resilienz 86 Prozent der Führungskräfte sehen Burnout als brennendes Thema in den Unternehmen. 67 Prozent halten es auch für ein Thema in ihrem Unternehmen. Die Differenz zeigt: Das Problem wird vorwiegend als Problem der anderen gesehen. 38 Prozent nehmen sich dem Thema Burnout aktiv in ihrem Unternehmen an. Bei 33 Prozent wird Burnout tendenziell tabuisiert. 29 Prozent der Befragten sagen: Burnout wird zum Teil tabuisiert, zum Teil wird darauf aber auch reagiert.

Quelle: NAVO Consulting

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Gerade in Krisenzeiten feiert das Thema Burnout Konjunktur. Als Urheber des Begriffs vermuten manche den britischen Autor Graham Greene, der 1961 in seinem Roman A Burnt-Out Case erstmals einen Berufstätigen seelisch ausbrennen ließ. Vielen Ärzten, Psychologen, Anti-Stress-Trainern und auch so manchem Scharlatan hat die Angst davor seitdem Aufträge verschafft. Dabei ist nicht jedes Zipperlein ein Zeichen für einen drohenden Zusammenbruch. Oft ist es nur ein Zipperlein. Das echte totale Ausgebranntsein hingegen ist eher ein schleichender Prozess: Der Körper schüttet permanent und auf hohem Niveau Stresshormone aus. Das kann erst zu Durchfall, Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Man wird gereizter, kann sich nicht mehr regenerieren, macht Fehler. Dagegen anzukämpfen beschleunigt den Energieverfall dann nur noch. Irgendwann wachsen einem die Dinge über den Kopf. Alles geht schief, die Selbstzweifel nagen am Ego, man isoliert sich, fühlt sich überfordert, hilflos. Schlimmstenfalls wird daraus eine Depression. Falls Sie sich fragen, ob Sie zu den Gefährdeten gehören: Es gibt mindestens vier Anzeichen dafür, dass Sie auf dem Weg sind, ein Workoholic und damit ein Burnout-Opfer zu werden:

  • Sie können nicht delegieren. Die meisten Workoholics tun sich schwer damit, Verantwortung zu teilen oder gar einzelne Aufgaben abzugeben. Entweder, weil sie fürchten dann die Kontrolle darüber zu verlieren. Oder, weil sie glauben, das Ergebnis wäre dann nur halb so gut. Wenn überhaupt. Sie neigen entweder zum Perfektionismus oder zum Kontrollfreak, oder zu beidem. Und beides sind sichere Wege in Frustration und soziale Isolation.
  • Sie sprechen immerzu vom Job. Egal, ob Sie in der Kaffeeküche stehen, einen Kongress besuchen oder abends mit Freunden in einer Bar zusammenstehen – es dauert nicht lange, bis Sie das Gespräch auf den Job gelenkt haben: Branchenzahlen, Projektfortschritte, Personalien, Ihr Chef, die Karriere – das ist es worum Ihre Gedanken kreisen. Umgekehrt: Sobald das Gespräch nicht darum geht, beginnen Sie sich umgehend zu langweilen.
  • Sie vernachlässigen private Aufgaben. Schauen Sie sich einmal kritisch in Ihrer Wohnung um: Türmen sich Schmutzwäsche und Geschirr in der Spüle? Die Haushaltsmitglieder monieren längst überfällige Reparaturen? Sie vergessen regelmäßig einzukaufen oder die Besorgungen, die man Ihnen aufgetragen hat? Auch das sind typische Anzeichen, dass sich Ihre Prioritäten ungleich verschoben haben und Ihr Kopf kaum noch frei ist.
  • Sie vereinsamen. Je mehr Sie sich in die Arbeit stürzen, desto weniger Zeit haben Sie für die Familie, Freunde, Bekanntschaften. Logisch, aber gefährlich. Damit fehlt Ihnen zugleich die Inspiration durch Fachfremde – denken Sie nur an das studium generale: je mehr man über den Horizont der eigenen Disziplin blickt, desto größer der Lerneffekt. Zum anderen fehlt das soziale Korrektiv: Oft sind es allein die guten Freunde, die einem unverblümt sagen, dass man sich zum Nachteil verändert hat.

burnout-grafikStatistiken zufolge sind Frauen stärker gefährdet als Männer. Sie neigen vermehrt dazu, es allen recht machen zu wollen, und sie stützen ihr Selbstwertgefühl öfter auf äußere Anerkennung. Wer oben genannte Symptome an sich beobachtet, sollte Hilfe in Anspruch nehmen. Darüber hinaus gibt es noch die folgenden vorbeugenden Maßnahmen:

  1. Kämpfen Sie gegen Ursachen, nicht gegen Symptome! Gegen Müdigkeit hilft nicht mehr Kaffee, sondern regelmäßige Pausen, regelmäßiger Schlaf, gesundes Essen und Ausgleichssport.
  2. Setzen Sie Prioritäten! Jeder Mensch hat gleich viel Zeit – man muss sie nur richtig einteilen. Was müssen Sie erledigen? Was sind die Zeitfresser? Wie können Sie die Zeit besser einteilen? Manches lässt sich delegieren.
  3. Überprüfen Sie Ihre Erwartungen! Genauso wenig wie Sie allen gefallen können, können Sie andere ändern. Machen Sie sich frei von übernommenen Statusbildern und Rollenmustern.
  4. Gehen Sie Konflikte offensiv an! Ungeklärtes runterzuschlucken oder in sich hineinzufressen, zermürbt und zehrt an der Leistungskraft. Entweder Sie bleiben Teil des Problems oder werden Teil der Lösung.
  5. Klären Sie Ihre Aufgaben! Überforderung entsteht, wenn berufliche Kompetenzen und Erfolgskriterien nicht klar definiert sind. Schaffen Sie sich emotionalen Halt durch Gewissheit.

Die Röher Parkklinik bietet hierzu übrigens einen kostenlosen Fragebogen mit anschließender Auswertung an, die eine erste Grundlage für eine individuelle und wissenschaftlich fundierte Burnout-Beratung sein kann.