Jobverlust: Tipps für den Neustart
Bei einem Jobverlust bricht für viele Arbeitnehmer im ersten Moment eine Welt zusammen. Ein volles Einkommen fällt weg, Frust und Unsicherheit machen sich breit und zu den Selbstzweifeln mischt sich eine steigende Existenzangst. Doch nach dem ersten Schock ist es entscheidend, den Blick wieder nach vorne zu richten und weiterzumachen. Für einen gelungenen Neustart braucht es allerdings auch den richtigen Umgang mit der verlorenen Stelle. Wie Sie sich bereits frühzeitig auf einen möglichen Jobverlust vorbereiten und Tipps, wie Sie aus der schwierigen Situation einen gelungenen Neustart machen...

Jobverlust: Eine Frage der Einstellung?

Die aktuelle Stelle zu verlieren ist für viele Arbeitnehmer ein Schock, besonders dann, wenn die Kündigung unerwartet kommt. Dabei ist es egal, ob man selbst Schuld am Jobverlust hat oder der Arbeitgeber möglicherweise Insolvenz anmelden musste. Die Situation ist im ersten Moment für jeden Betroffenen die gleiche: Man sieht die eigene Karriere in Scherben liegen und weiß nicht, wie es weitergehen soll.

Zum langfristigen Erfolg gehört es allerdings auch, mit schwierigen Situationen umgehen zu können - im schlimmsten Fall sogar mit dem eigenen Jobverlust. Doch wer unvorbereitet seine Anstellung verliert, fällt im ersten Moment in ein tiefes Loch. Um dies zu verhindern und die eigene Angst vor einem Jobverlust in den Griff zu bekommen, sollten Sie sich rechtzeitig einige Fragen stellen.

  • Wie schlimm kann es werden? Oft wird der Jobverlust im ersten Moment mit einem kleinen Weltuntergang gleichgesetzt. Das ist zwar nachvollziehbar, doch was ist das schlimmste, was passieren kann? Sie müssen die finanzielle Situation neu organisieren, doch im besten Fall finden Sie aufgrund Ihrer Erfahrung bereits nach kurzer Zeit eine neue Stelle. Ansonsten sinkt Ihr Selbstbewusstsein, das Sie allerdings auch selbst wieder aufbauen können.
  • Wie reagiert mein Umfeld? Sollte es tatsächlich soweit kommen, dass einige Freunde sich von Ihnen abwenden, weil Sie Ihren Job verloren haben, sollten Sie nicht böse darum sein. Wer eine Freundschaft an den Status und die Vorteile eines Berufs koppelt, gehört ohnehin nicht in Ihren Freundeskreis. In dieser Zeit können Sie daher auch herausfinden, auf wen Sie sich wirklich verlassen können.
  • Was kann ich daraus lernen? Aus Fehlern und Rückschlägen lässt sich viel mehr lernen, als aus stetigem Erfolg und Aufstieg. Fragen Sie sich also, was Sie aus der Situation lernen und wie Sie daran wachsen können. Erinnern Sie sich auch daran, dass es nicht immer nur bergauf gehen kann und sehen Sie den Jobverlust als das, was er ist: Eine Station in Ihrem Leben, nach der neue Erfahrungen auf Sie warten.

Tipps für einen gelungenen Neustart

Ollyy/shutterstock.comDurch die Vorbereitung sollen Sie das Unheil natürlich nicht heraufbeschwören und im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung selbst den eigenen Jobverlust provozieren. Doch eine Vorbereitung auf schwierige Situationen kann nicht nur die Angst nehmen, sondern auch die lähmende Wirkung reduzieren. Viele Arbeitnehmer verfallen nach einem Jobverlust in eine Art Schockstarre und brauchen einige Zeit, um wieder die Kontrolle zu gewinnen. Je früher Sie damit beginnen, desto größer sind Ihre Chancen, nach dem Jobverlust einen schnellen Neustart zu schaffen und die Karriere wieder in Schwung zu bringen. Tipps für den Neustart nach einem Jobverlust:

  1. Seien Sie ehrlich zu sich selbst

    Wenn das Worst Case Szenario eingetreten ist und Sie Ihren Job verloren haben zählt vor allen Dingen eins: Ehrlichkeit. Gestehen Sie sich also zu allererst ein, dass Ihr bisheriger Karriereweg an dieser Stelle endet. Das ist sicherlich nicht einfach, doch es ist eine wichtige Voraussetzung für Ihren Neustart. Seien Sie genauso ehrlich bei der Beurteilung, warum Sie Ihren Job verloren haben. Nur wenn Sie die Gründe analysieren, können Sie auch aus den vergangenen Ereignissen lernen.

  2. Seien Sie ehrlich zu Ihrem Umfeld

    Genauso ehrlich wie Sie zu sich sind, sollten Sie auch zu Ihrem Umfeld sein. Es ist eine denkbar schlechte Idee, Ihre Freunde oder gar Ihre Familie über den Jobverlust im Unklaren zu lassen. Früher oder später wird es ohnehin rauskommen, also sollten Sie nicht versuchen, etwas zu vertuschen. Bauen Sie lieber auf die Unterstützung die Sie erhalten, anstatt wichtige Beziehungen durch Lügen aufs Spiel zu setzen.

  3. Verarbeiten Sie Ihre Emotionen

    Wenn Sie Ihre Emotionen verdrängen, werden Sie irgendwann davon eingeholt. Nach einem Jobverlust ist es verständlich, dass Sie Trauer, Frust oder auch Wut verspüren. Stellen Sie sich diesen Emotionen. Es ist in Ordnung eine Zeit frustriert oder traurig zu sein, doch anschließend müssen Sie erhobenen Hauptes die nächsten Schritte angehen.

  4. Hinterfragen Sie Ihre Situation

    Ein Jobverlust ist natürlich immer auch ein Neuanfang und somit die perfekte Gelegenheit, Dinge zu ändern. Vielleicht waren Sie in Ihrem alten Job unzufrieden und haben ihn deshalb verloren? Fragen Sie sich also: Was hat mir in meinem Job gut gefallen? Was hat mich gestört? Will ich wieder etwas ähnliches machen oder suche ich nach etwas Neuem?

  5. Fragen Sie nach Rat

    Sowohl Familie als auch Freunde kennen die eigenen Stärken und Schwächen sehr gut - bitte Sie daher um eine ehrliche Einschätzung, denn auch wenn es gut gemeint ist, hilft Ihnen ein Lobgesang auf Ihre Qualitäten nicht unbedingt weiter. Auch entsprechende Karriereexperten können Ihnen helfen, Ihren Neustart zu gestalten. Diese kennen die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Anforderungen an Bewerber.

  6. Suchen Sie nach passenden Möglichkeiten

    Haben Sie sich entschieden, in welche Richtung Ihr Neustart verlaufen soll, ist es an der Zeit, konkrete Stellenangebote zu finden. Hierbei gilt: Erweitern Sie die Suche. Schauen Sie auch in anderen Branchen nach interessanten Stellen oder nutzen Sie Ihr Netzwerk, um potentielle neue Arbeitgeber ausfindig zu machen.

  7. Zeigen Sie Ihre neuen Stärken

    Irgendwann im Laufe des Bewerbungsprozess wird sicherlich die Frage auftauchen, warum es bei Ihrem ehemaligen Arbeitgeber nicht funktioniert hat. Gehen Sie kurz darauf ein, doch konzentrieren Sie sich auf die positiven Seiten: Was haben Sie aus der Situation mitgenommen? Wie profitiert Ihr neuer Arbeitgeber davon und wieso passen Sie so gut ins neue Unternehmen? Wer sich hier gut schlägt, kann einen Jobverlust sogar als positives Argument im Bewerbungsgespräch einbauen.

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