KonMari-Methode: Ordnen Sie Ihr Leben neu
Aufräumen empfinden die meisten Menschen als lästige Arbeit, die aber dennoch nötig ist, um nicht im absoluten Chaos zu versinken. Nichtsdestotrotz würde wohl jeder seine Zeit gerne anders nutzen. Vielleicht kann die KonMari-Methode Ihre Einstellung zum Aufräumen ändern. Diese wurde durch das Buch The Life-Changing Magic of Tidying up von Marie Kondo bekannt und erfreut sich - trotz ihrer zugegebenermaßen drastischen Vorgehensweise - großer Beliebtheit. Wir erklären, wie die KonMari-Methode funktioniert, wie Sie damit Ihr Leben neu ordnen können und welche Effekte uns so oft davon abhalten, mehr Ordnung zu schaffen...

KonMari-Methode: Worum geht es dabei?

Photographee.eu/shutterstock.comDas Grundprinzip der KonMari-Methode ist denkbar einfach und lässt sich im Grunde auf einen einzigen Satz herunterkürzen: Trennen Sie sich von allem, was Sie nicht glücklich macht.

Klingt verblüffend simpel und viele werden erst einmal einwenden, dass sie ohnehin nur Dinge besitzen, die einen persönlichen Wert für sie haben und die zu ihrem Glücksempfinden beitragen. Wie falsch diese erste Selbsteinschätzung ist, bemerken die meisten erst, wenn sie die weiteren Schritte angehen. Ein Schlüssel der KonMari-Methode ist die Erkenntnis, wie viele Dinge man überhaupt besitzt.

Im Alltag fällt dies kaum auf, da keine Zeit bleibt, die eigene Umgebung bewusst wahrzunehmen. Doch in den Wohnungen der meisten finden sich unzählige Dinge. Kleine, große, neue, alte, Nützliches oder einfach nur Kram, den man sich irgendwann einmal angeschafft hat und der seitdem sein Dasein im vollgestopften Schrank fristet und sich hinter geschlossenen Türen versteckt hält.

Spätestens an dieser Stelle wird vielen klar, wie drastisch der Vorschlag der KonMari-Methode tatsächlich ist: Man soll jeden Gegenstand ansehen, bewerten und diesen aussortieren, wenn er kein Glücksgefühl auslöst. Dies ist nicht nur mit einem organisatorischen Aufwand verbunden, schließlich muss man jeden Schrank, jedes Regal und jede Schublade ausräumen und durchstöbern. Auch emotional kann es eine Belastung sein, sich von Gegenständen zu trennen.

Um den Ablauf zu regeln und den vollen Nutzen der Methode erfahren zu können, empfiehlt die Autorin eine genaue Reihenfolge, nach der man die eigene Wohnung aufräumen sollte. Die drei wichtigsten Kategorien sind:

  1. Kleiderschrank. Mit der Zeit sammeln sich zahllose Shirts, Hemden oder Hosen, von denen manche vielleicht schon nicht mehr passen und noch nur Assoziationen an den verpatzten Diätversuch hervorbringen.
  2. Bücherregal. Oftmals noch schwerer als den Kleiderschrank auszusortieren. In den Bücherregalen stapeln sich zig Bände, die man ohnehin nie wieder lesen wird und die auch keinen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden haben.
  3. Erinnerungsstücke. Der letzte und schwerste Schritt, da wir nur allzu oft an unseren Erinnerungsstücken hängen. Allerdings sind diese nicht immer positiv, sondern erinnern uns auch an schlechte Zeiten oder an unglückliche Erlebnisse.

Bei jedem Schritt gilt: Räumen Sie zunächst alle vorhandenen Dinge der Kategorie aus den Schränken oder Regalen und breiten Sie diese aus. So erhalten Sie einen Überblick, wie viel Sie von etwas überhaupt besitzen. Anschließend nehmen Sie sich jedes Teil einzeln vor und finden einen entsprechenden Platz, wenn es Ihnen Freude bereitet oder suchen eine Möglichkeit, es zu verschenken, zu spenden oder wegzuwerfen.

KonMari-Methode: Welche Effekte überwindet sie?

Warum lassen wir es überhaupt soweit kommen, dass sich Dinge in unserem Leben stapeln, die uns unglücklich machen, die Wohnungen und Regale verstopfen und die eigentlich keiner braucht? Ursache sind verschiedene Effekte und kognitive Fehler, die im eigenen Gehirn nur unbewusst ablaufen, die bei Verhaltensforschern allerdings mehr als bekannt sind. Der KonMari-Methode gelingt es, einige von diesen zu überwinden, was möglicherweise ein Grund für ihre Beliebtheit ist. Wir zeigen, warum es uns so schwer fällt, Dinge wegzuwerfen und Ordnung zu halten.

  1. Eine falsche Grundeinstellung

    Wann werfen Sie etwas weg? Die Antwort lautet normalerweise: Wenn es einen Grund dafür gibt. Vielleicht ist etwas kaputt gegangen oder wurde ersetzt. Diese Herangehensweise sollte laut KonMari-Methode jedoch genau umgekehrt sein. Behalten Sie Dinge nur, wenn Sie auch einen guten Grund dafür haben. Vor diesem Gesichtspunkt werden viele Gegenstände und Kleinigkeiten, die sonst einfach im Schrank verschwinden, völlig neu bewertet und es sammelt sich nicht unnötiger Kram an, für den man keine Verwendung hat.

  2. Fehlerhafte Vorhersagen der Zukunft

    Leider müssen wir uns eingestehen, dass es den meisten von uns nicht vergönnt ist, wirklich treffende Vorhersagen über zukünftige Ereignisse zu treffen. Doch genau auf dieser Grundlage wird gerne entschieden, etwas festzuhalten. Natürlich lese ich das Buch nochmal, solche Hosen kommen nochmal in Mode und das alte Fahrrad werde ich im Sommer wieder auf Vordermann bringen. Fast immer sind solche Zukunftsvisionen schlichtweg falsch und stehen der Ordnung im Weg.

  3. Der Sunk-Cost-Effekt

    Als Sunk-Cost - also versunkene Kosten - bezeichnet man Kosten, die bereits in der Vergangenheit entstanden sind und nicht wieder rückgängig zu machen sind. Trotzdem ziehen wir diese Kosten gerne als Erklärung heran, warum wir etwas nicht loswerden können. Es wäre doch viel zu schade... Dieses Denken ignoriert aber, ob ein Gegenstand auch in der Gegenwart noch einen Nutzen für uns hat oder einfach nur als Ballast mitgeschleppt wird, weil wir uns nicht überwinden können, die versunkenen Kosten zu akzeptieren.

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