Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Doch bevor sie die falschen Töne anstimmen, lege ich lieber meine persönlichen Noten dazu: Ich habe meinen Job Ende Juni gekündigt. Ja, ich verlasse die WirtschaftsWoche in den kommenden Wochen. Nach rund zwölf Jahren dort, ist es Zeit für einen Aufbruch, für Neues.

Es war eine gute Zeit in Düsseldorf. Als ich im April 1998 als Redakteur bei der WirtschaftsWoche anfing, konnte ich die goldenen Jahres des Journalismus noch in vollen Zügen erleben. Es war die Zeit der Dotcom-Euphorie, und damals ahnte noch keiner, dass es eine Blase werden würde.

Wobei – nicht alles war eine Blase. Ich erinnere mich noch gut: 1999 habe ich beispielsweise den “e-conomy-Wettbewerb” ins Leben gerufen und das Projekt drei Jahre geleitet. Damals war es der höchstdotierte Gründerwettbewerb mit einem Preispaket im Wert von einer Million Mark für einen Sieger. Das war ein phantastisches Projekt, bei dem ich viele faszinierende Entrepreneure kennengelernt habe. Das allererste Siegerunternehmen – poster.de – gibt es übrigens heute noch.

Nach knapp zwei Jahren bei der Wiwo wurde ich Ressortleiter und habe seitdem die Geschicke des Ressorts Management + Erfolg verantwortet, das zwischendurch auch mal Management & Karriere, nur Management oder nur Erfolg hieß. Und seit 2011 verantworte ich zudem die Social Media Aktivitäten der Wiwo. Was mich aber mehr freut: Alle Redakteure für die ich in dieser Zeit verantwortlich war und mit denen ich zusammen über beruflichen Erfolg recherchiert und geschrieben habe, haben selbst Karriere gemacht. Sebastian Matthes zum Beispiel ist heute selbst Ressortleiter für Technik + Wissen. Mit Daniel Rettig wiederum habe ich meinen dritten Bestseller geschrieben: “Ich denke, also spinn ich“. Andere Kollegen haben die Wiwo zwar leider zwischenzeitlich verlassen, schreiben dafür heute erfolgreich für das Manager Magazin, DIE ZEIT, die FTD und Capital.

Zwischenzeitlich durfte ich ein paar Sonderprojekte und Sonderhefte, darunter etwa die “Junge Elite” entwickeln, verantworten und betreuen, war in manchen Beiräten (selbst in dem der “WirtschaftsWoche Unternehmershow” auf n-tv. Das waren Zeiten!) und auch einmal Teil einer Art Sondereinsatzkommando zur Rettung eines angeschlagenen Magazins (Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht sage, welches).

Kurzum: Es war eine aufregende, abwechslungsreiche und erfolgreiche Zeit. Und auch auf die Gefahr hin, dass das etwas zu stolz klingt, bilde ich mir doch ein, das Gesicht der Wiwo – speziell für die Themen Management und Karriere – in den vergangenen Jahren mitgeprägt zu haben. Dafür, das leisten zu dürfen sowie für das mir entgegengebrachte Vertrauen, bin ich sehr dankbar.

Zwölf Jahre sind aber eben auch eine lange Zeit. Und bevor irgendwer auf die Idee kommt, mir eine Inventarnummer auf den Rücken zu tätowieren, stelle ich mich neuen Herausforderungen. Die Optionen sind – dank Social Media – inzwischen zahlreich und die Zeit überreif. Denn auch für die persönliche Entwicklung ist es eben wichtig, sich ab und an neuen Aufgaben, neuen Kollegen und neuen Chefs zu stellen. Andernfalls droht der eigene Horizont zu verengen. Und das will ich nicht.

Sie, liebe Leser, müssen sich aber nicht sorgen: Die Karrierebibel bleibt auf jeden Fall bestehen. Es könnte allerdings sein, dass sich die Erscheinungsweise der Artikel, vielleicht auch einzelne Schwerpunkte mit der Zeit verändern. Unsere Redaktion wächst. Schon heute gibt es einige feste freie Autoren, die für die Karrierebibel schreiben und mit weiteren führen wir gerade Gespräche. Und mit mehr als 3500 bereits erschienenen Artikeln haben Sie hier ein umfangreiches Nachschlagewerk zu allen wichtigen Karrierefragen. Eine frische Brise wird der Seite daher nur gut tun.

Bleiben Sie mir/uns also gewogen. Gerne informiere ich Sie in den kommenden Wochen, wie es weitergeht. Bis dahin aber…

… erst einmal weiter im Programm!