere Wirkung. Genau diesen können Sie mit Hilfe des Dienstes Followgram erzeugen und auf Ihrer Webseite einbinden.
Für WordPress basierte Seiten bietet das Plug-In Instapress zahlreiche Möglichkeiten, den Instagram-Stream zu integrieren. Sowohl die Größe des Plug-Ins als auch die angezeigten Inhalte lassen sich flexibel einstellen. Sie nutzen Pinterest und Instagram? Dann sollten Sie sich den Dienst Pingram genauer anschauen. Die durch den Dienst erzeugte Vanity-URL können Sie sowohl auf Ihrer Webseite als auch auf Ihrer Facebook-Seite einbinden. Dadurch bieten Sie Ihren Besuchern die Möglichkeit, Ihre Instagram-Bilder direkt auf Pinterest zu posten.
Um mit anderen Instagram-Nutzern in Kontakt zu treten, bietet sich der Dienst instaDM an, den Sie als iOS- oder Web-App nutzen können. Wie der Name vermuten lässt, bietet Ihnen der Dienst die Option, andere Instagram-Nutzer per Direktnachricht zu kontaktieren. Das kann – beispielsweise auf Events oder Messen – praktisch sein, sollte jedoch mit Bedacht eingesetzt werden. Da Instagram diese Funktion nicht von Haus aus anbietet, könnten Nutzer eine solche Kontaktaufnahme als aufdringlich wahrnehmen.
Die Statistiken
Sie wollen die Wirkung Ihrer Instagram-Aktivitäten messen? Dann ist Statigram der Dienst der Wahl. Dort können Sie die Zahl der Likes und Kommentare einsehen und andere Instagram-Nutzer direkt kontaktieren. Geht es Ihnen jedoch nur darum, wer Ihnen neu oder nicht mehr folgt, sollten Sie einen Blick auf Instaquit werfen. Und wenn sich im Lauf der Zeit zahlreiche Bilder auf Instagram sammeln, können Sie mit Instaport ein Backup aller Inhalte erstellen.
Noch mehr Tools und Dienste rund um Instagram finden Sie auf der Seite Instagramers. Und wenn Sie Ihren Instagram-Stream mit der analogen Welt verknüpfen wollen, können Sie sich über den Dienst Instacanv.as Ihre Bilder auf Leinwand drucken lassen. Das funktioniert natürlich nur mit Ihren eigenen Instagram-Bildern.
Ein Kommentar zum Schluss: Dass Sie Ihr Instagram-Profil vollständig ausfüllen und bei den erstellten Fotos auf die Urheber- und Persönlichkeitsrechte anderer achten, versteht sich von selbst.
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Anita Freitag-Meyer
Sehr interessant. Privat bin ich bei Instagram, jetzt überlege ich auch für die Firma bzw. für unser Keksblog zu starten. Fang’ schon mal an, Bilder zu sammeln…
Marc Thomalla
Hi,
wir bieten mit InstaKeeeb zudem die Option, Instagram-Bilder mittels Hashtags (bald auch Location und nearby) in eine Facebook App laufen zu lassen, allerdings mit Filterfunktion und auf Wunsch auch administrierbar.
Ein Beispiel hier vom Hamburg Airport: https://www.facebook.com/HamburgAirport/app_309534329154315
Julia Löffelsend
Guter Artikel, danke dafür! Gibt es bereits Beispiele für Unternehmen, die Instagram so nutzen wie von Euch beschrieben?
Pingback: Lesenswert: Moviepilot, Nugg.ad, Venture Lounge, Jerkyshop, Twitter, Instagram :: deutsche-startups.de
Dirk
Hallo,
wer sich hierfür interessiert, sollte sich mal das neue Start-Up von Alex Z. anschauen – das ist aus meiner Sicht weit interessanter für den deutschsprachigen Raum und könnte sich als echte Alternative entwickeln.
Gruß Dirk
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