Stellensuche2013GuteVorsätzeIn Gesprächen mit Bewerbern, Absolventen und Jobsuchenden kommt es immer wieder zur Sprache: das Gefühl der Hilflosigkeit. Viele Bewerber haben den Eindruck, dass sie wenig bis keinen Einfluss auf den Bewerbungsprozess haben und dem Urteil anderer weitgehend ausgeliefert sind. Wird diese Einstellung erst einmal zur Gewohnheit und zur subjektiven Realität, sind Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen nicht mehr fern. Diese Sichtweise beruht jedoch auf einem ganz grundlegenden Missverständnis. Denn es ist schlicht falsch, dass Bewerber keine Entscheidungs- und Einflussmöglichkeiten im Bewerbungsprozess haben. Ohne die richtige Einstellung geht hier jedoch nichts.

Nein, ich will Ihnen jetzt nicht erzählen, dass Sie sich vor den Spiegel stellen und laut: “Tschakka, ich schaff das!” schreien sollen. Das ist Humbug und bringt Sie nicht weiter. Doch es ist mindestens genau so falsch, sich als Opfer der Umstände und der Entscheidungen anderer zu sehen.

Das ist zugleich eine gut und eine schlechte Nachricht. Die gute: Sie können etwas daran ändern und Ihre Chancen mit der richtigen Einstellung deutlich verbessern. Die schlechte: Es gibt keine Ausreden mehr und Sie müssen definitiv Verantwortung für Ihre Handlungen und Entscheidungen übernehmen.

Sie haben dem Unternehmen etwas zu bieten

SelbsttestPsychotestBerufstestDenken Sie bitte immer daran: Sie treten in der Bewerbung nicht als Bittsteller auf. Kein Unternehmen wird Sie aus Mitleid, Herzensgüte oder wegen Ihres charmanten Lächelns einstellen. Nein, bei der Einstellung spielen Ihre Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit eine Rolle. Stehen Sie deshalb über dem Personaler? Ganz sicher nicht, aber eben auch nicht unter ihm. Sie sind Verhandlungspartner auf Augenhöhe.

Moment mal, hat das Unternehmen nicht eine deutlich größere Auswahl an Bewerbern als Sie an Stellenangeboten? Doch, in der Regel schon. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich in der schlechteren Lage befinden. Wechseln wir kurz die Perspektive: Als Bewerber müssen Sie ein gescheitertes Vorstellungsgespräch zwar erst mal verdauen, doch dann machen Sie sich an die nächste Bewerbung und stellen sich bei einem anderen Unternehmen vor. Der Personaler hat allerdings ein handfestes Problem, wenn er die vakante Stelle nicht mit einer qualifizierten Person besetzten kann.

Das bedeutet natürlich nicht, dass der Personaler auf Sie angewiesen ist. Es verdeutlicht jedoch, dass auch ein Personaler ein gescheitertes Vorstellungsgespräch nicht einfach so abhaken kann. Noch ein wichtiger Aspekt: Ein Unternehmen sucht meist nur dann neue Mitarbeiter, wenn ein Bedarf vorhanden ist – Ausnahmen bestätigen die Regel. Die vorhandene Lücke dauerhaft nicht zu schließen, kann sich ein Unternehmen oft nicht leisten.

Sie sehen: Nicht nur auf Bewerber-, auch auf Unternehmensseite besteht ein Interesse daran, den Bewerbungsprozess erfolgreich zu gestalten. Für Sie bedeutet das: Gehen Sie selbstbewusst und als Verhandlungspartner an die Bewerbung heran. Sie haben den Unternehmen einiges zu bieten, dass dürfen und sollen Sie ruhig auch zeigen und deutlich machen. Wenn Sie in der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch zeigen können, dass Sie für das Unternehmen ein echter Gewinn wären, steigen Ihre Chancen auf den Job enorm. Ein Grundsatz gilt immer: Sie entscheiden, welchen Job Sie annehmen und aussuchen.