Bei der Jobsuche kommt es bekanntlich weniger darauf an, was man weißt, dafür mehr, wen man kennt. Das berühmte Vitamin B – es hilft allerdings nicht allen gleichermaßen, wie jetzt eine Studie der North Carolina State University herausgefunden haben will. Konkret: Männer profitieren von solchen Beziehungen deutlich mehr als Frauen.
Für die Untersuchung werteten die Forscher um Steve McDonald die Datensätze von mehr als 12.000 Personen aus und welche Rolle beim Jobwechsel deren Erfahrungen und Fachwissen beziehungsweise deren soziale Kontakte hatten. Und dabei zeigte sich etwas Erstaunliches: Aufgrund ihrer meist stark spezialisierten Tätigkeiten, sammelten die Männer ebenso hoch spezialisierte Kontaktgruppen (der Google-Plusser würde jetzt von “Zirkeln” sprechen…), die Frauen eher nicht. Mehr noch: Suchen sie einen neuen Job, neigen Männer um zwölf Prozent stärker dazu, für den Jobwechsel ihre Beziehungen spielen zu lassen, statt klassische Wege wie Jobbörsen oder Stellengesuche zu nutzen.
Die Frauen hingegen sahen darin deutlich seltener Vorteile für sich, wählten eher informelle Wege – und fanden wesentlich schlechter eine neue Stelle.
Steve McDonald interpretiert das Ergebnis so: Fachwissen und Erfahrungen spielten nach wie vor eine wichtige Rolle – vor allem aber um sein soziales und berufliches Netzwerk zu vergrößern. Das aber nutzten Männer wesentlich strategischer als Frauen. Es ist also nicht so, dass es die Beziehungen oder Vetternwirtschaft wären, die Frauen benachteiligten. Vielmehr nutzen diese die Macht der Netzwerke viel zu selten.
Oder ganz kurz: Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.






