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Wenn Sie als Bewerber nicht warten wollen, bis jemand mit Ihrem neuen Arbeitsvertrag an der Haustür klingelt - das kann teils lange dauern -, sollten Sie auch die Chancen des Ego-Marketings in sozialen Netzwerken nutzen. Für die Jobsuche eignen sich am besten professionelle Netzwerke wie Xing und Linkedin. Jedoch genügt es nicht, dass Sie sich dort nur anmelden. Vielmehr geht es darum, dass Sie potenzielle Arbeitgeber und Personalberater mit passenden Vakanzen auf sich aufmerksam machen und diese aktiv einladen, sich mit Ihnen zu beschäftigen und Sie zu kontaktieren. Am Beispiel von Xing zeigen wir Ihnen hier, wie Sie das am besten anstellen...

Jobsuche mit Xing: Potenzielle Arbeitgeber anlocken

Um Ihr Xing-Profil arbeitgeberfreundlich aufzubereiten und alle Möglichkeiten nutzen zu können, benötigen Sie die Premium-Mitgliedschaft - zumindest für die Zeit Ihrer Jobsuche. Die gibt es für unter zehn Euro pro Monat. Die Investition lohnt sich, denn unsere Klienten erhalten regelmäßig Jobangebote über Xing, sowohl von Firmen als auch von Personalberatern, nachdem wir ihr Profil für die Jobsuche aufbereitet haben. Und das fängt bei den Inhalten an.

Was gehört in Ihr Xing-Profil?

  • Profilbild:

    Ein Foto ist ein absolutes Muss. Niemand nimmt gern mit einem schwarzen Phantom Kontakt auf. Posten Sie keinen Schnappschuss, der Sie in Badehose oder im Freizeitdress zeigt. Saloppe Kleidung ist tabu, so lange Sie auf Jobsuche sind. Wählen Sie ein Bild, das Sie auch als Bewerbungsfoto verwenden könnten.

  • Details:

    Füllen Sie in den Profildetails unbedingt alle Kategorien aus, von Ich biete und Ich suche über Qualifikationen bis Interessen.

  • Berufserfahrung:

    Listen Sie nicht nur die einzelnen beruflichen Stationen auf, sondern geben Sie neben dem Firmennamen auch immer Ihre Position und Ihre Aufgaben an. Erwähnen Sie Projekte und Erfolge. Also nicht so:

    Xing-Profil-Berufserfahrung-zu-knapp

    Sondern so:

    Xing-Profil-Berufserfahrung-ausfuhrlich

  • Links:

    Auch ein Link zur Website des jeweiligen Arbeitgebers sollte nicht fehlen.

  • Portfolio:

    Nutzen Sie auf jeden Fall die Funktion des Portfolios für Ihre Selbstdarstellung. Zeigen Sie hier im Detail, was Sie einem Arbeitgeber zu bieten haben. Im Portfolio können Sie unterschiedlichste Dokumente hinterlegen, wie beispielsweise Fotos, Texte und PDF-Dateien.

    Xing-Profil-Portfolio

    Als Bewerber sollten Sie allerdings nur Informationen mit beruflichen Bezug posten.

  • Download:

    Dass Sie Ihren Lebenslauf als downloadfähiges PDF-Dokument im Portfolio hinterlegen, versteht sich dann von selbst.

  • Freischalten:

    Zeigen Sie auch Ihre Kontakte, Ihre weiteren Profile im Netz, Ihre Gruppenzugehörigkeiten, Events, an denen Sie teilnehmen, sowie Ihre Aktivitäten. Legen Sie in der Bewerbungsphase den Schwerpunkt auf berufliche Themen.

    XING-Profil-Viel-zeigen

  • Kontakte:

    Seien Sie wählerisch bei der Auswahl, sammeln Sie nicht zu viele Kontakte um jeden Preis. Die bloße Anzahl bringt Ihnen als Bewerber keine Pluspunkte, das macht nur die Qualität Ihrer Kontakte. Vernetzen Sie sich also mit Kollegen, mit Fachleuten und mit Mitarbeitern Ihrer Zielunternehmen.

  • Netzwerk:

    Gerade wenn Sie neu bei Xing sind, sollten Sie schnell für mindestens 20 Kontakte sorgen. Das Weitere ergibt sich dann schon von selbst. Wenn Sie gezielt nach Menschen suchen, die Sie bereits kennen, sind die ersten 20 Kontakte gar kein Problem. Für Jobs, bei denen es auf Kontaktfreude und gute Vernetzung ankommt, wie Hoteldirektor oder Social Media Manager, bringt ein Profil mit zwei Kontakten gar nichts.

    • Diese Aktivitäten bringen Sie in Kontakt zu Arbeitgebern

      Zunächst einmal werden viele Firmen, bei denen Sie sich auf normalem Wege bewerben, Ihr Xing-Profil überprüfen. Schon allein dafür lohnt es sich, das Profil nach allen Regeln der Kunst zu gestalten. Durch gezielte Aktivitäten erreichen Sie noch mehr:

      • Neuigkeiten:

        Schreiben Sie kurze Meldungen, die Sie als Spezialisten auf Ihrem Fachgebiet ausweisen - Hinweise auf interessante Presseartikel, Blogbeiträge, neue Studien und anderes mehr. Diese werden Ihrem Kontaktnetzwerk auf der Startseite angezeigt. Wenn sie gut sind, werden sie empfohlen und verbreiten sich weiter, auch über Ihre direkten Kontakte hinaus.

      • Gruppen:

        Treten Sie fachspezifischen Gruppen bei. Wenn Sie bei einem Automobilzulieferer arbeiten möchten, kommt die Gruppe "Automotive Suppliers" mit 14.800 Mitgliedern infrage. Für Hoteldirektoren eignet sich die Gruppe "Hotelier" mit 16.700 Mitgliedern. Regionale Gruppen sind ebenfalls sinnvoll.

      • Fachbeiträge:

        Schreiben Sie Artikel oder Beiträge in Ihren Gruppen. Fast jede Gruppe hat ein Forum, in dem Sie sich vorstellen können. Häufig können Sie auch Ihre Jobsuche bekannt geben und genau beschreiben, welche Art Job Sie suchen. Noch breitere Aufmerksamkeit gewinnen Sie allerdings durch Fachbeiträge zu Themen, die beruflich für Sie relevant sind und über die Sie viel wissen. Wenn Sie solche Beiträge regelmäßig posten, kommt in Ihrer Zielgruppe niemand mehr an Ihnen vorbei.

      • Jobbörse:

        Xing hat eine eigene Stellenbörse. Sie können dort eine Suche eintragen, allerdings gibt es nur wenige Suchkriterien. Deshalb werden bisher nicht immer die gewünschten Ergebnisse zutage gefördert. Versuchen Sie es trotzdem.

      • Kontaktaufnahme:

        Sprechen Sie fremde Xing-Mitglieder nur dann direkt an, wenn aus dem Kontakt ein beiderseitiger Nutzen erwächst. Wenn Sie über gemeinsame Interessen oder die Diskussion in einem Gruppenforum zu einem regen Austausch gekommen sind, dürfen Sie dann (vorher nicht!) auch mal nach einem Job fragen.

      Kleine Tricks, die oft übersehen werden

      • Karrierewünsche eingeben:

        Als erstes müssen Sie natürlich zeigen, dass Sie überhaupt auf Jobsuche sind. Seien Sie aber vorsichtig, wenn Sie sich aus einer Festanstellung heraus bewerben, denn Sie möchten ja nicht , dass Ihr Chef vorzeitig von Ihren Veränderungsabsichten erfährt. Die typische Phrase "Suche neue Herausforderungen" geht in dem Fall also nicht.

      • Häkchen setzen:

        Neulich fand ich im Profil eines Xing-Mitglieds, das seit einigen Monaten arbeitslos ist, den Bereich Nicht aktiv auf Jobsuche, an Karrierechancen interessiert anghakt. Wie soll ein Arbeitgeber das interpretieren? Ich habe eigentlich keine Lust zu arbeiten, aber wenn einer mit einem Super-Vertragsangebot kommt, dann kann ich ja noch mal drüber nachdenken? Wer einen engagierten Mitarbeiter sucht, wird sich mit diesem Profil bestimmt nicht weiter beschäftigen. Wenn Sie arbeitslos sind, sollten Sie mindestens zeigen, dass Sie alle Hebel in Bewegung setzen, um wieder in Arbeit zu kommen - also entsprechende Häkchen konsequent setzen: "auf Jobsuche".

        XING-Profil-auf-Jobsuche

      • Jobwünsche formulieren:

        Zurzeit können Premium-Mitglieder ihre Karrierewünsche noch weiter präzisieren, die Funktion ist allerdings noch in der Erprobungsphase: Sie haben aktuell die Möglichkeit, Ihre bevorzugten Arbeitsorte, Ihre Gehaltsvorstellung, das gewünschte Tätigkeitsfeld und die Branche anzugeben. Machen Sie das!

      • Qualifikationen spezifizieren:

        Listen Sie in Ihrem Profil unter Ich biete diejenigen beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen auf, die Sie besonders für die angestrebte Position qualifizieren.

      • Stellensuche präzisieren:

        Unter Ich suche können Sie angeben, welche Art von Stelle Sie suchen. Sie haben auch Platz, dies zu umschreiben, falls Ihr gewünschtes Aufgabengebiet nicht den gängigen Positionsbezeichnungen entspricht. Also zum Beispiel: ... eine vielseitige kaufmännische Tätigkeit. Oder: ...eine interessante Aufgabe im Marketing, Vertrieb oder Personalwesen. Insbesondere, wenn Sie als Berufsanfänger noch offen sind, empfehlen sich solche offenen Formulierungen.

      Wie können Sie sich vor Datenmissbrauch schützen?

      Von Klienten höre ich gelegentlich: Ich möchte mich in keinem Netzwerk anmelden, ich habe Angst vor Datenmissbrauch. Sicherlich, Datenmissbrauch gibt es, aber wollen Sie deshalb auf die vielen Vorteile des Online-Netzwerkens verzichten? Wenn Sie ein paar einfache Regeln beachten, sind Sie schon gut geschützt:

      • Berufserfahrung zeigen:

        Ihre Inhalte bezüglich Berufserfahrung, Portfolio, Kontakten und so weiter sollten für alle Xing-Mitglieder sichtbar sein.

      • Privates verbergen:

        Ihre Kontaktdaten, wie Wohnort, Telefonnummer, E-Mail, und persönliche Daten wie Ihr Geburtsdatum halten Sie besser unter Verschluss und geben sie nur für Personen frei, denen Sie vertrauen.

      • Spam filtern:

        Wenn jemand Sie mit Spam-Nachrichten nervt, sollten Sie dies erstens melden (dafür gibt es einen eigenen Button) und zweitens diese Person aus Ihrem Netzwerk löschen, sodass Sie sie nicht mehr kontaktieren kann.

      • Nachrichten erlauben:

        Nicht sinnvoll ist es hingegen, wenn Sie der gesamten Xing-Gemeinde untersagen, Ihnen persönliche Nachrichten zu schicken. Dann können potenzielle Jobangebote Sie ja gar nicht erreichen.

      Xing und andere soziale Netzwerke vervielfachen Ihre Möglichkeiten, mit interessanten Arbeitgebern und Personalberatern in Kontakt zu kommen. Besonders Bewerber, die mit ihrem Profil nicht in gängige Schablonen passen, sind auf ein solches Multichannel-Marketing angewiesen. Verpassen Sie also nicht die Chancen des Social-Media-Marketing!

      [Bildnachweis: kpatyhka by Shutterstock.com]