Was demotivitiert Sie im Job am meisten? Gut, Sie müssen sich nicht in den Kommentaren offenbaren. Dafür gibt es anonymisierte und repräsentative Umfragen, wie die zur Mitarbeitermotivation, die Forsa im Auftrag des Personaldienstleisters Edenred heute nachmittag veröffentlichen wird. Demnach vergräzt Mitarbeiter vor allem…
- Ein unangenehmes Arbeitsumfeld, vor allem unfreundliche Kollegen (77%)
- Eine monotone und wenig abwechslungsreiche Tätigkeit (70%)
- Eine zu geringe Vergütung (67%)
- Mangelnde Anerkennung durch den Chef (57%)
- Fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten (42%)
- Zeitdruck (33%)
- Sowie zu hohe Erwartungen von Vorgesetzen (26%)
Interessant, dass mangelnde Anerkennung und zu hohe Erwartungen erst auf Platz 4 und danach rangieren. Denn laut Faustregel verlassen Mitarbeiter in erster Linie schlechte Chefs und miese Arbeit.
Was Mitarbeiter motiviert
Die Meinungsforscher haben allerdings auch umgekehrt gefragt, was Mitarbeiter motiviert. Und dabei spielen vor allem nicht-monetäre Aspekte eine zunehmend größere Rolle. Natürlich hat eine faire Bezahlung auch weiterhin hohe Relevanz bei den Angestellten. Dennoch sagten die Befragten auch:
- Angenehme Kollegen steigern die Arbeitsmotivation enorm (84%)
- Work-Life-Balance ist ein wichtiger Motivationsfaktor (81%)
- Ebenso eine abwechslungsreiche Tätigkeit (78%)
- Sowie Respekt und Anerkennung durch Vorgesetzte (77%)
- Auch Entwicklungsmöglichkeiten im Betrieb wirken sich positiv auf die Leistung aus (61%)
- Und flexible Arbeitszeiten spornen zusätzlich an (59%)
Nun sind das Leben, der Job sowieso kein Wunschkonzert. Wie also sieht die Realität in den Unternehmen aus? Was unternehmen die Chefs, um ihre Teams zu motivieren? Nun, um es gleich vorweg zu nehmen: nicht viel. Jedenfalls nicht viel mehr als die üblichen 0815-Motivatoren:
Rund 45 Prozent der Befragten erhalten ein 13. Monatsgehalt, 35 Prozent bekommen nach eigenen Angaben von ihrem Arbeitgeber Bonuszahlungen. 15 Prozent bekommen einen Essenszuschuss für die hauseigene Kantine oder Essensgutscheine, gefolgt von einem Dienstwagen und Sachprämien (10 Prozent).
Und wie sieht es aus mit mehr Anerkennung und dem Wunsch nach Lob oder Wertschätzung?
Naja, rund 17 Prozent der Büroarbeiter wünschen sich mehr – Anerkennung, Lob, Wertschätzung durch ihren Chef. Da geht also noch was…
Joblust oder Jobfrust?
Bevor Sie jetzt aber einen falschen Eindruck erhalten: Allzu düster ist die Stimmung in deutschen Unternehmen nicht. Die überwiegende Mehrheit der befragten Arbeitnehmer geht derzeit gerne (54 Prozent) beziehungsweise sehr gerne (34 Prozent) zur Arbeit. Frauen im Schnitt sogar rund drei Prozent stärker als Männer.
Dafür spielen Alter und Position bei der Motivation offenbar eine wesentlichere Rolle. Während in der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen rund 92 Prozent sagen, dass sie im Job motiviert sind, liegt die Arbeitslust bei den Angestellten ab 60 Jahren schon nur noch bei 82 Prozent. Ähnlich sieht es bei Führungskräften und Untergebenen aus: Chefs fühlen sich mit 97 Prozent am stärksten motiviert, ihre Untergebenen sagen das nur noch zu 82 Prozent. Und: Je kleiner das Unternehmen, desto größer die Motivation insgesamt.
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marketingberatung.de
Vielen Dank für die Infos, neuere Untersuchungen fehlten. Was mich erstaunt, ist die hohe Anzahl an Personen, die eine geringe Bezahlung als Unzufriedenheits-Kriterium ausmachen. In anderen Untersuchungen ist das Gehalt weniger relevant eingestuft … scheinbar wird es immer wichtiger.
BusinessLifeHack
Das Gehalt an sich ist für die meisten Arbeitnehmer in der Tat von zweitrangiger Bedeutung, sofern es angemessen ist, deshalb auch “Eine zu geringe Vergütung (67%)”.
Das lässt lich leicht erklären. Ein Arbeitnehmer, der ein Studium, mehrere Praktika und Zusatzausbildungen absolviert hat, hat es ja nicht gemacht, um Ende einen superspannenden Job mit vielen Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu machen, aber dafür weiterhin ein Praktikantengehalt zu kassieren ;-) Schließlich steigen die Ansprüche und die “finanziellen” Verpflichtungen für Auto, Haus, Kinder usw.