Karriere im Marketing: Einstieg und Aussichten Eine Karriere im Marketing: Sie ist für viele noch immer die favorisierte Berufslaufbahn. Und warum auch nicht? Gerade im Online-Marketing überschlagen sich Agenturen und Unternehmen geradezu, wollen mit neuen Ideen und Ansätzen die Konsumenten in spe umgarnen. Viel Platz für Kommunikative, Kreative, IT-Affine, Verkäufer und Organisationstalente. Wir haben die Basis-Tipps für Sie: Studium, Berufsfelder, Arbeitgeber - so kommen Sie ins Marketing.

Karriere im Marketing: Viele Wege

Wie Marketing konkret aussieht, kann man gerade auf der Leipziger Buchmesse in Augenschein nehmen. Der Verlag von Krimi-Autor Sebastian Fitzek - Droemer Knaur - hat anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums eine überdimensionale, begehbare "Fitzek-Box" in die Messehalle gestellt. Für Krimi-Fans, die sich gruseln wollen; eine nette Marketing-Idee, zumal Fitzek momentan schon wieder an einem neuen Thriller arbeitet.

Ohne Marketing kein Verkauf (oder zumindest sehr viel weniger) - diese Gleichung ist so simpel wie zutreffend. Und ja, Marketing kann nerven, aber eben auch ein wunderbares Betätigungsfeld sein.

Nach Angaben des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) arbeiteten 2014 rund 900.000 Menschen in Deutschland in der "kommerziellen Kommunikation", aktuellere Zahlen gibt es leider nicht. Darunter sind 197.500 Jobs im Telefonmarketing, in Call Centern also, 137.000 Mitarbeiter in Agenturen, 37.000 in den Marketingabteilungen der Unternehmen selbst, 21.000 in der Markt- und Meinungsforschung.

Das größte Wachstum aber hat eindeutig die Digitalwirtschaft, 2014 stellte sie bereits 348.000 Arbeitsplätze, von steigender Tendenz ist auszugehen. Marketing ist also ein weites Feld, breit gefächert, mit vielen Einsatzorten, Aufgaben, Tätigkeiten.

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Berufsfelder im Marketing

Generell wird Online-Marketing mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets von Jahr zu Jahr wichtiger, auch in der Mediaplanung, verdrängt klassische Werbeformen wie TV-Werbung oder Zeitungsanzeigen. Unter Online-Marketing kann man etwa auch Mobile Marketing, Suchmaschinenmarketing oder Social Media-Marketing subsumieren. Diese Aussage ist also nicht gewagt: Für Bewerber ohne Online-Kenntnisse brechen harte Zeiten an.

Ein wichtiger Trend ist zum Beispiel das Content Marketing. Dieser Ansatz will klassische Werbung überflüssig machen, setzt stattdessen auf Inhalte. Welchen Nutzwert haben meine Inhalte für Konsumenten und wie binde ich sie damit an meine Marke? Die Inhalte wiederum müssen erstellt werden, konzipiert, getextet, visualisiert, gedruckt, verbreitet - das tägliche Brot für Marketingmenschen.

Hier ist nur ein Auszug an Marketing-Jobs, für die es derzeit Bedarf gibt ...

  • Affiliate Marketing Manager
  • Content Manager
  • Online Marketing Manager
  • SEO-Manager
  • Social Media Manager
  • E-Mail-Marketing-Manager
  • E-Commerce Digital Marketing Manager
  • Product Marketing Manager
  • Innovation Marketing Manager
  • Marketing- und Eventmanager
  • Marketing-Assistent oder -Referent

Karriere im Marketing: Arbeitgeber

Auch die Liste potenzieller Arbeitgeber ist ellenlang. In Rathäusern überlegt man sich Aktionen fürs Städtemarketing, Verlage umwerben per Abo-Marketing ihre letzten Zeitungsleser. Museen planen Marketingmaßnahmen für die nächste Ausstellung. Sportvereine wollen Facebook, Twitter, Instagram und Periscope professionell bespielen.

Viel davon findet natürlich in Agenturen statt, aber längst nicht alles. Nicht jedes Unternehmen kann und will sich eine Agentur leisten, darunter auch viele kleine und mittelgroße Unternehmen. Auch gibt es weiterhin viele, die inhouse produzieren, weil sie keinen Kontrollverlust dulden.

Mögliche Arbeitgeber sind ...

  • Werbe-, PR-, SEO und Content-Marketing-Agenturen
  • Marketing-Abteilungen in Unternehmen
  • Marktforschungsinstitute
  • Unternehmensberatungen
  • Städte und Kommunen
  • Verbände und Vereine, z.B. Sportvereine
  • Museen, Verlage, NGOs

Ausbildung: Was studieren?

Für angehende Marketeers ist BWL das natürliche Studienfach, in dessen Verlauf man sich dann auf Marketing spezialisiert. Aber: Auch Quereinsteiger haben Chancen, zum Beispiel Germanisten, Soziologen oder andere Geisteswissenschaftler.

Grundsätzlich tadelt so mancher Marketing einerseits gerne als studientypisches "Laberfach", in dem man sich und seine Ideen "einfach nur" gekonnt verkaufen müsse. Andererseits werden auch im Marketing daten- und faktenbasierte Analysen und Entscheidungen wichtiger.

Der alte Spruch von Henry Ford ist so jedenfalls nicht mehr gültig: "Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist." Die Kundschaft verlangt vermehrt nach Wirkungsnachweisen und -Beweisen. Ergo: Kommunikationsfähigkeiten sind im Marketing wichtig, Analysefähigkeiten aber auch.

Wie breit gefächert auch das Studienangebot ist, zeigt ein Blick auf diese Studiengänge mit Marketing-Bezug:

  • International Marketing and Communication (HS Heilbronn)
  • Eventmarketing/Live-Kommunikation (TU Chemnitz)
  • Industriemarketing und Technischer Vertrieb (HS Landshut)
  • Sportjournalismus und Sportmarketing (FHM Bamberg)
  • Technologiemanagement und -marketing (FH Kiel)

Da sind im Übrigen keine Empfehlungen, sondern eher Hinweise darauf, dass viele Wege ins Marketing führen (können).

Wichtig ist vor allem diese Erkenntnis: Im Marketing kann man keineswegs nur mit abgeschlossenem Hochschulstudium reüssieren. Das beweist der Stepstone-Gehaltsreport von 2016. Demnach macht sich ein Studium für Marketingmenschen viel weniger bezahlt als in anderen Berufsfeldern. Akademiker erhalten hier im Schnitt nur vier Prozent mehr Gehalt als Nicht-Akademiker.

Für Bewerber wichtig: Qualifikation, Erfahrung, Spezialwissen, auch Social Media-Kenntnisse schaden nicht. Wer seine Praxistauglichkeit nachweist, wird hier eine Perspektive haben.

Karriere im Marketing: Der Einstieg

Marketing ist an der Uni beliebt - das kann beobachten, wer in einem leeren Finanzcontrolling-Hörsaal sitzt und dann rüber in die übervolle Marketing-Vorlesung wechselt. Das Angebot an willigen Nachwuchskräften ist dementsprechend groß, die Konkurrenz auch, der Berufseinstieg beschwerlich. Und das, obwohl das durchschnittliche Bruttogehalt im Marketing mit rund 40.000 Euro nicht mit dem anderer Berufsfelder mithalten kann. Die Spanne allerdings ist groß, als Führungskraft oder im Großkonzern verdient man auch im Marketing glänzend.

Wenn der Direkteinstieg nicht gelingt, sind Trainee-Programme eine Option, für die man sich wiederum mittels Praktikum oder als Werkstudent empfehlen kann.

Und noch ein Tipp für Bewerber: Die Spezialisierung schreitet auch im Marketing voran. Mittlerweile gibt es Gender-Marketing, sensorisches Marketing, Geomarketing oder Ethno-Marketing. Ein schönes Beispiel für Ethno-Marketing ist die E-Plus-Mobilfunkmarke Ay Yildiz, die speziell für die türkischstämmige Community in Deutschland entwickelt wurde.

Mal angenommen, Sie sprechen selbst türkisch, dann haben Sie in dieser Nische sicherlich nicht die schlechtesten Chancen. Wer dagegen früher mal eine Ausbildung zur Physiotheraupeutin gemacht hat, aber jetzt im Marketing arbeiten will, könnte seine Expertise im Gesundheitsmarketing einbringen. Suchen Sie sich also eine Nische, die zu Ihren Fähigkeiten, Ihrem Wissen und Werdegang passt.

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