Herzlichen Glückwunsch! Wochen sind vergangen, seitdem Sie sich Ihre persönlichen Stärken und Schwächen bewusst gemacht, zahlreiche Jobtests absolviert und die Ergebnisse bis ins das kleinste Detail ausgewertet haben. In der Zeit haben Sie zahlreiche Bewerbungen verschickt, keine Jobmesse ausgelassen und am Ende sogar einige Einladungen zum Vorstellungsgespräch erhalten. Und jetzt? Jetzt liegt das Jobangebot vor Ihnen. Unterschriftsreif. Sie müssen den Arbeitsvertrag nur noch unterzeichnen, dann gehört er Ihnen: der erste Job, der gelungene Berufseinstieg. “Endlich!”, denken Sie vielleicht. Und: “Uff, das war’s!”
Falsch! Das war’s noch lange nicht. Jetzt beginnt die Reise erst. Vor Ihnen liegt eine wichtige Orientierungsphase, eine Probezeit und eine Zeit, in der Sie für sich wichtige Fragen beantworten sollten. Nicht wenige fragen sich schon nach einigen Wochen im Beruf, ob das wirklich ihr Traumberuf ist. Später, nach ein oder zwei Jahren kommen vielleicht sogar Zweifel auf, ob Sie Ihre Berufsziele bei einem anderen Unternehmen nicht wesentlich schneller und besser erreichen können. Damit es erst gar nicht so weit kommt, nutzen Sie die erste Zeit im Unternehmen richtig – und nutzen Sie den Karrierebibel-Quickcheck, ob Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitgeber wirklich die richtige Wahl getroffen haben…
Checkliste – Traumberuf
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[ ] Ich werde geistig gefordert.
[ ] Mir wird Autonomie bei der Arbeit zugestanden.
[ ] Ich mache wirklich das, was ich gut kann.
[ ] Meine Arbeit hat für mich und meine Werte Sinn.
[ ] Ich werde auch angemessen bezahlt.
[ ] Meine Work-Life-Balance ist ausgewogen.
[ ] Ich würde mit meinen Kollegen auch ein Feierabendbierchen trinken.
Machen Sie sich keine Illusionen: Den einen Traumjob gibt es nicht. Jeder Beruf hat seine Ecken und Kanten, Sonnen- wie Schattenseiten. Wenn Sie ungefähr die Hälfte der Fragen positiv für sich beantworten können, haben Sie einen Beruf gefunden, der sie langfristig glücklich machen kann.
- Und was wenn nicht?
Dann sollten Sie genau prüfen, was Ihnen den Spaß am Job raubt – mit der zweiten Jobwechsel-Checkliste:
Checkliste – Jobwechsel
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[ ] Der Job macht mich krank. Physisch wie psychisch.
[ ] Die Herausforderungen sind Geschichte. Alles Routine.
[ ] Das Team und ich passen einfach nicht zusammen.
[ ] Die Kollegen können mich nicht leiden.
[ ] Der Chef kann mich nicht ausstehen – aber das beruht auf Gegenseitigkeit.
[ ] Das Unternehmen ist auf dem absteigenden Ast.
[ ] Die spannende Projekte werden mittlerweile anderen Kollegen übertragen.
[ ] Die Änderung meiner Lebensumstände ruft mich zu neuen Ufern.
Wenn Sie bei drei oder mehr Punkten genickt haben, sollten Sie tatsächlich darüber nachdenken, Ihren Hut zu nehmen. Bevor Sie aber jetzt übereilt und wütend Ihre Kündigung in den Rechner tippen, nehmen Sie sich bitte die Zeit und lesen noch eben das Interview mit Volker Kitz, Autor des Frustjobkillerbuch. Denn vielleicht liegt der Frustauslöser weniger in dem Unternehmen für das Sie arbeiten, sondern auch bei Ihnen. Kitz hat dazu zum Beispiekl verschiedene Probleme identifiziert, die Ihnen in jedem Job begegnen werden. Diese lassen sich zu fünf Aussagen verdichten:
- „Ich verdiene zu wenig Geld“
- „Der Chef weiß meine Arbeit nicht zu schätzen“
- „Alle quatschen mir rein“
- „Jeder Tag ist gleich“
- „Alle Kollegen und Kunden sind geisteskrank“
Wer so denkt, muss nicht zwangsläufig einen miesen Job haben. Falls Sie aber dennoch davon überzeugt sind, dass ein Jobwechsel genau das Richtige wäre, sollten Sie sich die dritte Checkliste genauer ansehen. So gilt es, vor jedem Wechsel folgende Punkte zu beachten:
Checkliste – Kündigung
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[ ] Ich bin über die Kündigungsfrist und die Bedingungen informiert.
[ ] Selbstmarketing ist kein Fremdwort für mich.
[ ] Ich stehe in Kontakt zu ausgewählten Personalberatungen.
[ ] Kleinere Beratungen habe ich auch in Betracht gezogen.
[ ] Ich verschicke insgesamt nicht mehr als fünf Bewerbungen.
[ ] Vor der Kündigung warte ich auf die feste Zusage für den neuen Job.
[ ] Ich habe das neue Stellenangebot sowie das Zielunternehmen überprüft.
[ ] Die Aussagen des Unternehmens sind glaubwürdig.
[ ] Ich passe zu der Unternehmenskultur des Unternehmens.
[ ] Der Job bietet mir wirklich neue Perspektiven.
[ ] Ich habe für meinen Abgang und eine strukturierte Übergabe gesorgt.
[ ] An der Ausgestaltung des neuen Arbeitsvertrages bin ich beteiligt.
Ganz wichtig: Versuchen Sie sich stets im Guten von Ihrem Arbeitgeber und den Kollegen zu trennen, bleiben Sie fair, auch wenn Sie gefrustet und wütend sind. Auch hier gilt der Satz, man sieht sich immer zwei Mal im Leben – denn Ihre Reise wird weitergehen…
Dieser Artikel ist der letzte Teil der fünfteiligen Serie Vom Studium zum ersten Job. Die Artikel richten sich in erster Linie (aber nicht ausschließlich) an abschlussnahe Studierende und Absolventen. Ich freue mich auf Ihr Feedback (via Twitter). Wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben, zögern Sie nicht und schreiben mir (via formspring.me).







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