Junior ChefDie demografische Entwicklung geht auch an der Arbeitswelt deutscher Unternehmen nicht spurlos vorbei. Nach einem Jugend Boom Ender der 90er Jahre haben viele Unternehmen verstanden, dass es ohne die Erfahrung ihrer älteren Mitarbeiter nicht funktioniert. Das führt unter anderem dazu, dass immer mehr junge Fachkräfte leitenden Positionen übernehmen – und dann plötzlich ein Team führen sollen, dessen Mitglieder zehn oder mehr Jahre älter sind, als sie selbst. Eine heikle Situation, die jedoch auch Vorteile bietet.

Junior Chefs sind zwar – der Name lässt es erahnen – jung, in der Regel jedoch nicht ganz unerfahren. Führungspositionen werden selten an Fachkräfte ohne jede Berufserfahrung vergeben. Die eigene Berufserfahrung und Kompetenz kann für junge Führungskräfte jedoch Fluch und Segen gleichermaßen sein.

Einerseits verfügen sie über eine professionelle Basis, auf der sie ihren Führungsstil aufbauen können. Andererseits darf diese Ausgangslage nicht zu Selbstüberschätzung und/oder Arroganz gegenüber den erfahrenen Mitarbeitern führen. Das Fachwissen der jungen Chefs mag dem der Mitarbeiter überlegen sein, mit der Erfahrung des Teams können sie jedoch nicht mithalten.

Junior Chefs sollten Respekt und Selbstbewusstsein vereinen

Sind sich Führungskräfte dieser Tatsache bewusst, sollte daraus die richtige Grundhaltung erwachsen. Diese ist nicht von Angst oder Unsicherheit, sondern von Respekt und Wertschätzung geprägt. Junge Führungskräfte sollten…

  • … sich ihrer Stärken und Kompetenzen bewusst sein.
  • … ihre Grenzen und Schwächen kennen.
  • … nicht zu stolz sein, ihre Mitarbeiter um Rat zu fragen.
  • … offen auf ihre erfahrenen Mitarbeiter zugehen und deutlich machen, dass sie deren Erfahrung zu schätzen wissen.
  • lernbereit sein und das Feedback und die Ideen ihrer Mitarbeiter aktiv abfragen.
  • … Erfahrung, Fachwissen und Leistung ihrer Mitarbeiter wertschätzen und das auch zeigen.

Sind damit alle Probleme vom ersten Tag an gelöst? Nein, ganz sicher nicht. Auch von den Mitarbeitern kann jungen Führungskräften Skepsis oder gar offene Ablehnung und Feindseligkeit entgegenschlagen. Begehen Sie als Führungskraft bitte nicht den Fehler, diese Haltung persönlich zu nehmen! Sonst besteht die Gefahr, dass Sie emotional reagieren und damit irreparablen Schaden anrichten.

Nehmen Sie die Ablehnung zur Kenntnis, setzen Sie Ihren offenen Führungs- und Kommunikationsstil fort und machen Sie immer wieder deutlich, dass Sie die Erfahrung der Mitarbeiter schätzen und nicht alles von heute auf morgen ändern wollen. Nach und nach können Sie so die meisten Zweifler überzeugen.

Setzen Sie Änderungen im Team um

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Einer der größten Fehler junger Führungskräfte besteht darin, vom ersten Tag an mit dutzenden neuen Ideen aufzutreten und bewährte Prozesse umkrempeln zu wollen. Vermeiden Sie diesen Fehler unbedingt und gehen Sie Veränderungen behutsam und erst nach einiger Eingewöhnung an.

Lernen Sie zuerst das Team und Ihre Mitarbeiter kennen, prüfen Sie dann, wo Veränderungen tatsächlich sinnvoll sind und fragen Sie bei Ihrem Team nach, was die Mitarbeiter von den Vorschlägen halten. Nehmen Sie das Feedback ernst und lassen Sie sich von guten Argumenten durchaus überzeugen. Scheuen Sie sich jedoch nicht davor, im Zweifel klare – und unpopuläre – Entscheidungen zu treffen und diese durchzusetzen.

Mit Fingerspitzengefühl, Geduld, Offenheit und Selbstbewusstsein können junge Führungskräfte und Teams mit älteren Mitarbeitern hervorragend zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Einfach ist die Zusammenarbeit dann zwar auch nicht immer, dafür jedoch äußerst produktiv.