Karriereentwicklung
Es viele Gründe, warum die Karriere ins Stocken gerät. Tatsächlich sind Berufspfade weit verzweigt. Und mit der zunehmenden Projektarbeit nehmen die Abkürzungen ebenso wie mögliche Abzweige eher noch zu. Für die Karriereentwicklung kann das zum Problem werden: Manche verlaufen sich dabei und kommen nirgendwo mehr richtig an; andere geraten in eine Art Sackgasse und wieder andere legen sich viel zu früh fest - mit der Folge, dass sie mit Scheuklappen durchs Leben rennen und großartige Chancen am Wegesrand übersehen. Es gibt aber auch Blockaden, die sind selbst gemacht...

Karriereblockade Nummer 1: Falsche Vorstellungen

Nicht wenige entwickeln beim Berufseinstieg eine Art Instant-Attitüde: Alles, hier, jetzt, sofort. Den besten Job der Welt, die beste Bezahlung, die meiste Freizeit und dazu Karriere, deren Verlauf an eine Vertikale erinnert. Schöne Vorstellung. Nur leider auch genauso naiv.

Entsprechend verlaufen Karrierepfade denn auch selten so, wie sich das mancher erträumt. Eher sieht die berufliche Realität so aus:

WieKarrierenverlaufen-Grafik

Ein ständiges Auf und Ab. Wir leben mit Enttäuschungen und Überraschungen, mit Niederlagen und Siegen. Mal scheint es, als klebe an einem das Pech wie anderswo Kaugummi am Schuh. Mal kommt es knüppeldick und dann hat man wieder einen unglaublichen Erfolgslauf, mit einem Höhepunkt nach dem anderem. Gut so: Das ist das Leben!

Das bedeutet aber zugleich: Auch wenn es so aussieht, als sei die berufliche Entwicklung ins Stocken geraten, muss das noch lange kein Dauerzustand bleiben. Oft ist es eben nur ein (temporärer) Zustand und vielleicht sogar eine wichtige Ausgangsbasis für den nächsten wichtigen Karrieresprung.

Wichtig ist dann, sich seiner Ziele bewusst zu bleiben und diese fokussiert weiterzuverfolgen. Auch wenn man dabei - scheinbar - auf der Stelle tritt.

20 Aussagen, die die Karriereentwicklung hemmen

Es gibt aber eben auch jene, die sich selber blockieren, weil sie irrigen Glaubenssätzen erliegen - in der Regel sogar selbstgemachten.

Kommen Ihnen beispielsweise folgende Aussagen bekannt vor?

  • Für mich gibt es keine Jobalternativen. Ich werde hier noch viele Jahre schuften.
  • Ich kann mir einen Jobwechsel nicht leisten.
  • Ich habe viel zu große Angst, meine sichere Stelle aufzugeben.
  • Für meine Qualifikation gibt es kaum Nachfrage.
  • Ich wüsste gar nicht, wo ich mich bewerben sollte.
  • Ich bin zu alt für den Arbeitsmarkt.
  • In meiner Umgebung sind keine passenden Stellen frei.
  • Es gibt genug Arbeitnehmer, denen es schlechter geht. Ich sollte also zufrieden sein.
  • Die Mehrheit verdient weniger als ich. Da geht es mir verhältnismäßig gut.
  • Mir wird es besser gehen, wenn es auch dem Unternehmen wieder besser geht.
  • Mir wird es besser gehen, wenn wir einen neuen Chef bekommen.
  • Früher oder später kommt die Beförderung schon. Da bin ich sicher.
  • Früher oder später kommt die Gehaltserhöhung schon. Da bin ich sicher.
  • Die Arbeitszeiten sind mörderisch, aber wenigstens habe ich Arbeit.
  • Arbeit muss keinen Spaß machen, deshalb heißt es ja Arbeit.
  • Ein neuer Job wäre nicht schlecht, aber die Kollegen hier sind so nett.
  • Meine Kollegen sind zwar nervig, aber der Job macht irrsinnig viel Spaß.
  • Ich habe keine Ahnung, wohin ich mich entwickeln soll.
  • Ich wüsste nicht, wozu ich mich noch weiterentwickeln sollte.
  • Ich habe keine Zeit, mir über solche Dinge Gedanken zu machen.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und sicher, auf den ersten Blick scheint manche der Aussagen sogar plausibel, menschlich verständlich sowieso. Aber eben nur auf den ersten Blick.

Auf den zweiten Blick offenbaren sie gefährliche Hoffnungen und Wenn-Dann-Glaubenssätze. Aber auch ein typisches Dilemma:

  • Wir sind mit der aktuellen Situation unzufrieden.
  • Haben uns damit aber zugleich arrangiert.

Ein typischer Fall von Komfortzone: Klar, würden wir die Dinge gerne ändern, aber das kostet Kraft, Zeit, birgt Risiken und Unsicherheiten. Dann lieber weitermachen. Das ist zwar suboptimal, aber wenigstens berechenbar. Fatal! Denn wenn es doch einmal ganz anders kommt als erwartet (und das passiert meistens), hält man selbst die Zügel nicht mehr in der Hand. Pures Gift für die Karriereentwicklung!

Was sich dagegen tun lässt?

Lösen Sie sich von Ihren aktuellen Einstellungen und Annahmen und gehen Sie auf Null zurück. Nur wenn Sie die Standortanalyse offen und vorbehaltlos angehen, können Sie den für Sie passenden Weg finden.

Die dann auftauchenden Fragen und Themen werden – das sei als Warnung gesagt – nicht immer angenehm sein und Sie oft noch mehr aus der Komfortzone führen. Aber wer etwas ernsthaft und nachhaltig ändern will, muss sich dafür auch mit den persönlichen Wünschen, Plänen und Leidenschaften, aber eben auch mit den Ängsten, Zweifeln und Befürchtungen befassen.

Und das gilt nicht nur für den beruflichen, sondern auch für den privaten und persönlichen Bereich.

Nehmen Sie sich Zeit für eine ehrliche und umfassende Bestandsaufnahme, gehen Sie Ihre innere Inventur konsequent an. In der Regel hilft dabei auch etwas Reflexion von Dritten – Freunden zum Beispiel – um sich über einige Themen und fehlende Puzzleteile klar zu werden.

Karriereentwicklung: Sie haben immer 3 Alternativen

Sie kennen vielleicht das Bonmot Love it, leave it or change it. Auf den ersten Blick klingt das vielleicht nach einem Simplify-your-brain-Tipp aus dem Abreißkalender vom Donnerstag. 1988.

Doch es stimmt: Egal, was einem stinkt – im Beruf, im Privatleben: Es bleiben immer diese drei Alternativen...

  1. Love it - Lernen Sie die Sache zu lieben
  2. Change it - Ändern Sie Ursachen (oder Sie sich selbst)
  3. Leave it - Oder ziehen Sie weiter.

So oder so: Treffen Sie eine Entscheidung. Das ist das eigentliche Geheimnis des Erfolgs.

Love it, leave it or change it

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