Jobwechsel-Gehalt-mehr-Geld
Jobwechsel lohnen sich in den meisten Fällen - vor allem finanziell: Wer seinen Job wechselt, kann im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung von 5 Prozent rausschlagen. Die Spanne reicht von mindestens drei bis über 20 Prozent. Allerdings hängt das erheblich von dem Zusammenspiel diverser Faktoren zusammen: Dazu gehören das eigene Alter, die Region, in der man arbeitet sowie die Branche. So werden derzeit beispielsweise Fachkräfte der Pharmabranche am besten bezahlt, im Hotel- und Gastronomiegewerbe sieht es am schlechtesten aus...

Gehaltsfrage: Ist mit dem Jobwechsel ein Aufstieg verbunden?

Gehaltserhöhung-Jobwechsel-GehaltsvorstellungenSeien wir ehrlich: Für die meisten Arbeitnehmer ist die Aussicht auf einen satten Gehaltssprung eines der Hauptmotive, um sich nach einigen Jahren nach einer neuen Stelle umzusehen. Bevor Sie in die Gehaltsverhandlung gehen, sollten Sie sich zunächst aber bewusst machen, um was für einen Jobwechsel-Typ es sich handelt:

  • Ist mit der neuen Stelle ein Aufstieg mit mehr Verantwortung für Personal und Budget verbunden, dann können Sie - je nach Position - bis zu 15 Prozent, seltener sogar 20 Prozent mehr Brutto-Jahresgehalt verlangen.
  • Wer dagegen auf eine gleichrangige Position innerhalb der Branche wechselt, kann versuchen, zwischen fünf und zehn Prozent Gehaltsplus herauszuholen.
  • Ein Jobwechsel in eine andere Branche, womöglich gar in einen ganz anderen Beruf, kann indes auch mit Abstrichen verbunden sein. Die wenigsten können dabei mit Erfahrungen, Know-how und Netzwerken punkten.

Voraussetzung für diese durchschnittlichen Gehaltssteigerung von 10, 15 oder gar 20 Prozent ist allerdings ein Wechsel aus einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis heraus: Sie suchen eine neue Herausforderung, einen Karriereschritt - müssen aber nicht zwingend wechseln.

Wer sich dagegen aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, ist automatisch in einer schwächeren Verhandlungsposition. Das wissen auch die Arbeitgeber und drücken entsprechend das Gehalt. Hier sollten Sie bereit sein, Abstriche zu machen, um überhaupt wieder den Einstieg ins Arbeitsleben zu schaffen. Gute Verhandler schlagen hier aber eine Zusage für eine Gehaltserhöhung nach einem Jahr heraus - wenn der neue Arbeitgeber sich ein hinreichendes Bild von der Leistungskraft und dem Engagement des neuen Arbeitnehmers machen konnte.

Eine gründliche Recherche ist jedoch in allen Fällen ein absolutes Muss. Informieren Sie sich vorab ausführlich über den künftigen Arbeitgeber, Ihr neues Tätigkeitsprofil, die Branche und mögliche Gehaltsspannen. Nur so können sie auch die enorm wichtige selbstbewusste Haltung entwickeln, die dem neuen Chef signalisiert: Ich komme hier nicht als Bittsteller, sondern mit einem berechtigten Anliegen und weiß, was ich wert bin.

Mehr Gehalt gehört nicht in den Vordergrund

Auch wenn es vielleicht der Wahrheit entspricht: Der Gehaltsprung sollte im Bewerbungsprozess nie im Vordergrund stehen. Sie interessiert zuerst der Job, die Firma, die Herausforderung - nicht das Geld! Ihr neuer Arbeitgeber sucht ja keine Söldner, sondern neue Teamspieler.

Fallen Sie also nicht schon zu Beginn des Bewerbungsgesprächs oder beim Headhunter-Interview mit der Gehaltstür ins Haus. In den meisten Fällen müssen Jobwechsler das Thema nicht einmal aktiv ansprechen - spätestens in der zweiten Verhandlungsrunde wird der Arbeitgeber in spe die Gehaltsfrage von sich aus stellen.

Verhandelt wird übrigens meistens das Brutto-Jahresgehalt. Darin enthalten sind häufig auch Weihnachts- und Urlaubsgeld, mögliche Prämien sowie sonstige Sonderleistungen. Klären Sie das aber bitte trotzdem ab, nicht dass Sie nachher eine negative Überraschung erleben. Ansonsten sollten Sie das Gehalt auch noch einmal mit unserem Brutto-Netto-Rechner checken.

Mehr Gehalt bei Jobwechsel gibt es nur für souveränes Auftreten

Gehalt-Jobwechsel-MotivDie meisten Arbeitnehmer tun sich schwer damit, über ihr Gehalt zu sprechen, erst recht zu verhandeln. Grund ist eine vergleichsweise steife Haltung zum Geld hierzulande: Geld hat man, aber darüber zu sprechen, ist tabu. Manch einer weiß nicht einmal, wie viel die eigenen Eltern verdienen oder die besten Freunde.

Lösen Sie sich dennoch von dieser Haltung. Gehaltsverhandlungen werden Sie ein ganzes Berufsleben lang begleiten, nicht nur bei etwaigen Jobwechseln. Sehen Sie die Veränderung daher immer auch als Übung und Daueraufgabe, bei solchen Gesprächen das jeweils Beste für sich herauszuholen.

Ein Beispiel: Wer nur alle zwei Jahre eine Gehaltserhöhung von rund 2000 Euro auf das Jahresbrutto durchsetzt, erzielt damit in zehn Jahren ein Plus von rund 60.000 Euro gegenüber dem ersten Gehalt.

Wenn Sie also gefragt werden, was Sie gerne verdienen möchten, dann sollte die Antwort nicht lange auf sich warten lassen. Und zwar eine möglichst konkrete.

Nennen Sie möglichst keine Gehaltsspannen. Die signalisieren Unsicherheit. Aus psychologischen Studien sind zwei Vorteile bei der Gehaltsverhandlung identifiziert, die Sie unbedingt nutzen sollten:

  • Machen Sie stets das Eröffnungsangebot. Und das immer etwas höher, sodass Ihnen Verhandlungsspielraum bleibt. Was dabei psychologisch wirkt, ist der sogenannte Anker-Effekt. Und es lässt sich nachweisen: Wer das Startangebot macht, landet am Ende näher an seinem Ziel, selbst wenn das irrwitzig hoch ist.
  • Nennen Sie eine konkrete Zahl. Sagen Sie also lieber 43.550 Euro als 40.000 Euro Jahresgehalt. Je krummer die Zahl, desto besser, sagt der Sozialpsychologe David Loschelder von der Universität des Saarlandes. Denn die zeigt, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben. Zweiter Effekt: Wer sein Jahresgehalt in glatten Tausenderzahlen angibt (40.000, 50.000, 60.000, ...) wird beim anschließenden Feilschen auch in Tausender- oder gar Fünftausenderschritten gedrückt. Wer dagegen eine krumme Zahl nennt, macht es dem Verhandlungspartner schwerer, den Preis zu drücken. Er wird jetzt tendenziell in Hunderterschritten denken und verhandeln.

Und seien Sie bitte nicht zu defensiv. Viele Jobwechsler, insbesondere Frauen, starten ihre Gehaltsverhandlung viel zu schüchtern: "Ich weiß ja nicht, ob es dafür überhaupt ein Budget gibt, aber..." Oder: "Das ist mir jetzt unangenehm, aber ich hätte gerne mehr Geld..."

Fehler! Sie bitten hier nicht um Almosen, Sie verhandeln – und zwar um nicht weniger als den Gegenwert Ihrer Arbeitsleistung. Und den sollten Sie genau kennen – und anschließend selbstbewusst einfordern.

Freilich dürfen Sie dabei nicht unverschämt werden und überreizen, aber eben auch nicht zum Bittsteller schrumpfen und im Konjunktiv argumentieren. Generell gilt: Bei einem Gespräch über eine Gehaltserhöhung ist der Konjunktiv absolut tabu.

Liegt das Gehaltsangebot jedoch deutlich unter Ihren eigenen Vorstellungen, sollten Sie das nicht akzeptieren, sonst machen Sie sich unglaubwürdig und entlarven die vorherigen Vorstellungen als Pokerspiel und Bluff.

In dem Fall raten wir zum geordneten Rückzug: Sagen Sie ruhig, dass das deutlich unter Ihren Vorstellungen liegt und dass Sie darüber erst eine Nacht schlafen müssen beziehungsweise Bedenkzeit brauchen. Die nehmen Sie sich dann bitte auch: In den seltensten Fällen wird man in einem Job glücklich, in dem man sich permanent unterbezahlt fühlt.

Gehaltsreport: Wo Sie wie viel verdienen können

Die folgenden Zahlen stammen vom aktuellen Gehaltsreport der Jobbörse StepStone und basieren auf den Daten von rund 50.000 befragten Fach- und Führungskräften in Deutschland. Genannt sind durchschnittliche Brutto-Jahresgehälter:

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