4 von Jochen Mai am 19. November 2008 → Artikel in Bewerbung

Jobmesse – 6 Bewerbungstipps für den Absolventenkongress

OpenOb Recruiting-Messen, Praktikumsbörsen oder Absolventenkongresse (wie einer heute in Köln eröffnet) – Jobmessen sind die Gelegenheit, um sich über Praktika und Berufsangebote zu informieren und mit künftigen Chefs ins Gespräch zu kommen. Gerade Berufseinsteigern wie -wechslern bieten die Börsen enorme Vorteile: Binnen kurzer Zeit können Sie sich einen relevanten Überblick über den aktuellen Arbeitsmarkt, über gefragte Kandidatenprofile und Kompetenzen verschaffen sowie persönliche Kontakte in ihre Wunschunternehmen knüpfen. Nicht zuletzt geht es dabei auch darum, seine Berufswünsche mit den tatsächlichen Anforderungen und dem jeweiligen Betriebsklima abzugleichen.

Das alles gelingt aber nur demjenigen, der sich gründlich vorbereitet. Solche Informations-Messen verführen zwar zum Stöbern und Schnuppern, wirklich erfolgreich sind nach Aussagen der Personaler aber nur Kandidaten, die wenig dem Zufall überlassen und dafür umso gezielter vorgehen. Folgende Schritte sollten Sie beherzigen:

  1. Fokussieren Der Sinn von Jobmessen besteht nicht darin, von Stand zu Stand zu hasten und sämtliche Aussteller zu besuchen. Bei durchschnittlich 100 Firmenvertretern wäre das reine Zeitverschwendung. Konzentrieren Sie sich lieber auf jene Unternehmen, die Sie beruflich wie persönlich interessieren. Treffen Sie mithilfe des Messeprogramms (meist steht das schon lange vorher im Internet) eine Vorauswahl und bringen Sie die Firmen in eine Reihenfolge – mit Ihrem Traumarbeitgeber in spe an letzter Stelle. So haben Sie auf der Messe die Chance, bei den weniger wichtigen Ausstellern noch zu üben. Und packen Sie sich den Tag nicht zu voll. Pro Unternehmen und Gespräch sollten Sie mit 45 Minuten rechnen. Die Erfahrung lehrt zudem: Nach dem sechsten Arbeitgeber raucht den meisten der Kopf. Den siebten überzeugt kaum noch einer.
  2. Koordinieren Spontaneität können Sie im Dialog mit dem Personaler beweisen – aber bitte nicht beim Besuchsplan. Die begehrtesten Unternehmen sind fast immer völlig überlaufen. Machen Sie mit deshalb schon frühzeitig Termine mit den Personalern vor Ort. Das geht oft schon per E-Mail, Internet und für Kurzentschlossene auch manchmal noch per Telefon. Wer kann, sollte vor allem vormittags Termine machen. Da sind die Personaler noch aufmerksam und weniger gestresst.
  3. Präparieren Der erste Eindruck zählt. Wie immer. Werfen Sie sich also auch für die Messe in Schale: Er erscheint am besten im dunklen Anzug, sie im Kostüm. Das Outfit sollte zur avisierten Branche passen. Die Faustregel: Erscheinen Sie zur Messe wie Sie später auch zum Job aufkreuzen würden. Profis bringen sich sogar ein paar Kosmetika mit, um sich zwischen den Terminen in den Waschräumen frisch zu machen. Zu Ihrem Reisegepäck sollten Sie unbedingt auch aktuelle Bewerbungsmappen mit Kurzanschreiben, Lebenslauf und Foto gehören. Pluspunkte sammelt, wer die Motivationsschreiben vorher sogar individuell für das jeweilige Unternehmen formuliert. Es gibt Ratgeber, die ebenso das Mitbringen eigener Visitenkarten empfehlen. Lassen Sie das! Bei Berufseinsteigern wirkt das affektiert, bei Jobwechslern nicht sonderlich loyal, wenn sie zur Bewerbung mit ihrer alten Visitenkarte herumfuchteln.
  4. Kontaktieren Gehen Sie zielstrebig auf die Mitarbeiter am Stand zu. Stellen Sie sich freundlich mit Vor- und Zunamen vor und fragen Sie nach Ihrem Ansprechpartner. Wichtig: Behandeln Sie alle Mitarbeiter am Stand ausgenommen höflich und respektvoll – auch die Hostesse, die Ihnen einen Kaffee reicht. Dasselbe gilt für den Abschied hinterher. Ihr Verhalten am Stand gibt schließlich Aufschluss über Ihre Sozialkompetenz.
  5. Interessieren Überlegen Sie sich eine gute Strategie für Ihre Selbstpräsentation: Wie wollen Sie sich darstellen? Was können Sie besonders gut? Was davon passt besonders gut zu dem ausgeschriebenen Job, auf den Sie sich bewerben wollen? All das weckt Interesse. Differenzieren Sie sich aber bitte nicht über die üblichen Floskeln, wie „Ich bin flexibel, motiviert und kreativ“ (Gähnfaktor 10!), sondern indem Sie Ihre Stärken auf die anvisierte Stelle zuschneidern. Einen besonders guten Eindruck hinterlassen Kandidaten, die sich im Vorfeld ein genaues Bild vom jeweiligen Unternehmen, der Branche, den Produkten und der aktuellen Darstellung in der Presse gemacht haben und darauf im Gespräch eingehen. Klar, dass so jemand keine Fragen an den Personaler stellt, die sich leicht mit einem Blick auf die Unternehmens-Webseite beantworten ließen!
  6. Und zum Schluss: Halten Sie sich im Gespräch. Fragen Sie den Personaler nach dem Gespräch nach seiner Visitenkarte (falls er Ihnen diese nicht ohnehin anbietet) und melden Sie sich binnen 48 Stunden nach der Messe bei ihm – per E-Mail oder Brief. Bedanken Sie sich für den aufschlussreichen Dialog und bekräftigen Sie Ihren Wunsch, für das Unternehmen zu arbeiten. Bedanken Sie sich aber auch, wenn Sie den Job nicht mehr wollen. Man begegnet sich immer im Leben zweimal!
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1. Kommentar

Thomas Schulze
19.11.08 um 16:37 Uhr

Super Tipps, hier noch ein Special zum Kongress von uns für alle Teilnehmer und Firmen EXTRA aufgelegt für den Absolventenkongress –
http://www.presseecho.de/vermischtes/PE12269437072701.htm

2. Kommentar

Sonja
23.11.08 um 22:41 Uhr

Dieses Jahr für den Absolventenkongress leider nur dreieinhalb Stunden Zeit gehabt, davon noch eine Stunde bei einem Vortrag gewesen – aber als alter Kongress-Hase weiß man dann schon, wie selbiger läuft. Zwei Unternehmen in meiner Nische gezielt mit Bewerbungsmappe in der Hand angesprochen, in einer davon sogar schon den Ansprechpartner adressiert – die Vorarbeit im letzten Jahr hat sich da durchaus gelohnt!

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