Jobchancen
Was kann ich tun, um meine Jobchancen zu erhöhen? Spätestens, wenn es mit einigen Bewerbungen nicht geklappt hat, beginnen viele Bewerber, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Die gute Nachricht lautet: Es gibt verschiedene Stellschrauben, an denen Sie drehen können, um Ihre Jobchancen zu erhöhen. Die schlechte Nachricht auf der anderen Seite: Im besten Fall sollten Sie sich bereits früher mit Ihren Jobchancen beschäftigen und nicht warten, bis die ersten Bemühungen bereits gescheitert sind. Welche Fähigkeiten besonders gefragt sind, wo Ihre Chancen auf einen Job besonders groß sind und mit welchem Verhalten Sie die Jobchancen in Windeseile wieder zunichte machen können...

Jobchancen: Wo sind sie besonders hoch?

Bei Jobchancen denkt man zunächst instinktiv an Qualifikationen, Kompetenzen, Fähigkeiten, Referenzen oder auch Empfehlungen. All diese sind richtig und relevant, doch wird ein wichtiger Faktor regelmäßig vergessen: Der Ort und die Region des Arbeitsmarktes Gerade im Osten des Landes lässt sich immer wieder feststellen, dass es viele talentierte und qualifizierte Arbeitnehmer eher in andere Regionen zieht. Dies liegt zum einen an den oft geringeren Gehältern, zum anderen an den schwierigeren Situationen auf dem Arbeitsmarkt.

Ihre Jobchancen können abhängig davon, wo Sie sich bewerben, stark variieren. Gerade der Süden Deutschlands hat dabei besonders gute Aussichten: Baden-Württemberg und Bayern sind unter den Top 3 der attraktivsten Arbeitsmärkten des Landes, vergleicht man die Anzahl freier Stellen mit der Anzahl der Arbeitslosen, die auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Auf Platz zwei liegt die Hansestadt Hamburg - auch hier sind die Jobchancen für Bewerber im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr gut.

Schlechte Karten haben hingegen Bewerber in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Der Arbeitsmarkt hier ist besonders schwierig und die Jobchancen entsprechend gering. Pro ausgeschriebene Stelle kommen hier teilweise weit mehr als 30 Arbeitslose, wodurch die Konkurrenz besonders groß ist.

Auch nach dem Studium sind die Jobchancen in Bayern am größten. Hier gibt es anteilig die meisten freien Stellen für Absolventen - satte 28 Prozent der freien Jobs sind auf Studienabsolventen ausgelegt. In der Bundeshauptstadt Berlin haben es Absolventen hingegen schwerer. Zwar finden sich hier mehr Praktika und Trainee-Stellen als irgendwo anders, unbefristete Stellen nach dem Studium sind hingegen absolute Mangelware.

Jobchancen: 25 Fähigkeiten, um diese zu steigern

ImYanis/shutterstock.comSchaut man sich die wichtigsten Fähigkeiten für gute Jobchancen an, ist dabei ein Trend besonders deutlich: MINT gewinnt. Entwickler, Programmierer und IT-Spezialisten aller Art dürfen sich freuen, dass ihre Qualifikationen national sowie international sehr gefragt sind. Aber auch mit Stärken und Kenntnissen in anderen Bereichen können Sie punkten und sich damit gute Chancen auf einen Job sichern: Es wäre zwar ein wenig zu hoch gegriffen, dabei gleich von einer Jobgarantie zu sprechen, doch gibt es einige Fähigkeiten und Kompetenzen, mit denen Sie sich auf dem Arbeitsmarkt zu einer gefragten Fachkraft machen können. Das Business-Netzwerk LinkedIn hat eine Auswertung von 330 Millionen Profilen durchgeführt und dabei 25 Skills herausgefiltert, die den Mitgliedern am häufigsten einen neuen Job oder das Interesse der Personaler einbrachten:

  • 1. Statistische Analyse und Data-Mining
  • 2. Middleware und Integrationssoftware
  • 3. Storage-Systeme und -Management
  • 4. Netzwerk- und Informationssicherheit
  • 5. SEO/SEM-Marketing
  • 6. Business Intelligence
  • 7. Mobile-/App-Entwicklung
  • 8. Netzarchitektur und Entwicklungskonzepte
  • 9. Algorithmendesign
  • 10. Perl/Ruby/Python (Programmiersprachen)
  • 11. Engineering-Data-Management und Data-Warehouse-Prozesse
  • 12. Marketing-Kampagnenmanagement
  • 13. Mac-, Linux- und Unix-Systeme
  • 14. User-Interfacedesign
  • 15. Rekrutierung/Personalbeschaffung
  • 16. Digital-/Online-Marketing
  • 17. Computergrafik und -Animationen
  • 18. Wirtschaftswissenschaften
  • 19. Java-Entwicklung
  • 20. Multichannel-Marketing
  • 21. SAP/ERP-Systeme
  • 22. Mikrochip-Entwicklung
  • 23. Shellskript (Programmiersprache)
  • 24. Spiele-Entwicklung
  • 25. Virtualisierung

Jobchancen steigern: 10 Wege zum neuen Job

GaudiLab/shutterstock.comEgal, ob Sie eine Stelle im Anschluss an Ihr Studium suchen, eine Ausbildung abgeschlossen haben und nicht übernommen wurden oder einen beruflichen Wechsel nach mehreren Jahren Berufserfahrung planen: Die Jobsuche kann lang und anstrengend sein - und je länger sie dauert, desto weniger glaubt man selbst daran, noch irgendwelche Chancen auf den erhofften Job zu haben. Doch gerade bei der Jobsuche können Sie viel tun, um Ihre Jobchancen zu steigern. Mit diesen zehn Wegen kommen Sie schneller zum neuen Job:

  1. Setzen Sie sich konkrete Ziele.

    Bevor Sie mit den eigentlichen Bewerbungen beginnen, müssen Sie sich zunächst darüber im Klaren sein, was Sie überhaupt wollen. In welchem Beruf wollen Sie tätig sein? In welche Branche möchten Sie einsteigen oder haben Sie bereits einen genauen Arbeitgeber ins Auge gefasst? Nur wenn Sie sich im Vorfeld konkrete Ziele setzen, können Sie auch aktiv darauf hinarbeiten, diese zu erreichen und so Ihre Jobchancen steigern. Wer einfach willkürlich Bewerbungen schreibt, ohne sich vorher Gedanken über seine Zukunft zu machen, wird nur in seltenen Fällen die passende Stelle für sich finden.

  2. Arbeiten Sie an Ihren Online-Profilen.

    Der Online-Auftritt von Bewerbern hat in den letzten Jahren immer weiter an Bedeutung gewonnen. Doch damit Ihr Xing- oder LinkedIn-Profil auch den richtigen Eindruck erweckt und Ihre Jobchancen unterstützt, statt sie zu behindern, sollten diese aktuell sein und vor allem aktiv genutzt werden. Auch das Foto, dass Sie für diese Profile verwenden, hat großen Einfluss auf die Wahrnehmung anderer. Zeigen Sie sich deshalb von Ihrer besten Seite, denn vielleicht lernen Sie dort genau den Kontakt kennen, der Ihnen zu einem neuen Job verhilft.

  3. Ziehen Sie das Ausland in Betracht.

    Durch die fortschreitende Globalisierung sind viele Unternehmen auf der Suche nach fähigen Mitarbeitern, die bereit sind, ins Ausland zu gehen oder bereits Auslandserfahrung mitbringen. Diese Eigenschaft kann für Sie zu einem Karrieresprungbrett werden. Ein Auslandsaufenthalt beispielsweise in Form eines Praktikums oder auch während einer früheren Beschäftigung, ist eine Zusatzqualifikation, die Sie von anderen Bewerbern unterscheiden kann. Haben Sie die Chance, eine Zeit im Ausland zu verbringen, kann dieser Schritt Ihrer weiteren Karriere einen Schub verleihen. Wie Sie sich beispielsweise im englischsprachigen Ausland bewerben, finden Sie hier.

  4. Besuchen Sie Jobmessen.

    Welche Gelegenheit könnte besser geeignet sein, um einen neuen Job zu finden, als eine Messe, auf der Unternehmen sich präsentieren, um neue Mitarbeiter anzuwerben? Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wann eine Jobmesse stattfindet, an der Sie gerne teilnehmen wollen. Kleiden Sie sich wie zu einem Vorstellungsgespräch, bereiten Sie sich auf die Unternehmen vor, mit denen Sie in Kontakt treten wollen und bringen Sie in jedem Fall eine Kurzbewerbung mit. Wenn Sie hier einen guten Eindruck hinterlassen, haben Sie bereits den ersten wichtigen Schritt zu einem neuen Job getan.

  5. Schreiben Sie ein Stellengesuch.

    Ja, es ist etwas außergewöhnlich, aber wieso immer nur die altbekannten Pfade gehen? Natürlich sollten Sie diese Maßnahme mit weiteren Bewerbungen kombinieren und sich nicht komplett darauf verlassen, dass Unternehmen sich bei Ihnen melden. Platzieren Sie Ihr Stellengesuch in regionalen Medien oder, falls möglich, in Fachzeitschriften Ihrer Branche. So können Sie sicher sein, dass Ihre Anzeige die richtige Zielgruppe erreicht und Ihre Jobchancen erhöht.

  6. Legen Sie Wert auf Weiterbildungen.

    Die eigene Ausbildung sollte nie als gänzlich abgeschlossen gesehen werden. Anforderungen ändern sich mit der Zeit und es gibt immer etwas, das Sie noch lernen können. Informieren Sie sich auf Jobportalen oder direkt bei potenziellen Arbeitgebern, welche Qualifikationen für Ihre Wunschstelle gefragt sind. Je besser Ihre Fähigkeiten zu den Vorstellungen der Unternehmen passen, desto größer sind Ihre Chancen, den Job zu bekommen.

  7. Nutzen Sie Initiativbewerbungen.

    Warum immer darauf warten, dass ein Unternehmen eine Stelle ausschreibt? Viele freie Stellen werden von Unternehmen nicht einmal öffentlich ausgeschrieben. Da kann es sich also lohnen, sich initiativ beim Unternehmen Ihrer Wahl zu bewerben. Ihr Schreiben muss nicht einmal gleich Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen beinhalten. Für den ersten Kontakt ist auch ein persönliches Anschreiben kombiniert mit einem kurzem Leistungsprofil ausreichend. Entsteht auf diese Weise ein positiver erster Kontakt, können Sie im nächsten Schritt Ihr vollständige Bewerbungsmappe einreichen.

  8. Machen Sie ein Praktikum.

    Es ist der absolute Klassiker, doch es ist auch immer noch der häufigste Einstieg in einen neuen Job, gerade wenn Sie ein Studium oder eine Ausbildung absolviert haben. Ein Praktikum bietet Ihnen Einblicke in die Arbeitsweise eines Unternehmens, vermittelt erste praktische Berufserfahrung und zeigt in darauf folgenden Bewerbungen, dass Sie sich bereits intensiv mit dem Berufsfeld auseinander gesetzt haben. Ein Praktikum bei einem renommierten Unternehmen ist auch eine gute Referenz, um sich von anderen Bewerbern abzuheben und Ihre besondere Eignung hervorzuheben.

  9. Fordern und akzeptieren Sie Kritik.

    Kritikfähigkeit ist eine essenzielle Fähigkeit, wenn es um Entwicklung geht. Nur wer fähig ist, Kritik anzunehmen und auch umzusetzen, anstatt sich davor zu verschließen, kann sich weiterentwickeln. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht genügend Kritik zu erhalten, können Sie diese auch einfordern. Das ist sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld möglich. Erhalten Sie eine negative Antwort auf eine Bewerbung, können Sie beim entsprechenden Personaler nachfragen, woran es gelegen hat. Wenn Sie an einen guten Personaler geraten, können Sie ein ausführliches Feedback zu Ihrer Bewerbung erhalten und Ihre Bewerbungsunterlagen verbessern. Dies sollten Sie telefonisch tun, denn schriftlich wird Ihnen aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes kein Unternehmen Auskunft geben.

  10. Fallen Sie auf.

    Jede Bewerbung steht in direkter Konkurrenz zu vielen anderen Kandidaten. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, aus dieser Masse hervorzustechen und nicht darin unterzugehen. Wer auf jede Stellenanzeige eine vorgefertigte Bewerbung verschickt, in der er jedes Mal nur ein paar Details ändert, wird schnell aussortiert. Sie wollen aber positiv auffallen. Das kann beispielsweise durch ganz konkreten Bezug zum Arbeitgeber funktionieren, der Ihre Motivation und gute Vorbereitung unterstreicht. In kreativen Berufen darf auch die Bewerbung mal kreativ ausfallen, beispielsweise in Form einer Videobewerbung.

Jobchancen in der Zukunft: Diese Eigenschaften werden Sie brauchen

Sollten Sie gerade nicht auf Jobsuche sein, sollten Sie das Thema Jobchancen trotzdem nicht einfach ignorieren und beiseite schieben. Früher oder später ist ein Jobwechsel wahrscheinlich - ob gewollt oder ungewollt. Dann stehen all jene gut da, die sich bereits frühzeitig mit den Jobchancen in der Zukunft auseinandergesetzt haben. Wir zeigen Ihnen fünf Eigenschaften, die Sie in der Zukunft verstärkt brauchen werden, um einen Job zu finden.

  1. Analysefähigkeit.

    Die Automatisierung marschiert voran, immer mehr Aufgaben werden von Maschinen und Rechnern übernommen. Was sie (noch) nicht können: Daten und Zahlen in einen größeren Kontext bringen, daraus auf konkrete Handlungsanweisungen schließen. Die Entscheidungsfindung wird dem Menschen überlassen bleiben. Daher eine Kernkompetenz: Auf Basis verfügbarer Informationen komplexe Zusammenhänge verstehen und die richtigen Schlüsse ziehen.

  2. Empathie.

    Sich in andere Menschen hineinversetzen können - ob das Computer je lernen werden? Wer über Empathie verfügt, wird weiterhin Vorteile haben, weil er im Austausch mit anderen nach Lösungen suchen, Teams aus verschiedenen Charakteren führen oder Kunden von seinem Produkt überzeugen kann - was auch heute bereits eine große Stärke ist.

  3. Flexibilität.

    Dass die sagenumwobene Mittelschicht wegbricht, ist immer noch ein aktuelles Phänomen. Speziell in den USA zu beobachten: Neue Jobs entstehen meist ganz oben in der Wertschöpfungskette (Management, Technologie) oder weit unten (Gastronomie, Pflege). Was alle Beschäftigten in diesen Bereichen vereint, ist die Anforderung, auf neue Gegebenheiten blitzschnell zu reagieren und sich zügig anzupassen. Welche Aufgabe hat jetzt gerade Priorität, was kann noch warten? Wer geistig flexibel ist und situationsbezogene Entscheidungen richtig trifft, ist gut gerüstet.

  4. Verständnis.

    In Deutschland und nahezu allen anderen Industrieländern werden wir es in Zukunft mit weitaus gemischteren Teams zu tun haben - in Bezug auf Geschlecht, Alter, Religion, Hautfarbe und Herkunft. Diversity haben viele Unternehmen schon jetzt zum Leitbild erkoren. Die Arbeit im Mixed-Team verheißt bessere Resultate, ist aber nicht ohne Schwierigkeiten. Gerade Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, heterogene Gruppen auf gemeinsame Ziele und Werte einzuschwören, alle Eigenarten unter einen Hut zu bekommen und nicht zuletzt auch die persönlichen Beziehungen untereinander zu stärken.

  5. Vernetzung.

    Geben Sie’s zu, Sie haben heute im Büro schon in Ihre Facebook-Timeline reingeschaut! Umso besser, die Durchdringung sozialer Medien wird eher zu- als abnehmen und auch für die Kommunikation am Arbeitsplatz an Bedeutung gewinnen. Wer im Umgang mit neuen, sozialen Medien sicher ist und deren Vorteile proaktiv für sich nutzt, punktet in der Arbeitswelt der Zukunft.

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