Die schlechten Nachrichten türmen sich momentan: Autokonzerne dehnen die Zwangsferien aus oder stoppen die Produktion, Politiker und Ökonomen überschlagen sich mit apokalyptischen Prognosen. Klar, dass das an den Menschen nicht spurlos vorbeigeht: „Die Auswirkungen der Finanzkrise haben die Arbeitnehmer verunsichert“, sagt etwa Marco Bertoli, Geschäftsführer Zentraleuropa des Online-Karriereportals Monster. Das Unternehmen befragte Ende November knapp 1000 deutsche Angestellte. Ergebnis: Zwei Drittel befürchten wegen der Finanzkrise Auswirkungen auf ihren Arbeitsplatz, 43 Prozent sind sogar schon auf der Suche nach einem neuen Job.
Rollt 2009 auf Deutschland eine gigantische Kündigungswelle zu? Oder gibt es doch noch ein paar Schlupfwinkel? Mein Kollege Daniel Rettig wollte es genauer wissen. Daher startete er in den vergangenen zwei Wochen eine eigene Umfrage und schrieb über 230 wichtige Unternehmen des Dax, MDax, TecDax sowie SDax angeschrieben. Dazu Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Anwaltssozietäten und deutsche Tochterfirmen ausländischer Konzerne. Kernfrage: Wer stellt in Deutschland im nächsten Jahr überhaupt noch Mitarbeiter ein?
Die Ergebnisse stehen in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche. Insgesamt förderte die Umfrage über 23.000 neue Stellen zutage. Den Spitzenplatz in der Job-Liste belegt der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der im kommenden Jahr weltweit etwa 5000 neue Mitarbeiter einstellen will. Siemens hat rund 2600 offene Stellen. Vor allem Ingenieure bleiben weiterhin gefragt. Der Ingenieurdienstleister Brunel sucht 1000 Experten, Konkurrent Yacht Teccon immerhin 620. Von der Krise weitgehend unberührt scheinen die Mobilfunkkonzerne. So will Vodafone im kommenden Jahr etwa 400 Mitarbeiter einstellen, Konkurrent E-Plus rund 250 Mitarbeiter.
Aus den Rückmeldungen ergibt sich zudem ein Bild der aktuellen Lage der deutschen Unternehmenslandschaft. Während von den angeschriebenen Dax-Konzernen die Hälfte Neueinstellungen plant, ist es unter den MDax- und TecDax-Firmen nur ein Viertel, im SDax-Segment sogar nur noch knapp 16 Prozent.
Zugegeben, 23.000 Stellen sind nicht viel, verglichen mit der Höhe des potenziellen Stellenabbaus. Aber für die Betroffenen ist es vielleicht eine Chance und Anlass zu vorsichtigem Optimismus.







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