Kommunikationsfaehigkeit verbessern im beruf
Ebenso wie Teamfähigkeit wird in so gut wie jeder Stellenanzeige ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit verlangt. Es ist eines dieser Buzzwords, die zwar von jedem Unternehmen verlangt werden, aber nur selten mit einer konkreten Vorstellung verbunden sind. Was steckt eigentlich hinter dem Begriff "Kommunikationsfähigkeit" und warum legen Unternehmen solch einen gesteigerten Wert auf kommunikative Mitarbeiter? Die kurze Antwort: Weil es zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Wir haben uns das Thema aber natürlich auch einmal genauer angesehen und erklären, was Sie zur Kommunikationsfähigkeit wissen müssen, wie Sie diese verbessern und wie erfolgreiche Kommunikation gelingt...

Kommunikationsfähigkeit Definition: Was ist damit gemeint?

In der heutigen Gesellschaft ist Kommunikation allgegenwärtig und absolut nicht mehr wegzudenken. Über mobiles Internet und Smartphone sind wir ständig und überall mit der gesamten Welt in Kontakt. Im ursprünglichen Sinn bedeutet Kommunikation allerdings erst einmal nur den Austausch von Informationen.

Doch wie sieht es mit Kommunikationsfähigkeit aus? Hier wird es schon etwas komplizierter, denn um kommunikationsfähig zu sein, reicht es nicht aus, einfach nur viel zu reden oder der Umwelt alles mitzuteilen, was einem gerade so durch den Kopf geht.

Zunächst einmal geht es laut Definition im Duden auch darum, überhaupt die innere Bereitschaft zu entwickeln, mit anderen in Kommunikation zu treten. Hinzu kommt, dass auch die Fähigkeit vorhanden sein muss, diese Kommunikation erfolgreich durchzuführen.

Dies ist auch gleich der Grund, warum ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit im Beruf von so großer Bedeutung ist und von nahezu jedem Arbeitgeber verlangt wird: Um seinen Job gut machen zu können, ist es notwendig, erkennen zu können, was das Gegenüber - sprich der Chef, Kollege oder Kunde - möchte und in der Lage zu sein, verständlich darauf zu reagieren.

Anders gesagt: Wer kommunikationsfähig ist, kann Botschaften klar und deutlich formulieren und kann auf der anderen Seite die Signale der anderen interpretieren.

Ein Faktor der Kommunikationsfähigkeit ist damit auch die Auswahl des richtigen Kanals, um den bestmöglichen und erfolgversprechendsten Rahmen für den Austausch zu wählen. Ist ein persönliches Gespräch und vier oder auch mehr Augen eine angebrachte und auch umsetzbare Möglichkeit? Oder sind ein Telefonat oder der Kontakt per E-Mail die besseren Alternativen?

Eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit zeigt sich nicht zuletzt darin, wie ein Mensch sich den verschiedenen Situationen anpasst und dabei die diversen Rollen übernimmt. So ist der Plausch unter Kollegen vollkommen anders zu bewerten als das Jahresgespräch mit dem Chef oder das Auftreten vor einem wichtigen Kunden.

Kommunikationsfähigkeit Synonyme: Diese Begriffe könnten Ihnen auch begegnen

Kommunikationsfaehigkeit ExtratippGerade in Stellenanzeigen ist der Begriff Kommunikationsfähigkeit geläufig, doch es gibt auch einige Begriffe, die zum Teil als Synonyme verwendet werden, selbst wenn diese nicht hundertprozentig die gleiche Bedeutung haben.

  • Verständigung
  • Offenheit
  • Austausch
  • Extrovertiertheit
  • Offenheit
  • Zwischenmenschlickeit

Wie funktioniert Kommunikation eigentlich?

Der Kommunikationswissenschaftler und Psychologe Paul Watzlawick formulierte fünf Grundsätze, sogenannte Axiome, zu menschlicher Kommunikation. Dieses Modell zu kennen hilft dabei, die Funktion von Kommunikation zu verstehen.

Es liefert auch Aufschluss darüber, warum Kommunikation misslingt. Was sich zunächst kompliziert anhört, ist auf den zweiten Blick recht einfach.

  1. Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.

    Es ist wohl der bekannteste der fünf Grundsätze. Er macht deutlich, dass sobald zwei Menschen in Verbindung treten auch kommuniziert wird. Selbst wenn man ein Gespräch verweigert, sendet man damit seinem Gegenüber eine Botschaft.

  2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersten bestimmt.

    Mit diesem Grundsatz drückt Watzlawick aus, dass Kommunikation nicht nur dafür da ist, um Informationen auszutauschen, sondern auch um miteinander in Beziehung zu treten. Kommunikation verbindet unabhängig vom Inhalt, deswegen stellt er den Beziehungsaspekt über den Informationsaustausch. Auch gibt das Gesagte Aufschluss über die Beziehung zweier Personen zueinander.

  3. Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.

    Der Mensch bildet sich anhand seiner Erfahrung seine Wirklichkeit ab. Er konstruiert damit eine subjektive Wirklichkeit, nach der er handelt. Jeder Kommunikationsteilnehmer verleiht dem Austausch eine Struktur, indem er bestimmten Ereignissen einen besonderen Wert zuspricht und daraus weitere Reaktionen ableitet.

    Ein Beispiel: Der Lehrer ist der Meinung, er müsse Strafarbeiten verteilen, weil die Klasse sich keine Mühe gibt. Die Schüler sind der Meinung, sie geben sich keine Mühe, weil der Lehrer Strafarbeiten verteilt. Wer hat recht? Beide auf ihre Weise.

  4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.

    Mit "analog" sind die Mimik und Gestik gemeint. Mit "digital" die Sprache. Watzlawick stellt fest, dass Kommunikation beide Komponenten enthält und diese nicht unbedingt zusammenpassen müssen. Beispielsweise sage ich es geht mir gut, doch meine Mimik und Gestik signalisieren das Gegenteil.

  5. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.

    Jeder Mensch hat verschiedene Rollen. Diese finden sich auch in der Kommunikation wieder. Spricht man beispielsweise mit einem Kollegen findet die Kommunikation auf gleicherer Ebene (symmetrisch) statt. Spricht man allerdings als Angestellter mit dem Chef, ist der Chef höher gestellt und die Kommunikation ist ungleich (komplementär).

Dieses Video fasst das Kommunikation noch einmal anschaulich zusammen:

Kommunikationsfähigkeit verbessern: Tipps, wie die Kommunikation gelingt

Kommunikationsfaehigkeit verbessern Tipps BeispielDer eine redet, der andere hört zu - das klingt so einfach. Doch wie das Modell von Watzlawick zeigt, ist Kommunikation ein sehr komplexer Prozess und stellt alle Beteiligten vor zahlreiche Herausforderungen. Ob bei einem Gespräch unter Kollegen, einem Geschäftsessen oder einer Gehaltsverhandlung mit dem Chef – oft fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden und so zu kommunizieren, dass der Gesprächspartner tatsächlich versteht, was die eigene Intention ist.

Hier ein paar Tipps und Anregungen, die Ihnen helfen können, Ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und so zu erfolgreicher Kommunikation beitragen:

  • Worauf will ich hinaus?

    Bevor Sie ein Gespräch beginnen, sollte Ihnen klar sein, welches Ziel Sie damit verfolgen. Was möchten Sie von Ihrem Gegenüber? Welche Handlungen sollen aus dem Gespräch resultieren? Im Grunde es darum, erst nachzudenken und dann zu sprechen.

    Sind Sie sich Ihrer eigenen Absichten bewusst, können Sie das Gespräch besser lenken und machen es auch Ihrem Gegenüber leichter zu verstehen, was Sie eigentlich sagen wollen.


  • Was wird nicht gesagt?

    Hier sind wir wieder bei Watzlawicks erstem Grundsatz. Sie kommunizieren immer, auch wenn Sie nichts sagen. Mehr als 65 Prozent der Kommunikation erfolgen nonverbal. Doch die Körpersprache lässt sich nicht so bewusst steuern, wie die Sprache. Deswegen geben Mimik und Gestik viel eher Aufschluss darüber, was ein Mensch fühlt, als seine Worte.

    Achten Sie im Gespräch gezielt auf diese Signale, sowohl bei Ihrem Gegenüber als auch bei sich selbst. Für eine starke Kommunikationsfähigkeit reicht es nicht aus, nur das zu hören und zu registrieren, was auch in Worte gefasst wird.


  • Ist meine Botschaft deutlich?

    Die meisten Probleme zwischenmenschlicher Kommunikation liegen darin, dass der Gesprächspartner das Gesagte anders versteht, als es gemeint war. Ein klassisches Missverständnis eben. Wollen Sie, dass Ihr Gesprächspartner Sie versteht, ist es hilfreich, sich klar und deutlich auszudrücken.

    Besprechen Sie beispielsweise mit einem Kollegen die Urlaubsplanung, braucht dieser genaue Informationen darüber, was in Ihrer Abwesenheit getan werden muss. Je präziser Sie sich in dieser Situation ausdrücken, desto eher weiß Ihr Kollege Bescheid - und desto weniger Stress gibt es im Anschluss.


  • Wie sage ich etwas?

    In einem Gespräch ist nicht nur entscheidend, was gesagt wird, sondern auch das wie. Denn oftmals ist es das "wie", das zu Konflikten führt. Bekanntlich macht der Ton die Musik. Auf diese Weise kann schnell aus einer harmlosen Feststellung ein Vorwurf werden, wenn die Wortwahl nicht durchdacht ist.

    Bevor Ihnen ein unbedachter Satz über die Lippen rutscht, sollten Sie sich deshalb selbst einmal kurz bremsen, um noch einmal nachzudenken. Oft reicht eine Sekunde schon aus, um zu entscheiden, ob die nächsten Worte vielleicht falsch aufgenommen werden könnten.


  • Muster für ein einfaches Arbeitszeugnis bei dem Gesagten?

    Gelungene Kommunikation beinhaltet auch den Perspektivenwechsel. Wie kommt es bei meinem Gegenüber an, wenn ich dieses oder jenes sage? Das ist vor allem wichtig bei Gesprächen, die Konfliktpotenzial enthalten, beispielsweise wenn Sie konstruktive Kritik äußern.

    Wer ein Verständnis für die Situation seines Gegenübers entwickelt, kann auch besser abschätzen, welche Aussagen verletzend wirken könnten oder möglicherweise auf Ablehnung stoßen.


  • Wie behandle ich meinen Gesprächspartner?

    Lassen Sie Ihr Gegenüber zu Wort kommen und unterbrechen Sie ihn nicht? Nehmen Sie das, was er sagt, ernst? Watzlawick stellte fest, dass vor allem der Beziehungsaspekt eine wichtige Rolle spielt. Stellen Sie sich selbst immer in den Vordergrund, entgeht dies auch nicht Ihrem Gesprächspartner.

    Denken Sie immer daran, dass Kommunikation als Austausch gedacht ist, ein Dialog, der immer zwei Seiten beinhaltet. Dabei müssen Sie nicht immer einer Meinung sein, doch sollten Sie Ihren Gegenüber zu Wort kommen lassen und respektvoll behandeln.


  • Habe ich den richtigen Zeitpunkt gewählt?

    Für bestimmte Themen ist der Zeitpunkt entscheidend, beispielsweise bei der Gehaltsverhandlung oder einem Feedbackgespräch. Viele Faktoren können den richtigen Zeitpunkt bestimmen. Bei einer Gehaltsverhandlung spielt es beispielsweise eine Rolle, wie ist die allgemeine Lage ist, ob Ihr Chef gerade Zeit für das Gespräch hat, ob Sie in letzter Zeit mit herausragenden Leistungen glänzen konnten und so weiter.

    Tatsächlich kann dieser Punkt sogar bei scheinbar unwichtigen Gesprächen von Bedeutung sein. So ist ein kleiner Tratsch in der Kaffeeküche meist kein Problem, doch wenn der Kollege gerade versucht, konzentriert zu arbeiten, ist vielleicht nicht der beste Moment, um ihn mit Belanglosigkeiten zu belästigen. Fragen Sie sich deshalb immer, ob der Zeitpunkt passend ist.


  • Höre ich meinem Gegenüber zu?

    Damit Kommunikation funktioniert, müssen Sie auch begreifen, was der andere von Ihnen will. Doch das funktioniert nur, wenn Sie auch zuhören. Und zwar wirklich aufmerksam und nicht nur nebenbei, während Sie darauf warten, selbst wieder das Wort ergreifen zu können.

    Allerdings sind die meisten Menschen viel zu oft mit sich selbst beschäftigt und widmen dem Gegenüber wenn überhaupt nur einen Teil der Aufmerksamkeit. Zuhören bedeutet auch Signale zu senden, die Interesse und Neugier bekunden, beispielsweise das Nachvornelehnen und auch der Blickkontakt im Gespräch. Auch mit Rückfragen zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sich mit dem Gesagten auseinandersetzen.

    Die Perspektive macht den Unterschied

Kommunikationsfähigkeit verbessern: Machen Sie Fortbildungen

Kommunikationsfaehigkeit verbessern Rhetorik TippGerade wenn Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit als Soft Skill in einer Bewerbung angeben wollen, kann es sinnvoll sein, diese auch nachweisen zu können. Jeder kann behaupten, über ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten zu verfügen, doch erst in der Praxis zeigt sich dann, ob dies wirklich der Wahrheit entspricht.

Während Sie sich auf eine Bewerbungsphase vorbereiten oder um Ihre Bewerbungsunterlagen zu optimieren, kann ein Rhetorik-Kurs Ihnen helfen, nicht nur Ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, sondern potenziellen Arbeitgebern auch zu zeigen, dass Sie sich in diesem Bereich speziell fortgebildet haben.

Am Ende heißt es nicht umsonst KommunikationsFÄHIGKEIT und wie andere Fähigkeiten auch, lässt sich der Austausch von Informationen lernen, üben, verbessern und wird durch häufige Wiederholungen und die gesammelte Erfahrung mit der Zeit immer besser.

Diese Artikel finden andere Leser interessant:

[Bildnachweis: Rawpixel.com, Pressmaster by Shutterstock.com]