Der Redner hielt einen 50-Euro-Schein in die Luft: „Wer von Ihnen möchte diesen 50-Euro-Schein haben?“, fragte er sein Publikum. Zahlreiche Hände gingen hoch. Da nahm er den Schein und zerknüllte und zerknautschte ihn, riss Ecken hinein bis der Schein nur noch ein unansehnliches Knäuel war. Wieder fragte er: „Wer von Ihnen möchte jetzt noch diesen 50-Euro-Schein haben?“ Wieder gingen fast alle Hände hoch. „Na, gut“, sagte der Redner und warf das Schein-Knäuel auf den Boden. Dann stampfte er mit seinen schmutzigen Schuhen darauf herum, wischte sie daran ab und erzählte dazu eine Geschichte von dem schmierigen Trottoire, durch den er zuvor gegangen war. Dann hielt er das zerschundene Stück Papier mit zwei spitzen Fingern hoch: „Wer von Ihnen möchte diesen 50-Euro-Schein jetzt noch haben?“ Es waren nur ein paar Hände weniger, die aufzeigten. Das Gros wollte ihn noch immer haben. Egal, was er mit dem Geldschein anstellte, wie schmutzig oder zerknittert er auch war, der Wert blieb gleich: 50 Euro.

[Erzählung, Quelle unbekannt]

Mit Menschen ist das ähnlich: Egal, wie oft manche fallen gelassen werden, wie oft sie am Boden zerstört sind, auf ihnen herumgetrampelt wird oder sie sich vielleicht schmutzig und wertlos fühlen – an ihrem Wert ändert das nichts.