In den letzten Wochen lag der Augenmerk der meisten Beobachter auf Google+ und Facebook. Google schien mit seinem neuen sozialen Netzwerk Mark Zuckerbergs Unternehmen direkt anzugreifen, Twitter spielte eher eine untergeordnete Rolle. Genau das hat sich gestern drastisch geändert, denn mit seinem neuen Design und den damit eingeführten Funktionen macht Twitter Facebook in mehreren Bereichen direkt Konkurrenz. Wir fassen für Sie die Neuerungen und deren Konsequenzen zusammen.
Firmenseiten
Facebook bietet bereits seit einiger Zeit Fanpages an, die von Unternehmen hervorragend zur Präsentation und Kommunikation mit den Kunden genutzt werden können. Twitter hat seine Firmenseiten gestern deutlich überarbeitet. Einzelne Tweets können auch an der erste Stelle bleiben, neue Kurznachrichten erscheinen dann erst darunter.
Profil
Wie Sie auf dem Screenshot oben gut erkennen können, sehen die Twitter-Profil-Seiten den Facebook- und Google+-Profilseiten jetzt sehr ähnlich. Die Informationen zum Benutzer befinden sich jetzt oben links.
Konversationen
Auf Facebook ist es leicht, Diskussionen oder Konversationen zu einzelnen Beiträgen zu verfolgen, da die entsprechenden Kommentare direkt unter dem Beitrag erscheinen. Bisher waren Kommentare zu Bildern oder Videos in einzelnen Tweets in der Seitenleiste sichtbar. Im neuen Design reicht ein Klick, um diese Kommentare und Beiträge direkt in Ihrem Twitter-Stream anzuzeigen. Angenehmes Detail: Diese Kommentare verbleiben in Ihrem Stream, auch wenn Sie weiter scrollen.
Benachrichtigungen über Netzwerkaktivitäten
Wenn Sie Facebook nutzen, kennen Sie die Meldung “XY ist jetzt mit AB befreundet”. Twitter hat eine ähnliche Funktion implementiert und benachrichtig Sie jetzt, wenn Ihre Follower neuen Twitter-Nutzern folgen.
Was bedeutet das?
Alle Neuerungen einzeln betrachtet bieten Twitter-Nutzern bereits deutlichen Mehrwert. Alle Neuerungen zusammengenommen zeigen jedoch, dass Twitter einen großen Schritt in Richtung eines funktionieren Geschäftsmodells getan hat. Das neue Design und die neuen Funktionen machen Twitter als Plattform für Unternehmen deutlich attraktiver als bisher. Vielleicht sind bezahlte Firmenkonten der nächste Schritt in Twitters Strategie? Wir sind gespannt und halten Sie auf dem Laufenden.







Michael
Interessanter “Verschreiber” am Ende: “Zwitters” Strategie. Trifft aber ein wenig einen Gedanken, der mir beim Lesen des Beitrags kam. Zu Beginn ihrer Aktivitäten hatten die meisten originären Social Media Plattformen ein klares Profil. Im Verlauf der Branchenentwicklung kristallisiert sich nun immer mehr raus, welche Funktionalitäten für welche Zielgruppen erforderlich sind, um am Markt zu bestehen. Das wiederum führt dann dazu, dass die Plattformen von ihren Konkurrenten die erfolgreichen Funktionalitäten und Eigenschaften kopieren. Weniger Erfolgreiches wird aufgegeben. Am Ende ergibt sich daraus eine Branche von nützlichen aber ähnlichen Plattformen. Da fragt man sich als User zunehmend, warum man eigentlich noch den Aufwand zur Nutzung mehrerer Plattformen betreiben sollte.
Christian Mueller
Das war dann wohl ein freudscher Vertipper ;-). Hab ihn korrigiert, danke.
Gruß,
Christian