Karriere-Sackgasse-Warnzeichen-Tipps
In die Karriere-Sackgasse rutscht man schneller, als einem lieb ist... Von einem neuen Job - egal, ob nach dem Studium, in Anschluss an eine Ausbildung oder nach einem Jobwechsel - erhoffen sich viele Verbesserungen: ein höheres Gehalt, Aufgaben mit größerer Verantwortung oder die Chance, die Karriereleiter weiter empor zu steigen. Anfangs. Läuft, wird schon, kommt alles noch, das braucht halt ein bisschen Zeit... - mit solchen Aufmunterungen vertrösten sich nicht wenige, obwohl sie längst spüren in einer veritablen Karriere-Sackgasse zu stecken. Tatsächlich ist es oftmals leider nichts mit der Verbesserung, stattdessen herrscht Stillstand. Da ehrliche Einsicht bekanntlich der erste Weg zur Besserung ist, haben wir sieben Warnzeichen identifiziert, an denen Sie merken, ob Sie sich festgefahren haben - und natürlich Tipps, wie Sie da wieder raus kommen...

Karriere Sackgasse: Die Falle der Fleißigen

Man muss das mal ganz nüchtern feststellen: In der Karriere-Sackgasse zu stecken, trifft selten die faulen, passiven Mitarbeiter, auch wenn das vielleicht viele erst einmal unterstellen. Oft sind es vor allem die Fleißigen, die sogenannten Leistungsträger, die es trifft.

Leistungsträger umweht eine nahezu magische Aura. Ihre Spitzenleistungen und der Mehrwert, den sie dabei schaffen, untermauert zugleich ihre Unentbehrlichkeit für das Unternehmen. Hört sich gut an. Doch darin steckt eine gefährliche Falle, die fast nirgendwo in der Literatur genannt wird und die diese Leistungsträger regelmäßig in eben diese Karriere-Sackgasse manövriert.

Unentbehrlichkeit mag einem eine gewisse Jobsicherheit bieten. Durchweg herausragende Leistungen sorgen für eine hohe Reputation und Sichtbarkeit im Unternehmen. Es gibt viel Anerkennung und Lob für Leistungsträger. Manchmal auch Boni oder Gehaltserhöhungen. Aber die Unentbehrlichkeit hat auch eine Schattenseite - wer sich auf seiner aktuellen Position unentbehrlich macht, hat es schwer, aufzusteigen.

Wir haben das das schon viele Male im Bekannten- und Freundeskreis beobachten können: Die Betreffenden glänzen durch Talent, Fachwissen, Fleiß, Ausdauer, Disziplin, hohe Sorgfalt und Leidenschaft für den Job. Sie hängen sich richtig rein und leisten mehr als andere. Das wird wohlwollend registriert, diejenigen genießen hohes Ansehen bei ihren Chefs für ihre Kompetenz und Leistungskraft. Sie sind beliebt und gefragt zugleich. Ihr Wort hat Gewicht, sodass man meinen sollte, die Beförderung ist nur noch eine Frage der Zeit...

Ist sie aber nicht. Die Beförderung - sie kommt nie. Endstation Leistungsträger.

Woran liegt das?

Offen zugeben würde das vermutlich kein Chef, aber letztlich bugsieren sich die Überdurchschnittlichen fast immer selbst in diese Karriere-Sackgasse, in dem sie nicht nur gut, sondern einfach zu gut sind. Aus zwei Gründen:

  1. Ersatzlosigkeit

    Es stimmt zwar, dass jeder Mensch irgendwie ersetzbar ist. Leistungsträger natürlich auch. Aber eben nicht so schnell und nicht so einfach. Chefs wissen das genau: Ein solcher Leistungsträger bildet in seiner Position ein wichtiges Rückgrat der Abteilung. Er ist ebenso zuverlässig wie seine regelmäßigen guten Ergebnisse. Damit glänzt der Leistungsträger nicht nur selbst, sondern die ganze Abteilung und erst recht deren Chef.

    So jemanden ziehen zu lassen oder gar weiter zu empfehlen, würde immer auch die eigene Position schwächen, vielleicht sogar das Ergebnis der Abteilung verschlechtern. Never change a winning team, heißt es zwar richtig. Für die Betroffenen aber entwickelt sich diese Erkenntnis und buchstäbliche Unentbehrlichkeit zur gläsernen Decke.


  2. Konkurrenzdenken

    Der zweite Grund hängt mit der Hierarchie zusammen: Nach oben hin wird die Luft nicht nur dünner, die Positionen werden auch weniger. Solange der Leistungsträger im Schatten seines Chefs bleibt, ihm sämtliche Arbeit aus dem Kreuz leiert und den Laden am Laufen hält, hat der leichtes Spiel. Wird so jemand aber befördert, womöglich sogar auf dieselbe Stufe, werden aus den einstigen Weggefährten Konkurrenten.

    Und da manche Chefs durchaus das Potenzial ihrer Leistungsträger kennen und auch einschätzen können, ahnen sie womöglich, hier jemanden zu fördern, der sogar gut genug ist, um bald an ihnen vorbei zu ziehen und jene Position zu besetzen, die sie vielleicht selbst einmal erklimmen wollten. Wie viel besser macht sich der Mitarbeiter da, solange er im eigenen Windschatten bleibt?!

    Karrieresackgasse-Leistungsträger-Grafik

Es ist ein Dilemma, wie es viele Mittelmanager, Team- und Projektleiter sowie Supervisoren kennen: Obwohl sie alles richtig und richtig gut machen, geht es doch nicht mehr voran. Und das erzeugt irgendwann enormen Frust.

Wie haben Sie sich in den vergangenen Jahren entwickel?

Karriere Sackgasse Entwicklung Tipp ErfolgBitte verstehen Sie uns an dieser Stelle nicht falsch: Es ist ebenso wichtig, stolz auf die bisherigen Leistungen und Erfolge zu sein wie den Weg dorthin selbstkritisch zu reflektieren. Das bedeutet sowohl aus den Fehlern zu lernen als auch die positiven Seiten zu erkennen und auszubauen. Und wer nie Leistungen und Erfolge liefert, landet ebenso in der Karriere-Sackgasse. Eine wahre Zwickmühle.

Geht es darum, erfolgreicher zu werden, darf man sich auf seinem bisherigen Werdegang nicht ausruhen. Stillstand und Abwarten steht - gerade im Beruf - der eigenen Entwicklungen im Weg. Hinterfragen Sie also Ihre jetzige Position und Situation und beantworten Sie sich die folgenden Fragen ehrlich:

  • Haben Sie das Gefühl, mit Ihrem aktuellen Beruf weiterzukommen?
  • Entwickelt sich Ihre Karriere so, wie Sie es sich vor ein paar Jahren vorgestellt haben?
  • Sind Sie zufrieden mit der aktuellen Situation?

Haben Sie bei nur einer Frage mit Nein geantwortet, kann das schon ein Anzeichen dafür sein, dass der aktuelle Job als Karrieresprungbrett eher ungeeignet ist. Das ist noch nicht weiter schlimm, aber spätestens bei zwei Nein-Antworten sollten Sie aktiv werden.

7 Warnzeichen, dass Sie in einer Karriere-Sackgasse stecken

Es ist schwer, sich einzugestehen, dass der Job keine Perspektiven bietet und dass man mehr oder weniger in einer Sackgasse sitzt. Die Einsicht bietet aber auch eine Chance - sich beruflich neu zu orientieren, sich neue Ziele zu stecken und diese auch zu erreichen.

Bleibt also die Frage, woran Sie erkennen können, dass es in Ihrem Job nicht weiter geht. Achten Sie auf folgende sieben Warnzeichen, die teils subtil, teils sehr direkt darauf hinweisen, dass der aktuelle Job möglicherweise in einer Sackgasse mündet:

  1. Ihr Job machen Ihnen keinen Spaß

    Das ist eines der stärksten Anzeichen, dass Ihr aktueller Job in eine Sackgasse führt. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr motiviert zu sein und sich jeden Tag zur Arbeit zwingen zu müssen, werden Sie in Ihrer Position auch keine großen Karriereschritte machen. Natürlich kann es in jedem Job Phasen geben, die anstrengend sind. Auch Aufgaben, die weniger Spaß machen, gehören zum Berufsalltag einfach dazu. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn es sich dabei nicht um kurzfristige Ausnahmen handelt, sondern die schlechten Zeiten zur Regel werden.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Überlegen Sie sich was nötig ist, um Ihnen die Freude an der Arbeit zurückzubringen. Welche Punkte stören Sie besonders und was können Sie tun, um diese gezielt anzugehen? Eine wichtige, wenn auch schwierige Frage, ist auch: Ist dies wirklich der Job, den Sie die nächsten Jahre machen wollen? Nur wer seine Arbeit gern macht, wird sein Bestes geben und eröffnet sich damit auch die Chancen, beruflich weiter zu kommen.


  2. Ihre Aufgaben verändern sich nicht mehr

    Seit Monaten oder vielleicht sogar schon Jahren hat sich Ihr Aufgabenbereich so gut wie gar nicht verändert? Dann ist die nächste Frage: Lag das an Ihrem (fehlenden) Engagement oder am Chef und Unternehmen? Mit der Zeit sollten Sie, Ihre Aufgaben und der Verantwortungsbereich eine Entwicklung vollziehen. Fehlt all dies, stecken Sie vermutlich in einer Karriere-Sackgasse.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Im ersten Fall können Sie natürlich immer noch Ihren Chef ansprechen und sich neue Herausforderungen suchen. Hier kann Eigeninitiative ein Weg aus der Sackgasse sein. Sollte dieser Versuch aber (erneut) scheitern, müssen Sie sich fragen: Will ich für den Rest meines Berufslebens diese Aufgaben machen, reicht mir das - oder suche und brauche ich mehr Abwechslung, neue Herausforderungen und Perspektiven?


  3. Sie sind ständig unterfordert

    Auf der einen Seite kann es natürlich ein gutes Zeichen sein, wenn Sie Ihren Job beherrschen und Ihnen die Aufgaben leicht von der Hand gehen. Allerdings steckt darin auch die Gefahr, dass Sie permanent unterfordert sind und Ihr eigenes Potenzial nicht ausschöpfen. Nur wer sich im Job Herausforderungen stellt - im "Flow" bleibt -, kann auch wachsen und sich weiterentwickeln.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Wenn Sie feststellen, dass Unterforderung zu einem Dauerzustand wird, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Chef suchen und fragen, ob Sie zusätzliche Verantwortung übernehmen können. Besteht in dieser Hinsicht keine Perspektive, kann ein Jobwechsel die richtige Alternative sein, um aus der Sackgasse herauszukommen.


  4. Beförderungen gehen regelmäßig an andere Kollegen

    Natürlich muss eine Beförderung erarbeitet werden. Auch bei langjähriger Betriebszugehörigkeit gibt es den Aufstieg nicht einfach geschenkt. Wer aber aber das Gefühl hat, trotz steigender Qualifikationen und Leistungen bei möglichen Beförderungen jedes Mal übergangen zu werden, sitzt vermutlich bereits in einer Sackgasse.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Fragen Sie zunächst nach dem Grund. Was machen die Kollegen so anders als Sie? Oft liegt es an mangendem Selbstmarketing. Und das ließe sich kurzfristig ändern, indem Sie nicht nur gute Leistungen erbringen, sondern auch dafür sorgen, dass der Chef diese mitbekommt.


  5. Ihr Arbeitgeber steckt in einer Krise

    Loyalität zu seinem Arbeitgeber ist erst einmal nicht verkehrt. Vergessen Sie dabei aber bitte nicht, dass es am Ende um IHRE Karriere und Ihre berufliche Entwicklung geht. Sie verkaufen in erster Linie Arbeitskraft und intellektuelle Leistungen - nicht Ihre Seele.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Wenn die Umsatzzahlen immer weiter zurückgehen, Kunden ausbleiben und die Unternehmenslage immer schwieriger wird, kann man eine Weile gemeinsam für den Laden kämpfen. Wer aber spürt, dass er oder sie auf der Titanic schippert, schnappt sich entweder ein Cello oder besser ein Rettungsboot. Soll heißen: Krisen können auch zur Job-Sackgasse werden, und das für sehr lange Zeit. Und wenn Sie sich bis dahin nicht mehr bewegt haben, sinkt auch Ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt. Sind Sie bereit, dieses Risiko für Ihren Arbeitgeber einzugehen?


  6. Die Arbeitsatmosphäre stimmt nicht

    Auch Einzelgänger können beruflich erfolgreich sein. Für die Mehrheit der Arbeitnehmer gilt das aber nicht, im Gegenteil: Chef und Kollegen sind die Hauptgründe dafür, dass Mitarbeiter kündigen und den Job wechseln. Wer mit der Arbeitsatmosphäre unzufrieden ist und keinen Anschluss ans Team findet, tut sich folglich auch schwer damit, seine Karriere weiterzuentwickeln. Zudem macht die Arbeit dann kaum noch Spaß oder wird gar zur Qual.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Gefährlich! Denn wer immer lustloser arbeitet, bringt auch weniger Leistung. Eine Abwärtsspirale entsteht. Am Ende wird so jemand noch gegangen und bekommt nicht mal mehr ein gutes Arbeitszeugnis. Besser man erkennt die Zeichen der Zeit vorher - wenn der eigene Ruf noch gut und die Bitterkeit nur eine Andeutung ist. Heißt für Sie: Wenn keine Besserung der Arbeitsatmosphäre in Sicht ist, kann ein anderes Team bei einem neuen Arbeitgeber die beste Option sein.


  7. Der Job ist nicht das, was Sie wirklich wollen

    Jedem steht es glücklicherweise frei, seinen Traumberuf zu wählen. In der Realität aber rutschen viele in irgendeinen Job, der ihnen zwar ein Einkommen beschert, aber nicht ausfüllt. Wenn das eine bewusste Entscheidung ist, mit der Sie sich auch in den nächsten 20, 30, 40 Berufsjahren arrangieren können - fein. Andernfalls droht hier eine gefährliche Karriere-Sackgasse, in der der Frust, im falschen Job zu hängen, steigt.

    Tipp gegen dieses Warnzeichen einer Karrieresackgasse

    Hier hilft wirklich nur, sich zu fragen, was man von seinem Leben und Beruf erwartet, welche Ziele und Wünsche man verfolgt und wie sich diese realisieren lassen. Veränderungen sind nicht immer einfach und alles andere als bequem. Manchmal aber sind sie unumgänglich und nötig, um wieder glücklich zu werden. Wie heißt es so richtig: Im Rückblick bereuen wir nur selten die Dinge, die wir gemacht haben, aber fast immer die Dinge, die wir nicht gemacht haben.

In der Karriere-Sackgasse: Was lässt sich dagegen tun?

Sie stellen fest, dass Sie in Ihrem aktuellen Job nur auf der Stelle treten und die Perspektive für Ihre Entwicklung alles andere als rosig ist. Was sich dagegen unternehmen lässt? Wer an dieser Stelle auf ein Wunder hofft oder ein Allheilmittel erwartet, wird leider enttäuscht. Denn offen gestanden: viele Alternativen gibt es nicht. Nur noch Dienst nach Vorschrift zu schieben, ist allerdings keine Option.

Der Rückschritt würde ebenfalls bemerkt. Und entweder wirkt es kleinlich und beleidigt (was nicht gerade einen reifen und souveränen Eindruck erzeugt) oder aber es nagt an der bisher mühsam aufgebauten Reputation. In beiden Fällen wird eine Entwicklung oder gar die Beförderung immer unwahrscheinlicher.

Es bleiben daher meist nur zwei Wege aus der Karriere-Sackgasse:

  1. Netzwerken

    Vernetzen Sie sich systematisch und gezielter im Unternehmen, insbesondere auf höheren Hierarchieebenen. Das darf nicht nach Illoyalität riechen, Diskretion ist daher oberste Pflicht. Aber Ziel ist dabei einem anderen, noch höher gestellten Chef klarzumachen, wie auch er von Ihnen als Leistungsträger profitieren kann (woran letztlich jeder Chef interessiert ist). Oder anders formuliert: Forcieren Sie subtil eine Art internen Wettbewerb um ihre Leistungskraft.

    Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass das Problem damit nur verschoben wird. Und Netzwerken hilft auch nur langfristig. Und die interne Sackgasse setzt sich selbst bei einem erfolgreichen Manöver in der Regel dann erneut, nur eine Stufe höher und an anderer Stelle im Unternehmen fort.

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  2. Jobwechsel

    Die zweite Alternative ist radikaler, aber meist der einzig mögliche nachhaltige Befreiungsschlag: der Jobwechsel. Und keine Bange, ein Jobwechsel ist auch mit 50 noch möglich. Das Alter ist also keine Ausrede, in einer perspektivlosen Sackgasse zu verweilen.

    Einen solchen Jobwechsel sollten Betroffene allerdings nie mit Frust, sondern natürlich mit der Suche nach neuen Herausforderungen und einer persönlichen Weiterentwicklung begründen (was ja auch stimmt). Achten Sie in dem Fall aber vor allem darauf, an welchen neuen Chef Sie geraten.

    Am besten fährt, wer auf sogenannte A-Typen (nicht Alpha-Typen) achtet - die wissen gute Leistungen zu schätzen und zu fördern und fühlen sich dadurch auch nicht bedroht Das Ganze nennt sich Exzellenz-Effekt und wird auch im folgenden Video noch einmal erklärt.


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