Jobwechsel Fehler: Das kann die Karriere kosten
Jobwechsel: Wenn die Karriere mal wieder in einer Sackgasse feststeckt, hilft nur noch eins - berufliche Veränderung. Oder? Tatsächlich kann der Wechsel von diesem in jenes Büro Ihre Karriere beflügeln, aber eben auch abrupt abwürgen. Wir sagen Ihnen, welche Fehler Sie um Ihrer Karriere willen nicht begehen sollten...

Karrierekiller Jobwechsel

In den einschlägigen Umfragen leuchten meist Prozentzahlen um die 30 Prozent auf. So viele Arbeitnehmer haben regelmäßig genug von Ihrem Job und wollen sich beruflich verändern. Gründe gibt es ja auch viele: Dauer-Frustration im Büro, Beef mit den Kollegen, ununterbrochene Langeweile oder maximale Überforderung.

Doch überstürzen sollte man hier nichts. Wer diesen Schritt falsch setzt, verbaut sich nicht selten seine berufliche Zukunft. Wir zeigen Ihnen sechs Fehler, die Jobwechsler tunlichst vermeiden sollten.

6 Fehler, die Sie die Karriere kosten können

  1. Zu schnell wechseln

    Wer es mit dem Bäumchen-wechsel-dich-Spiel übertreibt, hat schnell den Ruf eines Jobhoppers weg. Bei drei Jobs in drei Jahren wäre das gesunde Maß beispielsweise locker überschritten - und wirft bei potenziellen Interessenten die Frage auf, was mit Ihnen denn bloß nicht stimme. Denn auch wenn Sie objektiv keine Schuld trifft: Zweifel an Ihrer Teamfähigkeit würden im Großhirn des Personalers schon aufkommen.

    Daher von vornherein wichtig: Seien Sie schon bei der Wahl Ihres Arbeitgebers wählerisch, auch als Berufseinsteiger, und nehmen Sie nicht das erstbeste Jobangebot an. Je besser das Gesamtpaket (Gehalt, Arbeitszeiten, Standort, Perspektive, Identifikation etc.), desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zumindest nicht nach sechs Monaten wieder entnervt das Handtuch werfen.

    Niemand erwartet von Ihnen deshalb Nibelungentreue - erst recht nicht, wenn Sie noch in Ihren Zwanzigern stecken. Dann sind Jobwechsel im Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus durchaus vertretbar. Irgendwann sollten Sie aber auch mal eine langfristige Tätigkeit (fünf Jahre +) vorzeigen können - und ein Projekt aktiv und erfolgreich mitgestaltet haben. Sonst vermittelt Ihr Lebenslauf das Bild eines Legionärs, der, sobald ein anderer mit dicken Scheinen wedelt, schon wieder über alle Berge ist. Identifikation und Ausdauer sind ebenfalls keine Tugenden, die Jobhoppern nachgesagt werden.

    Grundsätzlich: Je älter Sie werden, desto länger werden normalerweise die Abstände vom einen zum nächsten Job. Spätestens in Ihren Vierzigern sollten Sie nicht mehr von Job zu Job hüpfen.

  2. Zu oft wechseln

    Wenn Sie den Gipfelsturm planen, sind häufige Jobwechsel nicht unbedingt der Königsweg - auch nicht, wenn Sie dabei ganz strategisch vorgehen und nur alle Jubeljahre switchen.

    Dies hatte schon vor einigen Jahren eine hochspannende Studie von Monika Hamori von der IE Business School in Madrid gezeigt. Die Management-Professorin hatte den Werdegang von rund 1000 CEOs der größten Unternehmen in 21 Ländern Europas und den USA untersucht.

    Ergebnis: Die Konzernlenker waren im Laufe ihrer Karriere im Durchschnitt nur für drei Arbeitgeber tätig. Ein Viertel blieb sogar die gesamte Laufbahn einem einzigen Unternehmen treu. Außerdem wies sie nach: Der Weg nach oben wird deutlich kürzer, je länger Mitarbeiter dem Unternehmen angehören.

    Besonders für Mitarbeiter in großen, perspektiv- und erfolgreichen Unternehmen ein klarer Hinweis, den Job nur mit Bedacht zu wechseln - wenn überhaupt.

  3. Zu spät wechseln

    Jetzt wissen Sie, warum Sie Ihr Büro nicht unentwegt gegen ein neues eintauschen sollten. Genauso gilt aber: Wer sich zu spät für den Jobwechsel entscheidet, sieht die Rücklichter seiner Karriere nur noch von hinten. Der Zug fährt allmählich ab, wenn in Ihrem aktuellen Unternehmen keine Entwicklung sichtbar ist, wenn Sie auf der gleichen Position fünf, acht oder zehn Jahre lang festhängen.

    Dies wirft Fragen auf: Hat es zum nächsten Schritt einfach nicht gereicht? Oder hat der Mitarbeiter zu wenig Biss gezeigt? Und wieso hat er nicht schon viel früher den Absprung gewagt?

    Daher: Wenn Sie fortwährend übergangen, jahrelang nicht gefordert, gefördert und befördert werden, ist der Wechsel irgendwann reif. Aber bitte nicht erst nach zwanzig Jahren, dies ist einem neuen Unternehmen nur schwerlich zu vermitteln. Apropos...

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  4. Nur aufs Geld schauen

    Wer den Job wechselt, kann mit einem Gehaltssprung von durchschnittlich fünf Prozent rechnen. Die Höhe hängt allerdings von einer Vielzahl von Einzelfaktoren ab.

    Eigentlich klar: Machen Sie Ihren Wechselwunsch nie allein vom Geld abhängig. Und sehen Sie zu, dass Sie parallel zum Gehaltssprung Ihre strategische Lage verbessern.

      Indem Sie zum Beispiel ...

    • den Job- mit einem Branchenwechsel verbinden, von einer "Flop"- in eine "Top"-Branche mit besserer Perspektive wechseln.
    • den Standort wechseln, zum Beispiel ganz unspektakulär von Rheinland-Pfalz nach Baden-Württemberg übersiedeln, wo sie von höheren Löhnen und einem dichteren Netz an schlagkräftigen Unternehmen profitieren.
    • aus einem kleinen in ein größeres Unternehmen wechseln, das Ihnen nicht nur mehr Gehalt, sondern auch ein größeres Renomee bietet, welches wiederum Ihren Lebenslauf verschönert und Ihren Marktwert steigert.
  5. Überstürzt das Weite suchen

    Bezahlung mies, Chef doof, Arbeitsklima vergiftet: Schnell weg hier! Bitte nichts überstürzen. Bevor Sie Ihre Fühler ausstrecken, sollten Sie alle Rahmenbedingungen einer Grundsatz-Analyse unterziehen: Welche langfristige Perspektive bietet mein aktuelles Unternehmen? Und welche mein (möglicherweise) neues? Wo hab ich die besseren Entwicklungsmöglichkeiten? Welche Kompetenzen erweitere ich bei einem Jobwechsel? Wie wird die Branche in zehn Jahren (vermutlich) aussehen?

    Falls Sie nach Abwägung aller Pros und Cons zu dem Schluss kommen, dass Ihr jetziger Arbeitgeber doch die attraktivere Wahl ist, haben Sie noch eine weitere Option: Intern die Stelle wechseln. Dissonanzen zwischen direktem Vorgesetzten und Arbeitnehmer erschweren einen internen Abteilungs- und Stellenwechsel zwar oftmals.

    Das sollte Sie aber nicht daran hindern, eine mögliche Chance beim Schopf zu packen und sich intern auf eine ausgeschriebene Stelle im eigenen Unternehmen zu bewerben. Ein interner Stellenwechsel bewahrt Sie zum einen vor dem Jobhopper-Image und erhöht zum anderen Ihre weiteren Aufstiegschancen.

  6. Verbrannte Erde hinterlassen

    Früher sprach man gerne von Vitamin B, heute lieber von aktivem Netzwerken. Klingt weniger verrucht, meint aber auch, dass Sie über den besten Freund des Vaters Ihres Kommilitonen unter Umständen leichter an einen Job kommen als über die Standard-Bewerbung.

    Ihre Ex-Arbeitgeber spielen in diesem Geflecht eine besonders große Rolle. Sie sind es, die Sie als Arbeitskraft live und in Farbe erlebt haben - und die Sie weiterempfehlen können oder eben nicht.

    Wer nun dem Chef bei der Kündigung mal so richtig die Meinung geigt, hat einen potenziellen Fürsprecher und Weiterempfehler daher schon verloren. Mehr noch: Viele Wege führen zurück auf Ihren alten Bürostuhl. Gerade in kleinen, engen Branchen mit begrenzter Job-Auswahl wäre es geradezu töricht, die alte Firma mit Schmutz zu bewerfen.

    Reißen Sie die Brücken hinter sich daher nicht ab, legen Sie einen sauberen Abgang hin - und bleiben Sie vielleicht sogar in freundschaftlichem Kontakt.

    Ganz nebenbei: Das ist auch charakterlich die bessere Lösung.

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