Ein Gastbeitrag der Headhunter Hans Rainer Vogel und Daniel Detambel

Die Zeiten sicherer Jobs sind definitiv vorbei. Gerade in den Führungsetagen kommt es aber darauf an, bei einem Arbeitsplatzverlust möglichst schnell eine neue Position zu finden. Je länger Führungskräfte arbeitslos sind, desto schädlicher ist dies für ihre Karriere. Deshalb sollten Manager früh die Warnzeichen erkennen, dass ihr Job in Gefahr ist. Hierfür gibt es eine Reihe von Indizien, die einzeln oder in der Summe, Anzeichen für eine Jobgefährdung darstellen können. Welche das sind, zeigt die folgende Checkliste möglicher Warnsignale:

  • Ihre letzte Weiterbildung liegt weit zurück. Jedes Unternehmen hat ein Interesse daran, dass sich Mitarbeiter weiterqualifizieren. Das kostet Geld, ist aber eine Investition in die Zukunft. Falls man nicht mehr in Ihre Zukunft investiert, ist das ein Alarmsignal!
  • Der Informationsfluss verkümmert zum Rinnsal. Falls Sie seltener zu Meetings hinzugezogen werden, Ihr Rat weniger gefragt ist und Sie insgesamt kaum noch Informationen erhalten, ist das ein ziemlich starkes Signal, dass Sie in dieser Position keine Karriere mehr machen.
  • Sie werden mit sinnfreien Sonderprojekten beschäftigt. Um den Schein der Wertschätzung aufrecht zu halten, überträgt man Ihnen Sonderprojekte, die kaum Relevanz haben.
  • Ihnen werden Mitarbeiter entzogen. Um Ihren Wirkungskreis einzudämmen, wird Ihr Zugriff auf Mitarbeiter eingeschränkt oder diese werden komplett anderen Projekten zugeordnet. Gefährlich! Ihre zunehmende Isolation im Unternehmen erleichtert den späteren Komplettausschluss.
  • Sie bekommen einen neuen Chef. Die meisten Jobs in Führungsetagen gehen zu Ende, weil der direkte Vorgesetzte ausgetauscht wurde. Dadurch geraten Sie in Sippenhaft. Außerdem ist es naheliegend, dass der Neue seine eigenen Mitarbeiter positionieren will.
  • Sonderzahlungen versiegen. Ausbleibende freiwillige Leistungen des Arbeitgebers sind ein Zeichen für mangelnde Zufriedenheit mit Ihren Leistungen. Das gilt erst recht, wenn Sie bei Gehaltserhöhungen nicht mehr berücksichtig werden.
  • Ihr ROI sinkt. Wie hoch Ihr Return on Investment (ROI) ist, können Sie wahrscheinlich selbst nicht berechnen. Dennoch können Sie überschlagen, wie hoch die eingehenden Aufträge sind und was Ihre Arbeitskraft den Arbeitgeber kostet. Wenn das Verhältnis dauerhaft nicht mehr stimmt, muss sich Ihr Chef über Ihre Position Gedanken machen.
  • Dem Unternehmen geht es schlecht. Wegbrechende Aufträge, ein schwieriges Marktumfeld und sinkende Umsätze sind für alle Mitarbeiter ein Alarmsignal. Denn nun ist die Unternehmensleitung aufgefordert gegenzulenken. Und dazu können auch Maßnahmen zur Reduktion der Personalausgaben gehören.

Alle diese Punkte sind unterschiedlich starke Signale. Je mehr davon auftreten, desto alarmierter sollten Sie allerdings sein. Und handeln – sprich: rechtzeitig nach einer Jobalternative umsehen.

Über die Autoren:
Hans Rainer Vogel und Daniel Detambel sind Inhaber des Wiesbadener Unternehmens Vogel & Detambel JobSearch. In den vergangenen 20 Jahren haben die beiden Personalberater bei Besetzungen von mehr als 1000 Führungspositionen mitgewirkt. Bekannt wurde das Duo 2008 mit dem Buch “JobSearch: Werden Sie Ihr eigener Headhunter”.