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Mit welchen Menschen verbringen Sie gerne Zeit? Wer bleibt Ihnen im Gedächtnis? Es sind nicht die langweiligen Zeitgenossen, die nur über sich selbst reden, sondern es sind die interessanten, schillernden Persönlichkeiten, die wirklich etwas zum Gespräch beitragen und mit denen man sich gerne unterhält. Gerade auf Messen, Kongressen und anderen Events geht es darum, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Hierbei einen positiven und bleibenden Eindruck zu hinterlassen, erfordert Kommunikationstalent. Allerdings lohnt es sich auch, denn gute Gespräche können die Basis für tragfähige und langfristige Beziehungen und Kontakte schaffen. Doch wie werden Sie zu einem interessanten Gesprächspartner?

Was eine gute Konversation ausmacht

Die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Gespräch ist echtes Interesse an Ihrem Gegenüber. Nur wenn Sie Ihrem Gesprächspartner mit echtem Interesse und Respekt begegnen, wird sich dieser im Gespräch wohl fühlen und ganz darauf einlassen. Ein Gespräch verbindet zwei Menschen miteinander. Man hat den Eindruck auf der gleichen Wellenlänge zu sein und fühlt sich verstanden.

Nicht immer muss ein tiefgründiges Gespräch dabei herauskommen. Auch Smalltalk kann sehr anregend sein. Wer ein nettes Schwätzchen halten kann, ohne sich und seine Kompetenzen dem anderen direkt aufzudrängen, wird positiv in Erinnerung bleiben.

3 gute Gesprächseinstiege

  1. Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?

    Hat Ihr Gegenüber Humor, ernten Sie mindestens ein Lächeln. Aber auch so kommen Sie mit dieser latent provokanten Frage locker in ein Gespräch über Ziele, Pläne und Träume – und solche, die bereits auf dem Weg sind, Realität zu werden. Und wo das Herz hängt, da geht den Leuten die Zunge über. So erfahren Sie viel über die Person und ihre Leidenschaften.

  2. Hätten Sie vor drei Jahren geahnt, dass Sie heute hier sind?

    Natürlich nicht. Aber darum geht es auch nicht. Mit der Frage haben Sie dafür ein leichtes Spiel herauszufinden, was Ihr Gegenüber vor drei Jahren gemacht hat. Kurz: Es geht um seine Lebensgeschichte – und die Suche nach Gemeinsamkeiten. Denn nichts verbindet mehr. Und je mehr Sie sich für seine oder ihre Geschichte(n) interessieren, desto sympathischer werden Sie.

  3. Ich muss Ihnen jetzt ein Kompliment machen...

    Und zwar ein möglichst konkretes und bitte nicht rein äußerliches (Figur, Krawatte, ...). Lob und Anerkennung erzeugen immer eine gute Gesprächsatmosphäre. Und wenn es sich nicht um eine Lappalie handelt, fühlt sich jeder geschmeichelt. Am besten, Sie verbinden die Galanterie mit einer offenen Frage: "Ihre Frage nach dem Vortrag vorhin hat mich inspiriert - wie kamen Sie darauf?"

5 Wege, um interessanter zu werden

Der schwierigste Teil an der Gesprächsführung ist es, die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners dauerhaft halten zu können. Wer sein Gegenüber langweilt, hat seine Chance eine Beziehung herzustellen vertan. Damit dies nicht geschieht, ist es notwendig, von Ihrem Gegenüber als interessant wahrgenommen zu werden. Doch wie schaffen Sie das?

  1. Halten Sie keine Monologe.

    Überfallen Sie Ihr Gegenüber nicht mit einem Wortschwall. Selbst, wenn Sie zu einem Thema eine starke Meinung haben, lassen Sie Ihrem Gesprächspartner die Chance, das Gehörte zu verdauen und zu kommentieren. Monologe wirken schnell einschüchternd und führend dazu, dass Ihr Gegenüber abschaltet, da er sich nicht am Gespräch beteiligen kann. Achten Sie darauf, ob Ihr Gesprächspartner auf das Gesagte eingeht und Rückfragen stellt. Tut er das nicht, ist es an der Zeit den eigenen Redefluss zu beenden.

  2. Rücken Sie Ihren Gesprächspartner in den Mittelpunkt.

    In einem Gespräch geht es nicht um die eigene Person. Finden Sie heraus, was Ihr Gegenüber beschäftigt und begeistert. Jeder Mensch spricht gerne über die eigenen Hobbys und Vorlieben. Dies birgt die Chance für Sie eine Verbindung aufzubauen. Stellen Sie Fragen, um Ihren Gesprächspartner besser kennen zu lernen. Ein guter Zuhörer, der an den richtigen Stellen nachfragt und antwortet, wirkt angenehm.

  3. Überlegen Sie sich drei gute Geschichten.

    Vielen Menschen fällt es schwer, einen Gesprächseinstieg zu finden. Sie würden gerne mit einer Person ins Gespräch kommen, doch wissen nicht was sie sagen könnten. Hier kann es helfen, sich kleine Anekdoten zurechtzulegen und damit zu starten. Besonders gut eignen sich Geschichten über andere Menschen, beispielsweise Erfolgsstories von Sportlern oder Unternehmern. Menschen, die mit offenen Augen durch die Welt gehen und viel lesen, haben immer etwas zu erzählen. Vermeiden Sie allerdings als Gesprächseinstieg politische Themen wie: Was halten Sie von der Krise in Syrien?

  4. Achten Sie darauf, wie Sie etwas sagen.

    Selbst das interessanteste Thema kann langweilig wirken, wenn es emotionslos runtergebetet wird. Variieren Sie mit Ihrer Stimmlage und unterstreichen Sie das Gesagte mit Gesten. Nur ein geringer Teil davon, was wir kommunizieren, wird über die Sprache transportiert. Den Großteil der Kommunikation macht die Körpersprache aus. Mit Emotionen und Leidenschaft können Sie Ihr Gegenüber begeistern.

  5. Wählen Sie einen anregenden Ort.

    Können Sie den Ort für ein Gespräch oder Treffen bestimmen, empfiehlt es sich eine spannende Location zu wählen. Der Verhaltensforscher Dan Ariely fand heraus, dass der Mensch nicht zuordnen kann, woher eine Emotion stammt. Befindet man sich beispielsweise an einem aufregenden und interessanten Ort, wird das anregende Gefühl, das man dabei empfindet, auf die Person, mit der man dort ist, übertragen. Diesen Effekt können Sie für sich nutzen. Ein inspirierender Ort kann zudem einen wunderbaren Einstieg in ein Gespräch bieten, wenn Sie sich beispielsweise in einem historischen Gebäude oder Museum befinden.

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