Laut einer neuen Monster-Umfrage stehen die Chancen für Sie Fifty-fifty: Entweder Sie gehören zu den Kollegen mit Kinderstube – oder Sie nerven. Und zwar mit auffällig schlechten Manieren. Ganz 21 Prozent haben der Einschätzung ihrer Kollegen zufolge so gar kein Benehmen, 26 Prozent immerhin noch jede Menge Potenzial zur Verbesserung (was sehr höflich ausgedrückt ist). Gerade einmal sieben Prozent der Befragten fanden, dass sich ihre Büronachbarn benehmen können (siehe Grafik, zum Vergrößern bitte anklicken).
Aber es geht auch konkreter. Folgende schlechte Manieren grassieren vor allem im Büro:
- Die Kollegen tratschen: 35 Prozent.
- Die Kollegen hinterlassen einen Saustall: 25 Prozent.
- Die Kollegen sind einfach zu laut: 14 Prozent.
- Die Kollegen simsen oder schreiben E-Mails in der Konferenz: 10 Prozent.
- Nichts davon – aber jede Menge andere Fauxpas‘: 16 Prozent.







kosmolink
Also die Punkte kann ich alle für mich so unterschreiben. Hab jetzt vor meinem Computer von Zeile zu Zeile lesend fleißig mit dem Kopf genickt.
Tratscherei und Lautstärke machen mich wahnsinnig.
Dieses “hast du schon gehört, der …. und die ….”
—> was soll das? Und was fange ich mit der Information an, dass der Huber/Mayer/Müller sich jetzt nicht nur nen weißen Porsche geholt hat, sondern dass neben ihm auch noch ein unpassender blonder Jungbrunnen weiblicher Spezies mit im Auto sitzt?
Ich meine, ja, der Mensch ist ein Wesen, das definitiv in sozialen Gefügen lebt und dazu gehört auch der soziale Kontakt. Aber muss es immer um andere gehen?
Für mich sieht es fast so aus, als würden genau die, die am Lautesten auf andere zeigen, dass genau diese am Meisten von sich selbst ablenken wollen. Und was mich am Meisten nervt, sie reden ja gar nicht miteinander. Immer über einen anderen, der nicht anwesend ist.
WOW. Ich kapier’s bis heute noch nicht.
Ich will nicht Teil solcher Tratschgruppen sein und mich interessiert das auch nicht. Aber ständig wird man dann in das “Gespräch” hineingezogen und soll Stellung beziehen. Wenn ich von Weitem schon das Getuschel höre, dann meide ich den Gang zur Teestation. Ich passe meinen Arbeits-/Wohlfühlrhythmus an das Tratschvolk an. Und das nervt!!!!!
Beim Thema Lautstärke musste ich eben sogar lachen. Das ist ein absoluter Dauerbrenner bei mir auf der Etage. Mein Büro ist zum Nachbarbüro mit einer Zwischentür verbunden. Die Tür ist zwar – wegen unterschiedlicher Sachgebiete – ständig verschlossen, aber diese Tür weist definitiv nicht dieselben Schallschutz-Qualitäten wie eine gemauerte Wand auf *grummel*
Montag Vormittag ist es am Schlimmsten. Dann höre ich, dass sich der kleine Nick von Lieschen Müller eingeschissen hat, dass der Nachbar von Hannah Schmidt ein Reh killte, dass alle Gurken und Tomaten sofort als Sondermüll aus dem ganzen Landkreis entsorgt werden sollten, dass das Haus an der Ecke jetzt tatsächlich verkauft sei, dass ein Bauantrag für einen neue U-Bahn mitten im Holzland genehmigt wurde und und und.
Montags dauert es immer minimum bis 11:30, bis sich der Austauschbedarf einpegelte, dass ich nur noch Gemurmel höre. Dann sinkt die Lautstärke etwas und ich kann keine ganzen Gespräche mehr, sondern eher nur noch ein Bienenschwarm-artiges Dauer-Gesumme hören.
Wenn der Hühnerstall so richtig loslegt, dann hört das sogar mein Telefon-Partner. Und zwar am anderen Ende der Leitung außerhalb meines Büros!!!!
Und was mich dann auf die Palme bringt: Diese Kolleginnen sind sowas eingedeckt mit Arbeit, dass sie sie nicht mehr schaffen. Kurzum: sie haben keine Zeit, ihre Arbeit zu erledigen. Und als dann bei mir die Tür aufging und mir mitgeteilt wurde, dass dies und das jetzt von mir erledigt werden sollte, da bin ich wie ein Heizkessel in die Luft gegangen. Ich bin regelrecht explodiert.
Dass sie keine Zeit haben, das leuchtet mir ein. Würde ich solche Kaffeehausrunden schmeißen, würde sich mein Schreibtisch nach wenigen Tagen auch stark durchbiegen und ich den Überblick verlieren.
Und das ist es, was mich traurig macht und nervt. Jemand bekommt Geld für’s Quatschen und es ist alles ok. Und ich sollte dann deren Arbeit zusätzlich erledigen? Ja bin ich denn der Depp vom Dienst?
Vielleicht ist es auch der Neid meinerseits? Ich besitze eine andere Einstellung zu meinem Arbeitsverhältnis. Ich gehe ins Büro und MUSS dort was leisten, sonst würde mich das wahnsinnig machen und ich wäre abends unausgelastet.
Die Vorstellung, dass ich mich 5 Stunden quatschend mit einer Kaffeetasse in der Hand mit anderen Kolleginnen außerdienstlich austausche, das geht gar nicht in meinen Kopf. Das existiert da gar nicht.
Aber meine Firma kann sich das scheinbar noch leisten.
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