fireexitJede vierte Fach- und Führungskraft (28 Prozent) sieht derzeit den eigenen Job aufgrund der Finanzkrise gefährdet – ein Plus um 9 Prozentpunkte, im Mai bangte noch knapp jeder Fünfte (19 Prozent) um den Arbeitsplatz, so das Ergebnis einer noch nicht veröffentlichten Umfrage des Karriereportals Placement24 unter 2217 Personen [pdf]. Rund 60 Prozent der Befragten erwarten demnach eine deutliche Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation im kommenden Jahr. Trotz der pessimistischen Einschätzung, gibt die Hälfte der Befragten (51 Prozent) aber an, das eigene Konsumverhalten bisher nicht geändert zu haben.

Fast jede zweite Fach- und Führungskraft ist sogar zum Jobwechsel bereit. Rund 45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Arbeitgeber wechseln würden – wenn der neue wirtschaftlich besser gestellt wäre. Knapp 47 Prozent fühlen sich hingegen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber sicher.

Interessant auch, was die Fach- und Führungskräfte über die Rolle des Staates denken: „Das Ziel der Haushaltskonsolidierung sollte aufgegeben werden“, sagen zum Beispiel 59 Prozent der Befragten. 60 Prozent befürworten gar reduzierte Lohn- und Einkommensteuern als staatliche Maßnahme zur Unterstützung der Wirtschaft (Mehrfachnennungen waren möglich). 46 Prozent halten das Senken der Mehrwertsteuer für die richtige Aktion. Erst danach folgt die Zustimmung zu einem „Konjunkturprogramm“ (42 Prozent), gefolgt von der Unterstützung für ein „Investitionsprogramm“ (37 Prozent). Konsumgutscheine hingegen finden kaum Zustimmung: nur 7 Prozent finden sie gut.

Der CDU wird bei der Bewältigung der Krise übrigens am meisten Kompetenz zugetraut. Fast drei von vier Führungskräften (73 Prozent) trauen der CDU oder einer Koalition mit der CDU „am ehesten zu, die Finanzkrise zu bewältigen“. Dabei wünscht sich eine relative Mehrheit der Führungskräfte eine CDU-Koalition mit der FDP (32 Prozent) gefolgt von einer großen Koalition mit der SPD, der noch 28 Prozent der Befragten zustimmen. Alle anderen Parteien genießen hier kaum Vertrauen. Weniger als fünf Prozent (4,9 Prozent) der Befragten traut der SPD alleine zu, die Finanzkrise zu bewältigen.

Uneinig waren sich die Befragten Manager indes bei den langfristigen Auswirkungen der Finanzkrise. Während 33 Prozent keine tiefgreifenden Änderungen erwarten, sehen knapp 35 Prozent einen „vollständigen Wandel des gesamten Finanzsystems“ kommen. Knapp jeder Vierte (23 Prozent) der Befragten war davon überzeugt, dass die Marktwirtschaft durch die Finanzkrise an Glaubwürdigkeit verloren hat. 18 Prozent sehen den staatlichen Einfluss auch zukünftig in anderen Bereichen als dem Finanzsektor zunehmen.