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Seit dem 1. Januar 2016 gibt es für Eltern mehr Kindergeld - wenn auch nur zwei Euro pro Sprössling. Interessant ist das Thema vor allem für Eltern studierender Kinder. Denn die staatliche Wohltat wird Ihnen unter Umständen auch dann noch gewährt, wenn Ihre Kinder nach einem Bachelor- ein Masterstudium dranhängen. Und sogar dann, wenn sie neben dem Studium richtig gutes Geld verdienen. Karrierebibel sagt Ihnen, wann Sie für wen wie viel Kindergeld bekommen...

Kindergeld für Studenten: Das ist wichtig

Das sind die Basics: Für das erste und zweite Kind gibt es seit Anfang 2016 jeweils 190 Euro, für das dritte 196 Euro und für jedes weitere 221 Euro. Ausgezahlt wird bis zum 18. Lebensjahr, unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Denn: Auch für ein volljähriges Kind können Eltern einen Anspruch auf Kindergeld geltend machen. Nämlich dann, wenn Sohn oder Tochter...

  • sich in der Schul- oder Berufsausbildung befindet.
  • einen Ausbildungsplatz sucht.
  • ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr ableistet.
  • sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet.

Unabhängig davon gibt es Kindergeld auch jenseits des 18. Geburtstags, wenn das Kind seinen Lebensunterhalt wegen einer Behinderung nicht selbst bestreiten kann oder arbeitslos und noch keine 21 Jahre alt ist. Im Einzelfall auch dann, wenn der Nachwuchs einen freiwilligen Wehrdienst ableistet.

Kindergeld für Ü18: Unter diesen Voraussetzungen

Vor allem für Studenten (bzw. für die Eltern von Studenten) hat sich die Rechtslage in den vergangenen Jahren entscheidend geändert. So besagt das Steuervereinfachungsgesetz von 2011: „Ein volljähriges Kind wird grundsätzlich bis zum Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums berücksichtigt.“

Bedeutet ganz konkret: Wenn Ihr 19-jähriger Sohn eine Bäcker-Lehrer absolviert oder sich für ein Bachelor-Studium in Maschinenbau einschreibt, beziehen Sie für ihn weiterhin Kindergeld. Übrigens auch auch dann, wenn er neben dem Studium jobbt. Sein genaues Einkommen im Nebenjob spielt ebensowenig eine Rolle wie ein möglicher Bafög-Bezug: So lange er sich in einer Erstausbildung befindet, erhalten Sie Kindergeld.

Zum Vergleich: Vor dem Inkrafttreten des Steuervereinfachungsgesetzes lag die Einkommensgrenze bei 8.004 Euro im Jahr. Wer als Student damals mehr verdient hat, verlor den Anspruch auf Kindergeld. Klare Erleichterung für Eltern und studierende Kinder also!

Aber: Wenn nun das Studium des Kindes in die Kategorie "Zweite Berufsausbildung" fällt, erlischt der Anspruch auf Kindergeld unter Umständen. Beispiele für eine zweite Berufsausbildung sind: Ihre Tochter nimmt ein Studium auf, nachdem sie bereits eine Ausbildung hinter sich gebracht hat. Oder Ihr Sohn macht eine Ausbildung, nachdem er sich bereits im Rahmen seines freiwilligen sozialen Jahrs zum Rettungssanitäter hat ausbilden lassen. In diesen Fällen gibt es Kindergeld nur noch, wenn Ihr Kind nicht mehr als 20 Stunden pro Woche nebenher jobbt.

Kindergeld für Studenten: Das beachten

Arbeitet Ihr Kind hingegen länger, gilt der Job als Haupttätigkeit - und der Anspruch auf Kindergeld entfällt. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Ein Mini-Job ist unbedenklich - oder wie es im Behördendeutsch heißt: unschädlich. Und: Die Tätigkeit darf die 20 Wochenstunden im Schnitt nicht überschreiten. Studenten, die beispielsweise in den Semesterferien 30 Stunden pro Woche malochen und während des Semesters runter auf zehn Stunden gehen, verlieren den Anspruch nicht - so lange es bei den 20 Wochenstunden IM SCHNITT bleibt.

Wichtig: Der Bundesfinanzhof hat Ende 2015 geurteilt, dass ein Masterstudium, welches inhaltlich und zeitlich auf den vorhergegangenen Bachelor-Studiengang abgestimmt ist, als Erst- und nicht als Zweitausbildung zu werten ist. Konsequenz: Die Eltern wahren ihren Anspruch auf Kindergeld.

Kindergeld: So beantragen

Zum praktischen Teil: Den Antrag auf Kindergeld stellen Sie bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit - in der Regel an Ihrem Wohnort. Wichtige Änderung: Ab dem 1. Januar 2016 muss der Antrag zudem die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes enthalten. Die Steuer-ID wird nach der Geburt automatisch den Eltern übermittelt. "Wer Kindergeld erhalten möchte, muss seiner Familienkasse seine steuerliche Identifikationsnummer und die steuerliche Identifikationsnummer des Kindes angeben", schreibt das Bundeszentralamt für Steuern auf seiner Homepage.

„Kindergeld wird auch ohne Vorlage der Steuer-Identifikationsnummer weiter gezahlt“, lässt ihrerseits die Bundesagentur für Arbeit verlauten. Widerspruch bei den Behörden, aber Leitgedanke für Eltern: Liefern Sie die Steuer-ID nach Möglichkeit bei der Antragstellung mit.

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