Unter normalen Umständen wäre mir diese Erhebnung keine Meldung wert, aber das Ergebnis ist durchaus amüsant: Mehr als 10.000 Bewerber und über 1000 Arbeitgeber haben über Deutschlands beste Jobportale abgestimmt. Kriterien bei dem Qualitätscheck waren unter anderem Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit und Ergebnisqualität – und zwar für Arbeitgeber und Bewerber gleichermaßen. Herausgekommen sind dann die beiden Ranglisten weiter unten…
Schauen Sie mal bitte genau hin… Das Amüsante daran: Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitgeber und Arbeitsuchende offenbar im Wesentlichen aneinander vorbei suchen. Die Arbeitgeber schalten ihre Stellenangebote nicht dort, wo die Bewerber sie suchen und die Bewerber suchen nicht dort, wo Arbeitgeber schalten. Und anschließend wundern sich beide Seiten, dass sie nicht so recht zueinander finden.
| Rang | Bewerber |
|---|---|
| 1. | Kimeta |
| 2. | Stepstone |
| 3. | Jobrapido |
| 4. | Icjobs |
| 5. | Jobware |
| 6. | Jobpilot |
| 7. | Gigajob |
| 8. | Kalaydo |
| 9. | Fazjob |
| 10. | Meinestadt |
| Rang | Arbeitgeber |
|---|---|
| 1. | Stepstone |
| 2. | Jobware |
| 3. | Stellenanzeigen |
| 4. | Jobpilot |
| 5. | Kalaydo |
| 6. | |
| 7. | Monster |
| 8. | Arbeitsagentur |
| 9. | Gigajob |
| 10. | Experteer |
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Hinterfragt
Hmmm. Nicht ganz gute Schlussfolgerung. Die Suchenden suchen bei Metajobmaschinen a la Jobrapido (crawlt alle Originalseiten nach Angeboten ab), damit man nicht jede Jöb-Börse abklappern muss, während die Arbeitgeber auf “echten” Seiten a la Stepstone und Monster seine Anzeige schaltet. Also alles gut.
Jochen Mai
Falsch. Denn auch in dem Fall – Metasuchmaschinen – beweist es, dass die Bewerber die (angeblichen) Vorzüge, die das einzelne Jobportal bietet (und weshalb die Arbeitgeber diese spezifisch auswählen), völlig ignorieren. So sind etwa einige Jobportale stärker auf Ingenieure spezialisiert, andere auf hochbezahlte Jobs, wieder andere adressieren Führungskräfte. All dies wird aber von den Metacrawlern völlig negiert.
Und es ist auch nicht bewiesen, dass wir wirklich jeden Job finden, der da irgendwo ausgeschrieben ist. Plus: Immer mehr Unternehmen schreiben vakante Stellen auf ihren eigenen Karriereseiten aus. Auch hierauf greifen nur wenige Crawler zu, was ebenfalls darauf hindeutet: Ein wirklicher Match kommt nur selten zustande.
calceola
Dem Personaler bleibt ja nur wenig Alternative als in den klassischen Jobbörsen zu schalten. Dabei sollte er die Verbreitung seiner Anzeige durch Metasuchmaschinen schon im Blick haben und die Anzeige entsprechend (Stichworte im Text, Ortsangabe) gestalten. Dies könnte dem Bewerber helfen die richtige Anzeige/Stelle zu finden.
Die Bewerber richten sich natürlich nicht nach den Marketingversprechen der Jobbörsen, sondern nehmen einfach gerne eine klare Messgröße als Grundlage. Wo es mehr Stellenangebote gibt, ist die Wahrscheinlichkeit höher eine Stelle zu finden q.e.d.
Jochen Mai
@Calceola: Als Bewerber suche ich aber doch selten einfach nur Masse. Das klingt sehr nach McJob und wäre auch der falsche Ansatz. In der Regel weiß ein Bewerber, welchen Beruf er anstrebt, welche Arbeitgeber seine Wunschpartner wären und welche Positionen in etwa seiner Qualifikation entspricht. Demnach – so sollte man annehmen – wären Metacrawler zwar ein guter Anfang. Danach aber ginge es entweder in spezialisierte Jobbörsen oder auf die Webseiten der Unternehmen. Geht es aber offenbar nicht.
calceola
@Jochen Mai, vielleicht haben wir dabei aber auch schon einen etwas zu verschleierten Blick. Ich glaube, dass die Bewerber die einzelnen Jobbörsen kaum unterscheiden können. Zumindest nicht was die Ausprägung bzw. Spezialisierung der Jobbörse betrifft. Einfach weil das Thema ja nicht immer im Fokus der Suchenden ist.
Wobei ich Ihnen Recht geben möchte, dass die Bewerber wenn Sie die Anzeige eines Unternehmens gefunden haben, auch weiter auf der Homepage suchen ob nicht vielleicht doch eine andere Position passen könnte.
Jochen Mai
Das kann natürlich gut sein. Ich beschäftige mich ja schon länger mit dem Thema und habe daher viel Hintergrundwissen, das man so bei einem Bewerber nicht voraussetzen darf. Andererseits: Dasselbe muss sich der ausschreibende Personaler freilich auch bewusst machen…
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