Die Jobbörse Absolventa hat es vorgemacht. Nach dem Motto “Unternehmen bewerben sich jetzt bei dir” werden Absolventen an potenzielle Arbeitgeber vermittelt. Der Clou ist, dass sich die Unternehmen bei den Absolventen bewerben müssen.
Dasselbe Prinzip hat sich nun Brett Rounsaville aus Santa Monica, Kalifornien, zunutze gemacht und regelrecht perfektioniert. Der studierte Designer, der zurzeit arbeitslos ist, dreht den Spieß einfach herum und hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem sich die Unternehmen bei ihm bis zum 23. April um seine Arbeitskraft bewerben müssen – oder wie er es nennt: den The Greatest Employee in the World.
Das klingt ziemlich verrückt und ist es auch, kommt aber an. Denn Brett ist kein Unbekannter in den USA.
Das Interview

Brett, deine Idee hat uns sehr beeindruckt. Wie reagieren deine Freunde und Leser darauf?
Bisher sind die Reaktionen sehr positiv. Gerade jetzt in der Wirtschaftskrise sind die Menschen vertraut mit dem frustrierenden Gefühl, arbeitslos zu sein. Zudem ist es für sie ermutigend sich mit jemanden wie mir zu identifizieren, der die Sache in die Hand nimmt, den Spieß umdreht und eben nicht zuhause darauf wartet zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Und obwohl ich die Seite erst vor ein paar Tagen online gestellt, habe ich schon einige sehr gute Kritiken von der amerikanischen und kanadischen Presse. CBSNews hat ebenfalls Interesse angekündigt.
Warum hast du diesen Wettbewerb überhaupt gestartet?
Arbeitslosigkeit kann ein großartiger Motivator sein. Ich habe in der Vergangenheit versucht, über die herkömmlichen Wege eine Arbeit zu finden, aber außer ein paar kurzweiligen Projekten und einer endlosen Jobsuche kam nichts weiter dabei heraus. Jetzt versuche ich es eben anders herum.
Und – hast du irgendwelche Präferenzen bezüglich des Siegers?
Sagen wir so, die besten Chancen haben vermutlich Unternehmen, die bereits eine gewisse Social-Media-Kultur pflegen. Auch Unternehmen, die interessante oder ungewöhnliche Jobangebote machen, werden gute Gewinnchancen haben. Ich selbst wünsche mir ein Unternehmen als Sieger, dass nicht nur Nutzen aus der gewonnen Aufmerksamkeit ziehen will, sondern mir einen Job anbieten wird in dem ich alle in mich gesetzten Erwartungen erfüllen kann. Interessant wäre aber auch ein Job, den ich noch nie gemacht habe, an einem Ort, an dem ich noch nie zuvor war.
Danke für deine schnelle Reaktion – und viel Erfolg!
Der Wettbewerb im Detail
Unternehmen, die sich bei Brett Rounsaville bewerben wollen, müssen nun folgende drei Bedingungen erfüllen:
- Sie müssen ein einminütiges Bewerbungs-Video drehen, Tenor: Warum sollte Ihr Unternehmen gewinnen?
- Sie müssen Brett sechs Monate beschäftigen und auch bezahlen (also keine Praktika).
- Wer gewinnt bestimmt nicht Brett, sondern seine Homepage-Besucher per Abstimmung.
Für die teilnehmenden Unternehmen könnte sich die Aktion ebenfalls lohnen – selbst wenn sie nicht gewinnen. Nicht nur, weil der Wettbewerb schon jetzt im Internet und weltweit mediale Aufmerksamkeit erregt, sondern auch, weil Brett die kostenlose Social-Media-Kampagne praktisch gleich mitliefert: So wird er hinterher vier Mal pro Woche über seinen neuen Job bloggen und ein Video-Tagebuch veröffentlichen, in dem er über seine Erfahrungen berichtet.
Wir sind gespannt, was passiert und halten Sie auf dem Laufenden…







Thomas
Zuerst war doch http://www.Yourcha.com mit dem Modell am Markt ( vor Absolventa), von denen hört man aber nur noch was in der Schweiz! Coole Story. Self Brand Management
Thorsten
@Thomas das ist definitiv keine Erfindung von Yourcha und auch keine von Absolventa gewesen, sondern so alt wie die Stellenbörsen. Die Stellengesuchedatenbank von jobpilot war die erste die in den 90ern es ermöglichte, dass sich Unternehmen beim Bewerber “bewarben”.
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Thomas Schulze
@Thorsten, ich meinte als eigenständiges Modell, und da stimmt es wohl. Auf alle Fälle wurde es von A und Y so beworben, bis man feststellte, dass es alleine nur mit dem Modell nicht geht!
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