Haben Sie für 2013 gute Vorsätze gefasst oder sich gar neue Ziele gesetzt? Gehört das berufliche Weiterkommen auch dazu? Ja? Dann sind Sie damit in guter Gesellschaft, denn Karriereziele stehen bei vielen Menschen ganz oben auf der Liste. Doch die viele Arbeitnehmer werden ihre beruflichen Ziele auch 2013 nicht erreichen. Einer der häufigsten Gründe: unzureichende Netzwerkpflege. Viele Menschen messen den Erfolg ihrer Netzwerkarbeit beispielsweise rein an der Zahl ihrer Kontakte – und legen damit einen völlig falschen Maßstab an. Denn für den Wert eines Netzwerks ist in erster Linie die Qualität und nicht die Quantität der Kontakte entscheidend. Daher sollten Sie hier regelmäßig aufräumen.

Die ersten Tage des Jahres sind für einen solchen Netzwerk-Neujahrs-Putz in der Regel optimal geeignet. Auch wenn Sie heute wieder mit der Arbeit beginnen, dürfte es aktuell noch sehr ruhig sein. Und wenn Sie noch Urlaub haben, können Sie sich die notwendige Zeit ohnehin nehmen. Apropos Zeit: Gehen Sie das Aufräumen Ihrer Kontakte bitte in Ruhe und ernsthaft an. Je nach Größe Ihres Netzwerks kann das Ordnen und Sortieren durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen. Gehen Sie Ihre Kontakte jetzt jedoch gründlich und detailliert durch, werden Sie davon das ganze Jahr über profitieren.

Kriterien für Ihr Netzwerk

Bevor Sie sich jedoch auf Ihr Adressbuch stürzen und Kontakt um Kontakt durchgehen, müssen Sie im ersten Schritt Auswahlkriterien definieren. Ob ein Kontakt für Sie nach wie vor wertvoll ist, hängt dabei primär von Ihren Zielen und Ihren Karriereplänen ab. Die folgenden Fragen können Ihnen dabei helfen, Ihre Kontakte einzuordnen:

  • Besteht regelmäßiger Kontakt?
  • Haben sich aus der Kommunikation bereits Vorteile ergeben?
  • Können Sie dem Kontakt Mehrwert bieten?
  • Hat die jeweilige Person eine potentiell wichtige Position inne?
  • Kennt die Person möglicherweise wichtige Entscheider?
  • Hat der- oder diejenige Einfluss auf Entscheidungen und die Entwicklung des Unternehmens?
  • Verfügt der Kontakt über eine hervorragende Reputation und hohe Bekanntheit?
  • Passen Expertise und Position des Kontakts zu Ihren Plänen?

Haben Sie mehrere dieser Fragen mit “ja” beantwortet, handelt es sich in der Regel um einen wichtigen Kontakt, den Sie sich erhalten sollten. Können Sie umgekehrt jedoch die Mehrheit der Fragen verneinen, ist es vielleicht an der Zeit, den Kontakt aus Ihrem Netzwerk zu streichen oder Ihre Anstrengungen deutlich zu reduzieren.

Netzwerkpflege beginnt bei den Details

Doch eine aktive Netzwerkpflege beziehungsweise das aktive Aufräumen Ihrer Kontakte umfasst deutlich mehr, als die Sortierung in wichtige, weniger wichtige und verzichtbare Kontakte. Sind nach dem ersten Durchlauf die Prioritäten der einzelnen Kontakte klar, folgt im zweiten Durchgang die Feinarbeit.

Dabei nehmen Sie jeden einzelnen Kontakt unter die Lupe und überprüfend die vorhandenen Daten. Zu einem vollständigen Datensatz gehören – so banal es klingen mag – aktuelle Telefonnummern, eine geschäftliche und vielleicht auch private E-Mail-Adresse sowie eine gültige Postanschrift. Diese Basisdaten sollten bei jedem Kontakt vorhanden sein. Für eine aktive Netzwerkarbeit reichen diese jedoch nicht aus. Dafür sind ergänzende Notizen und Informationen notwendig. Dazu gehören beispielsweise:

  • Unternehmen und Arbeitgeber
  • Position im Unternehmen
  • Datum und Kontext der ersten Kontaktaufnahme
  • Themen, über die bereits gesprochen wurde
  • Interessen, Pläne und Ziele des Kontakts
  • Datum und Thema der letzten Kontaktaufnahme
  • Biografische Daten der Person

Diese Liste können und sollten Sie natürlich auf Ihre Situation und Beziehung zum jeweiligen Kontakt anpassen. Schlussendlich ist das Ziel, so viele Daten zu haben, dass Sie sich vor einem Gespräch oder einer Kontaktaufnahme in wenigen Minuten auf den aktuellen Stand bringen können.

Bleiben Sie menschlich

Zielgerichtete Netzwerkarbeit und Beziehungspflege sind ohne Frage wichtig, doch bei aller Optimierung sollten Sie den menschlichen Aspekt nicht ganz aus den Augen verlieren. Personen, die Ihnen menschlich sympathisch sind, auf den ersten Blick jedoch nichts zum Netzwerk beisteuern, sollten Sie daher nicht sofort aussortieren. Schließlich soll Netzwerkarbeit ja auch Spaß machen und wer weiß, vielleicht sind solche Kontakte Ihnen in anderen Lebensbereichen von Nutzen.