Jobsuche online: Eine Welt ohne Social Media kennen die meisten Menschen hierzulande wohl nicht mehr, sie schätzen und lieben die sozialen Netzwerke. Kein Wunder: Durch sie verbinden sich Menschen aus aller Welt innerhalb von Sekunden, sie kommunizieren und lernen Gleichgesinnte kennen – vor 20 Jahren hätten sie nie eine Chance dazu gehabt. Auch im Berufsleben haben Soziale Medien an Bedeutung gewonnen – Kanäle wie Linkedin und Xing wurden speziell dafür entwickelt, das eigene Berufsnetzwerk zu erweitern, Geschäftsleute zusammenzubringen und Menschen bei der Jobsuche online zu unterstützen. Was bei Erstellung eines aussagekräftigen Profils bei Linkedin oder Xing wichtig ist, verraten wir hier...

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Jobsuche: Mehr als jeder Zweite sucht online

Jobsuche findet heute online statt. Das klingt im Jahr 2017 wie eine Selbstverständlichkeit, war vor kurzer Zeit aber noch alles andere als alltäglich. Umso erstaunlicher, wie schnell die Entwicklung voranschreitet.

Auch die Meinungsforscher vom renommierten Washingtoner Pew Research Center haben in einer Umfrage unter 2.001 Amerikanern über 18 Jahren Belege dafür gesammelt, dass die Jobsuche online schon gelebte Normalität ist - aber den Jobsuchern bisweilen noch arge Probleme bereitet.

Von allen erwachsenen US-Amerikanern haben demnach 54 Prozent schon im Internet nach Jobinformationen gesucht - darunter sind aber auch Rentner oder junge Erwachsene ohne Jobambitionen. Von denjenigen, die aktiv auf Jobsuche waren, gingen dagegen 90 Prozent auf Online-Recherche, also fast alle. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren haben erst 26 Prozent aller Amerikaner im World Wide Web nach beruflichen Infos gestöbert.

Eine Online-Bewerbung haben mittlerweile 45 Prozent aller Amerikaner schon einmal verschickt, von den Jobsuchenden sogar 84 Prozent. Die Prognose, dass die Papierbewerbung in wenigen Jahren komplett ausgestorben sein wird, erscheint unter diesen Vorzeichen nicht allzu gewagt.

Jobsuche online: Die Trends

  • Jugend

    Je jünger die Menschen, desto online-affiner. Von den 18- bis 29-Jährigen suchten 83 Prozent bereits im Netz nach Jobmöglichkeiten, von den 30- bis 49-Jährigen 68 Prozent und von den 50- bis 64-Jährigen 43 Prozent. Bei den über 65-Jährigen beträgt die Quote nur zehn Prozent, wenngleich in dieser Altersgruppe sehr viele eben nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt aktiv sind.

  • Stadt

    Je höher der Bildungsabschluss, desto eher geht ein Bewerber im Internet auf die Suche. Auch steigt der Netz-Gebrauch mit der Einkommenserwartung. Und: In der Stadt suchen die die Leute häufiger im Internet nach Jobs als auf dem Land.

  • Kontakte

    Trotz des wachsenden Fundus an Informationen im Netz ist Vitamin B noch immer die wichtigste Ressource. Zusammengenommen 80 Prozent der Amerikaner greifen bei der Jobsuche auf persönliche Kontakte zurück - dazu zählen Freunde und Familie, (Ex-)Kollegen, Berufsbekanntschaften oder Freunde von Freunden.

  • Ressourcen

    Für 45 Prozent waren ihre persönlichen Kontakte auch das wichtigste Hilfsmittel für die Jobsuche. Damit liegt die Netzwerkaktivierung aber nur noch relativ knapp vor dem Internet, dessen Services 34 Prozent als wichtigste Ressource ansahen.

Jobsuche online: Diese Ressourcen werden angezapft

Von den Amerikanern, die in den letzten zwei Jahren einen Job gesucht haben, nutzten...

  • 79 Prozent Online-Ressourcen und -Informationen
  • 66 Prozent Kontakte mit Freunden und Familienmitgliedern
  • 63 Prozent berufliche Kontakte
  • 55 Prozent Kontakte mit Bekannten und Freunden von Freunden
  • 32 Prozent Arbeitsvermittlungen (staatlich oder privat)
  • 32 Prozent Stellenanzeigen in Printmedien
  • 28 Prozent Jobmessen, Konferenzen und andere Veranstaltungen

Die Ergebnisse decken sich weitgehend mit dem Verhalten der Menschen in Deutschland. So kam die Uni Bamberg 2014 zu dem Ergebnis, dass 65 Prozent über eine Internet-Stellenbörse auf Jobsuche gehen.

37 Prozent machen sich auf Unternehmens-Webseiten schlau, 34 Prozent in Karrierenetzwerken wie Xing und Linkedin.

24 Prozent vertrauen auf die Empfehlung von Bekannten, (nur) 23 Prozent der Arbeitsagentur, 22 Prozent Printmedien beziehungsweise Anzeigen und 18 Prozent Headhuntern.

Mit der Suche allein ist es aber nicht getan. Die Ressourcen wollen ja nicht nur aufgespürt, sondern auch aktiv genutzt und verwertet werden. Und das ist im Internet-Wunderland durchaus noch mit dem einen oder anderen Problem verbunden. Diese Aufgaben bereiten Arbeitsuchenden bei der Jobsuche online die größten Probleme...

Jobsuche online: Die größten Schwierigkeiten für User

  • 21 Prozent sagen, dass sie es für "nicht einfach" halten, eigene Fähigkeiten aktiv in Social Media hervorzuheben.
  • 17 Prozent haben Probleme, einen professionellen Lebenslauf zu erstellen.
  • 12 Prozent halten es für schwierig, geeignete Jobs in ihrer Region im Netz zu finden.
  • 12 Prozent haben Schwierigkeiten, ein Online-Bewerbungsformular auszufüllen.
  • 11 Prozent halten es für nicht leicht, potenzielle Arbeitgeber per E-Mail zu kontaktieren.

Zwar klagt also nur eine Minderheit über Probleme bei der Internet-Recherche. Unternehmen aber sollten beim Blick auf die häufigsten Probleme bedenken: Je niedriger die Schwelle, desto einfacher der Kontakt für Bewerber.

Wer für seine Lehrstellen kaum Bewerbungen zählt, könnte also zum Beispiel darüber nachdenken, Kontaktdaten nicht auf Nebenseiten zu verstecken und den gesamten Bewerbungsprozess (z.B. durch Bewerbungsformulare) nicht unnötig zu verkomplizieren.

So funktioniert Jobsuche online mit Linkedin und Xing

Beide Social-Media-Kanäle sind - wie unsere Jobbörse - ideale Plattformen für die Jobsuche online.

Mittlerweile werden sie vom Großteil der Unternehmen genutzt, nicht nur um Geschäftskontakte zu knüpfen und das Ansehen der eigenen Marke zu steigern, sondern auch um neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Welches Netzwerk sollten Sie also wählen, um erfolgreich bei der Online-Stellensuche zu sein?

Linkedin und Co. im Vergleich:

  • Linkedin: Das wichtigste internationale Berufsnetzwerk

    Dieses Netzwerk kommt aus den USA und ist die größte internationale Plattform für die Geschäftswelt. Laut eigenen Angaben liegt die Mitgliederzahl bei aktuell rund sechs Millionen Profilen aus Deutschland und rund 400 Millionen Profilen weltweit. Ganze 29 von 30 DAX-Unternehmen nutzen es. Laut Alexa gehört Linkedin zu den 20 weltweit meistbesuchten Internetseiten. Großer Vorteil bei Linkedin ist, dass die Profile in mehreren Sprachen erstellt, die eigene Webseiten mit dem Profil verlinkt und Kontakt zu internationalen Unternehmen geknüpft werden können.

  • Xing: Netzwerk für Deutschland

    Das Netzwerk Xing hat seinen Sitz in Hamburg und ist das Berufsnetzwerk mit der größten Reichweite in Deutschland. Dort sind vor allem Vertreter der sogenannten KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) zu finden. Mit zwölf Millionen Mitgliedern bietet dieses Social-Media-Netzwerk eine gute Gelegenheit, zur Vernetzung und Recherche nach Experten oder Mitarbeitern.

Linkedin und Xing haben beide ihre Vorteile. Bevor Sie sich aber für eines der Berufsnetzwerke entscheiden (oder für beide), sollten Sie sich über das eigene Ziel klarwerden: Will ich in ein kleines oder mittelständisches deutsches Unternehmen einsteigen oder strebe ich ein Job im internationalen Umfeld an?

Melde ich mich bei beiden Netzwerken an oder probiere ich es erst mit einem aus? Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben, können Sie loslegen.

Jobsuche online: Vollständiges Profil anlegen

Nichts ist für einen Recruiter oder einen Personaler frustrierender, als ein Bewerber, der über Linkedin nach einem Job fragt oder sich gar mit diesem Profil bewirbt, ohne seine Angaben vollständig und sorgsam ausgefüllt zu haben.

Damit legen sich Bewerber nur Steine in den Weg – und verringern ihre Chancen. Um dies zu verhindern, sollten Sie folgende Tipps für Ihr Profil beachten:

    Profilbild

  • Das Profilbild ist bei Linkedin und Co. gleichzeitig das Bewerbungsfoto. Achten Sie dabei unbedingt auf Qualität, Professionalität, den passenden Hintergrund und Sympathie. Kaum ein Arbeitgeber entscheidet sich für einen Bewerber, der ein Urlaubs-Selfie als Profilfoto hat.
  • Achten sie auf Details - Haare, Schminke, Kleidung, Gesichtsausdruck. Wenn Sie noch kein digitales Foto haben, sollten Sie unbedingt eins machen lassen. Achten Sie dabei auf gute Qualität und farbliche Kontraste. Ein ideales Profilfoto ist ausgeglichen, ohne Störfaktoren, am besten mit einem ruhigen Hintergrund. Bedenken Sie, es ist das erste, was der Besucher Ihres Profils sehen wird.
  • Name und Kontaktdaten

  • Achten Sie dabei auf Aktualität. Besteht das Profil schon seit einigen Jahren und wird nur sporadisch gepflegt, sollte der Bewerber sich viel Zeit nehmen, es zu überarbeiten. Haben Sie vielleicht vor Kurzem geheiratet und einen anderen Namen angenommen? Ist die Festnetznummer, die Handynummer, die Adresse und die E-Mail noch aktuell?
  • Gehen Sie Schritt für Schritt durch, ob Ihre Angaben vollständig sind. Fehlende Informationen können schnell Zweifel an der Sorgfalt, Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit des Profils aufkommen lassen.
  • Profil-Informationen

  • Sowohl bei Linkedin als auch bei Xing wird der Besucher auf die Profil-Seite des Account-Inhabers geleitet. Das Erste, was er dort sieht, ist eine kurze Profilbeschreibung, die neben dem Foto erscheint. Sie gleicht einer Visitenkarte und sollte entsprechend seriös und vollständig sein. Bei Linkedin sind dort zwei wichtigsten Fähigkeiten, der aktuelle und letzte Arbeitsplatz und die frühere Ausbildungsstätte zu sehen.
  • Auch ein Profil-Slogan sollte nicht fehlen – ein aussagekräftiger und prägnanter Text, der die Stärken und Schwächen des Bewerbers zur Geltung bringt. So bekommt der Besucher innerhalb von Sekunden die Informationen, die für ihn als Arbeitgeber wichtig sind.
  • Ausbildung und beruflicher Werdegang

  • Hier sind ebenfalls Aktualität und Vollständigkeit das wichtigste Kriterium. Der große Vorteil bei Linkedin und Co. ist, dass diese Angaben nicht wie beim tabellarischen Lebenslauf kurz aufgezählt werden, sondern in Berufserfahrung, Zertifikate, Ausbildung und Kenntnisse gegliedert sind und ausführlich beschrieben werden können.
  • Beim Anlegen dieser einzelnen Punkte sollten Bewerber neben allen wichtigen Informationen – Name, Zeitraum, Fach, Note und Abschluss – auch Aktivitäten und Beschreibungen hinzufügen. Damit steigt der Wert der Ausbildung und der Besucher bekommt aussagekräftigere Informationen über die Fähigkeiten und damit die Kenntnisse des Kandidaten.
  • Keywords

  • Berufsnetzwerke wie Linkedin und Xing haben einen neuen Weg des Recruitings geschaffen: Personaler und Headhunter geben in das Suchfeld Keywords ein, die für die Stelle entscheidend sind. So sortieren Sie mögliche Kandidaten nach Fähigkeiten und Kenntnissen und treffen eine Wahl. Es wäre fatal für Bewerber, die den Anforderungen entsprechen, wenn sie diese Keywords in ihrem Profil nicht angeben.
  • Zudem sollten Sie sich genau überlegen, welche Fähigkeiten Sie auszeichnen, und diese bei der Beschreibung des Werdegangs einfügen. Ein paar Beispiele: Für einen Filialleiter ist es wichtig, dass sie Erfahrungen in Personalführung haben; ein Online-Redakteur sollte sich mit Wordpress, CCS-Systemen und/oder mit HTML-Programmierung auskennen.
  • Zertifikate, Sprachen, Ehrenamt, Projekte

  • Dies sind Angaben, die auch bei einer Bewerbungsmappe nicht fehlen dürfen. Linkedin und Co. laden die User dazu ein, ihre Zertifikate als Bilddatei hochzuladen und damit die Erfahrung zu bestätigen. Nutzen Sie diesen Service, viele mögliche Arbeitgeber wollen Kenntnisse des Bewerbers durch Scheine bestätigt wissen - nicht umsonst spricht man von Deutschland als dem Land der Zertifikate.
  • Auch Projekte und ehrenamtliche Tätigkeiten sind für viele Unternehmen von großem Interesse: Für einen Job im internationalen Unternehmen sind entsprechende Fremdsprachen ein Muss; stehen Projekte an und wird dafür ein Mitarbeiter gesucht, sind Projektkenntnisse ausschlaggebend. Und auch das soziale Engagement kann Sie von der Masse positiv abheben.
  • Über-mich Seite

  • Angenommen der Personaler hat sich das Profil angesehen und möchte etwas über die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren, dann bietet Linkedin beispielsweise hierfür die sogenannte Über-mich Seite an. Sie ist mit der dritten Seite der Bewerbung vergleichbar.
  • Eine solche Über-Mich-Seite zu erstellen, wird aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Dafür muss der Bewerber seinen Blickwinkel ändern und aus der Ich-Perspektive den Leser direkt ansprechen. Es ist eine Chance, den Besucher von sich als Person und nicht als Arbeitnehmer zu überzeugen. Entsprechende Keywords sollten auch hier nicht fehlen – sie erhöhen die Chance, dass Sie unter vielen möglichen Arbeitnehmern gefunden werden, enorm.

Extra-Tipp: PDF-Bewerbung mit Linkedin verknüpfen

Jobsuche online Jobbörsen Stellenanzeigen offene Stellenangebote ArbeitsamtSie können dem Personaler und Recruiter die Suche nach Ihrem Profil erleichtern, indem Sie Ihre Bewerbung im PDF-Format mit dem Profil bei dem jeweiligen Berufsnetzwerk verknüpfen.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie fügen einen Link in das Anschreiben, in den Lebenslauf oder in die dritte Seite, was den Lesefluss stört und durch die farbliche Hervorhebung einfach nicht schön aussieht. Oder Sie binden das Logo des Netzwerks in das Deckblatt in Word ein. Dies fällt auf - aber auf eine elegante Weise und zeugt von Kreativität.

  • Suchen Sie sich dazu ein Logo aus und kopieren Sie es.
  • Fügen Sie es in das Deckblatt ein - entweder oben oder unten in der Ecke, so dass es sichtbar ist, aber das Design nicht zerstört.
  • Nun müssen Sie nur noch das Logo mit dem Profil verbinden. Sie klicken auf das Logo und dann oben in der Sidebar auf Link einfügen. Kopieren Sie die Adressen Ihres passenden Profils in das Fenster hinein.
  • Wichtig: Wenn Sie nun das Word-Dokument als PDF drucken, wird der Link verfälscht. Sie sollten das Dokument als PDF speichern, so bleibt das Format erhalten.

Jobsuche online mit Smartphone: Wofür es gebraucht wird

Die Bedeutung des Smartphones wächst erwartungsgemäß. 28 Prozent aller Amerikaner, rund 90 Millionen Menschen, haben bereits ein schlaues Handy für die Jobsuche online benutzt. Besonders groß ist der Anteil wiederum in der jüngeren Generation: Von den 18- bis 29-Jährigen haben schon 53 Prozent mit ihren Handys nach Jobs gesucht.

  • 94 Prozent der Amerikaner auf Jobsuche durchforsten Online-Stellenanzeigen mit ihrem Smartphone.
  • 87 Prozent rufen mögliche Arbeitgeber mit ihrem Smartphone an.
  • 74 Prozent schreiben E-Mails an potenzielle Arbeitgeber via Smartphone.
  • 50 Prozent füllen Online-Bewerbungsformulare am Smartphone aus.
  • 23 Prozent erstellen mit ihrem Smartphone einen Lebenslauf oder ein Motivationsschreiben.

Eine interessante Beobachtung dabei: Amerikaner mit hohem Bildungsgrad erledigen vor allem einfache Aufgaben mit ihren Taschencomputern: E-Mails, Anrufe, Recherchen. Solche mit niedrigem Bildungsgrad nutzen ihr Smartphone grundsätzlich viel häufiger, und zwar auch für kompliziertere Arbeitsschritte (Lebenslauf schreiben, Formular ausfüllen), die tatsächlich wohl eher zuhause am PC oder Laptop erledigt werden sollten.

Smartphone: Die größten Probleme bei der Jobsuche

Dass das Smartphone auch Probleme mit sich bringt, liegt also auf der Hand. Das sind die häufigsten:

  • Erreichbarkeit von Inhalten, die auf dem Smartphone nicht korrekt angezeigt werden: 47 Prozent.
  • Lesbarkeit von Content, der nicht fürs Handy optimiert ist: 47 Prozent.
  • Eingabe von längeren Texten: 38 Prozent.
  • Beifügen von Anhängen und Dokumenten: 37 Prozent.
  • Speichern oder bookmarken von Jobs für später: 23 Prozent.

Jobsuche online: Die 6 wichtigsten Tipps

Wer suchet, der findet - doch ist die Suche im Netz schon aufgrund der Fülle an Inhalten unübersichtlich, kompliziert, langwierig. Die wichtigsten Tipps für die Online-Jobsuche ...

  1. Mehrgleisig fahren

    Jeder zehnte User in Deutschland sucht laut Umfrage der Recruiting-Spezialisten von Crosswater nur in einer einzigen Online-Jobbörse nach freien Stellen. Rund 18 Prozent sehen sich in zwei Jobbörsen um.

    Dabei verhält es sich - ansatzweise - wie im Fußball: Wer sich über den linken Flügel keine Torchancen erspielt, sollte es irgendwann auch mal über rechts versuchen. Beschränken Sie sich als nicht auf eine Anlaufstelle im Netz, sondern gehen Sie verschiedene Wege. Neben den großen Jobbörsen wie Monster, Stepstone und jobs.de gibt es zum Beispiel auch Spezialbörsen für Führungskräfte, für Gaststätten- und Hotelpersonal, für IT- oder gar Rentnerjobs.

    Und - ein Hinweis in eigener Sache - auch unser Jobportal Karrieresprung.de sollten Sie regelmäßig ansteuern.


  2. Blickwinkel ändern

    Suchen Sie nicht immer nur nach Jobs. Suchen Sie nach Arbeitgebern. Das klingt deckungsgleich, ist es aber nicht. Vielleicht braucht Ihr Traum-Arbeitgeber gerade keine Verstärkung, oder er sucht nicht öffentlich.

    Anders herum ist nicht jede Stellenanzeige eine Bewerbung wert. Zum Beispiel die, die ganz offensichtlich nicht zu Ihnen passt oder mit der Sie sich schlichtweg nicht identifizieren können. Gehen Sie also systematisch vor und ballern Sie nicht einfach mit der Schrotflinte drauflos.

    Zum Beispiel so: Sie erstellen eine Liste mit interessanten Unternehmen in Ihrer Region, recherchieren Stärken und Schwächen, Unternehmenskultur und -philosophie, Mitarbeiterzufriedenheit und wirtschaftlichen Erfolg. Dabei helfen Ihnen die gängigen Recherchetools im Netz: Firmenhomepages, Arbeitgeberbewertungsseiten wie Kununu und Glassdoor, auch die einfache Suche in den Google News, die Standortbestimmung in Google Maps oder für Fortgeschrittene: ein Blick in den Bundesanzeiger.

    In diesem Zusammenhang auch eine Option: Durchforsten Sie online die Firmenlisten von Branchenverbänden, Wirtschaftsregionen, Städten. Laut einer Umfrage von Gelbe Seiten verfügen aktuell noch immer 20 Prozent der Unternehmen über keine eigene Homepage. Vor allem die Kleinunternehmen mit weniger als zehn Prozent sind im Netz schwer auffindbar, von ihnen hat sogar nur die Hälfte eine Homepage.

    Bei den für Sie attraktivsten Unternehmen bewerben Sie sich dann initiativ, fangen mit der Nummer eins an und arbeiten sich dann sozusagen weiter nach unten durch.


  3. Finden lassen

    Wenn Sie geduldiges Abwarten im Vorstellungsgespräch zu Ihren Stärken zählen, fliegen Sie hochkant raus. Bei der Jobsuche online aber kann das wirklich funktionieren. Falls Sie sich clever vorbereiten, fliegen Ihnen am Ende die Jobofferten zu wie einem Weltstar im Ruhestand die Tantiemen.

    Online-Faustregel Nummer eins für Passiv-Sucher: Sie müssen zunächst Sichtbarkeit herstellen. Eine eigene Homepage (mit Referenzen) kann Wahrnehmung und Reputation steigern, dazu Profile in Business-Netzwerken wie Xing und Linkedin, im Einzelfall vielleicht auch Twitter-, Instagram- oder Snapchat-Accounts.

    Erster Schritt, um Ihr Standing zu verbessern: Googeln Sie Ihren Namen! Wirft die Suchmaschine Triviales, Peinliches oder rein gar nichts über Sie aus - oder ausschließlich Seiten über Ihren Namensvetter - dann sollten Sie umgehend aktiv werden. Steht dagegen Ihr Xing-Profil oben, ist das ein guter Anfang - und lockt mögliche Interessenten auf Ihre Fährte.

    Merke: Personaler lieben Business-Netzwerke. Bringen Sie daher auch Keywords, Skills, Berufsbezeichnungen, nach denen häufig gesucht wird, in Ihren Profilen unter - und unbedingt Referenzen über die Großtaten, die Sie bislang vollbracht haben. Keine falsche Bescheidenheit!

    Und justieren Sie regelmäßig nach, einmal im Monat dürfen Sie Ihre Profile und Homepage durchaus aktualisieren. Das Gute: Sobald das Grundgerüst steht, hält sich der Arbeitsaufwand dafür in Grenzen.

    Noch zwei Einwände: Passive Jobsuche ist vor allem als Ergänzung zur aktiven sinnvoll. Insbesondere wer furchtbar dringend einen neuen Job will und braucht, kann nicht allein darauf vertrauen, irgendwann gefunden zu werden. Wer sich abwerben lassen will, hingegen schon...


  4. Hilfe holen

    Weisheit 1: Man kann nicht alles alleine machen. Weisheit 2: Es gibt immer einen, der besser ist als man selbst. Weisheit 3: Der Tag hat nur 24 Stunden. Wunderbar!

    Wenn Sie also vier Kinder, drei Hunde und daher wenig Zeit haben oder einfach mit der deutschen Grammatik auf dreißigjährigem Kriegsfuß stehen, dann holen Sie sich halt einfach Hilfe. Einen Marketingmenschen, der Ihre private Homepage aufsetzt. Einen Xing-Profi, der Ihnen Nachhilfe im Networking gibt. Vielleicht sogar einen Ghostwriter, der Ihre Bewerbungen schreibt.

    Das nötige Kleingeld natürlich vorausgesetzt. Das Netz ist voller Möglichkeiten. Warum nicht nutzen, um den Job Ihres Lebens zu finden? Die Steuerberatung lagern sie ja schließlich auch aus.


  5. Gesprächsstoff liefern

    Sie wollen ja - um an dieser Stelle mal ins Marketingdeutsch zu verfallen - Leads generieren. Leads, also Erstkonktakte, die Sie möglichst bis hin zum Vertragsabschluss ausbauen.

    Kann konkret bedeuten: Kontaktieren Sie den Personalchef Ihres Wunscharbeitgebers doch einfach über Linkedin und fragen Sie höflich an. Oder twittern Sie ihn oder sie mal an. Der große Vorteil: Sie erhöhen Ihren Wiedererkennungswert, heben sich von anderen Bewerbern ab, bringen sich ins Gespräch, beweisen darüber hinaus Online-Expertise.

    Anderes Beispiel in dem Zusammenhang: Der Personaler hat die Unterlagen von vier Bewerbern mit identischen Qualifikationen und Fähigkeiten auf dem Schreibtisch: Meyer, Schultz, Müller und Hohenback-Papaschowski. An welchen erinnert er sich zuerst?

    Auch an Ihren Namen erinnert er oder sie sich sofort, wenn Sie sich nicht nach Schema F beworben haben. Darum bei der Jobsuche online gerne auch mal unkonventionelle Wege gehen, andere Kanäle nutzen, mailen, posten, whatsappen, nachfassen. Aber bitte professionell bleiben: Keine Rechtschreibfehler, nicht duzen, keine allzu billige Anbiederung.

    Und auch, wenn der Fisch hinterher nicht am Haken zappelt, haben Sie wenigstens Ihr Netzwerk erweitert. Das kann Ihnen in Zukunft noch helfen.


  6. Smartphone weglegen

    Im Bus, an der Supermarkt-Kasse oder abends im Kino - mit dem Smartphone lässt sich immer und überall nach freien Stellen Ausschau halten. Toll!

    Trotzdem sollten Sie wenigstens Ihre Bewerbung noch am Desktop-PC oder Laptop ausarbeiten. Warum? Laut Pew-Umfrage erstellen schon 23 Prozent der Amerikaner Lebenslauf oder Motivationsschreiben am Schlautelefon, 50 Prozent füllen Online-Bewerbungsformulare aus. Aber vor allem Bewerber mit geringem Bildungsstand und Qualifikationen erledigen anspruchsvolle Aufgaben am Smartphone. Ein Fehler!

    Kleineres Display, kleinere Tasten, Tipperei zwischen Tür und Angel. Das Smartphone ist ein Fehlerteufel. Also noch mal: Mobil nach Jobs suchen? Natürlich. Bewerbungen vom Smartphone schicken? Hell no!

[Bildnachweis: Stasique by Shutterstock.com]