Es gibt Studien oder Experimente nach deren Lektüre ich weiß, was ich alles nicht weiß. Man könnte aber auch sagen: Danach bin ich mehr von der unglaublichen Dämlichkeit des Menschen überzeugt, als von seiner oft unterstellten Intelligenz.
Von dem amerikanischen Verhaltensökonomen und renommierten Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Dan Ariely, stammt ein solches Experiment. Es ging dabei um Entscheidungen. Das heißt, eigentlich ging es darum, wie wir sie treffen und darum, dass wir uns oft vielmehr auf das konzentrieren, was wir dabei verlieren, als auf das, was wir dabei womöglich gewinnen. Es ist ja so: Mit jeder Entscheidung für etwas schließen wir gleichzeitig zig Alternativen aus. Sie entscheiden sich für das iPhone und damit gegen alle anderen Smartphones, die Sie auch hätten kaufen können (und drei Dinger davon kauft ja kein Mensch klaren Verstandes). Sie entscheiden sich für einen Partner und schließen damit all die anderen Amouren aus, die Sie vielleicht auch noch hätten haben können. Jedenfalls macht man das in der Regel so. Ach, Sie wissen schon, was ich meine.
Dummerweise scheinen wir Menschen aber die Angewohnheit zu haben, mehr auf den mit der Entscheidung verbunden Verlust zu achten und diesem hinterher zu trauern, als eben auf das Objekt unserer Fürwahl. Und das führt im weiteren Verlauf, wie Ariely eindrucksvoll belegen konnte, zu noch viel erheblicheren Verlusten.
Es war ein Experiment am Computer, obendrein recht simpel gestrickt. Die Probanden sahen drei Türen – Rot, Grün, Blau. Auf eine davon durften sie klicken, dann öffnete sich ein Raum mit drei weiteren Türen. Wieder Rot, Grün, Blau. In jedem dieser Räume lag etwas Geld in unterschiedlicher Höhe. Es galt also jene Türen zu finden, hinter denen besonders viel Geld lag, um so seinen Gewinn zu maximieren. Dazu blieben den Probanden insgesamt je 100 Klicks.
Vordergründig ging es also darum, eine Entscheidungsstrategie zu entwickeln, ein System zu entdecken, um so mit seinen begrenzten Optionen das meiste herauszuholen. Einfach wahllos hin und her klicken verringerte eher die Gewinnaussichten.
Nun wendete Ariely jedoch einen perfiden Trick an: Falls eine bestimmte Tür zwölf Mal nicht angeklickt wurde, verschwand sie einfach. Effekt: Sobald die Teilnehmer die Funktion bemerkten, begannen sie wild umher zu klicken, um ja zu vermeiden, dass sich eine Tür dauerhaft schloss. Und natürlich verballerten sie dabei einen Haufen Klicks und schmälerten schließlich ihren Gewinn. Mehr noch: Hätten Sie einfach weitergemacht wie bisher (und wären Ihren Entscheidungen treu geblieben), hätten Sie ein Maximum erzielt. Man könnte auch sagen: schön blöd.
Trotzdem gut zu wissen: Bevor Sie sich das nächste Mal wieder ein paar Türchen offen halten, fragen Sie sich nun vielleicht, ob das wirklich so viel mehr bringt.







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Miki
Toller Beitrag!
So ist das also mit “dem Türchen offen halten” … und wenn’s nur die Tür zur Besenkammer ist…