Spirale-Ani3Konzentration ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe. Allein um den Satz in seiner gesamten Tragweite zu ergründen, mussten Sie sich vermutlich gerade stark konzentrieren (ich kann das verstehen, mir gings beim Kopieren von Wikipedia genauso). Konzentrieren ist mitunter ein Kraftakt. Und nicht immer gelingt der im Alltag reibungslos. Schuld sind meist Reize, die enorm ablenken können: das aufgeregte Tatütata der vorbei fahrenden Feuerwehr, das Bimmeln des Maileingangs, Kaffeeduft, aufkommende *Gähn*is, animierte Bilder wie das rechts. Da helfen auch keine Appelle vom Typ “Reiß dich zusammen, Honk!” oder unsanftes Beklatschen der Wangenpartie. Die Konzentration ist nahe Null. Soweit, so schlecht.

Zerstreuungsgründe gibt es ja auch so einige. Die drei häufigsten:

  • Die klassische Ablenkung: bimmelnde E-Mails, klingelnde Telefone, hereinstürmende Kollegen, Lärm. Blogbeiträge, die mehr Spaß machen als die aktuelle Aufgabe.
  • Geringe Frustrationstoleranz: Es läuft gerade nicht so, wie Sie wollen oder kostet mehr Mühe als erwartet – zack – sucht der Geist Erweckung durch neue Instant-Erfolgserlebnisse.
  • Überlastung: Sie sind müde, abgeschlagen und gestresst und das schon seit Tagen. Durch Ihren Kopf wabern mehr unverarbeitete Gedanken als Rechenprozesse durch Windows XP. Kein Wunder, dass Sie sich irgendwann nicht mehr konzentrieren können.

Was können Sie dagegen tun? Beziehungsweise: Wie finden Sie zu Ihrer Konzentration zurück?

Wer unter Konzentrationsschwäche leidet und seine Kräfte neu bündeln möchte, sollte zunächst die Grundregeln berücksichtigen: abwechslungsreich ernähren, viel trinken, körperlich bewegen, ausreichend schlafen, für viel Frischluft sorgen. Das ist – zugegeben – weder neu noch originell, aber effektiv. Umso wichtiger aber ist, dass Sie sich deswegen nicht unter Druck setzen. Erstens, weil das zum Gegenteil führt – zu noch mehr Zerstreuung; zweitens, weil die Therapie entscheidend von der Diagnose abhängt (wie so oft).

Wenn Sie etwa durch Lärm abgelenkt werden, können Sie zwar gerne den Lotussitz einnehmen und sich in ein sonores Ommm vertiefen. Wirkungsvoller und womöglich auch effektiver ist aber, die Bürotür und die Fenster zu schließen sowie Telefon und Posteingang einfach mal auszustöpseln. Bei geringer Frustrationstoleranz hingegen hilft meist, die unüberwindlich scheinende Aufgabe in Teilschritte zu zerlegen und so schnellere und häufigere Erfolgserlebnisse zu provozieren. Darüber hinaus kann es enorm erleichtern, sich bewusst zu machen, dass 80 Prozent vom Optimum in der Regel auch schon reichen. Perfektionismus kann quälend und lähmend sein. Verstehen Sie mich aber nicht falsch: Das heißt nicht, dass Sie künftig schludern sollen. Vielmehr geht es darum, den Druck rauszunehmen. Die Leidenschaft für und Fokussierung auf ein 100-prozentiges Ergebnis kommt dann oft schon von alleine zurück. Und gegen Müdigkeit und Überlastung hilft nur eins: Mach mal Pause!

Darüber hinaus ist Konzentrationsfähigkeit natürlich auch eine Frage des Trainings. Entscheidend beim Konzentrieren-Üben ist aber auch hier, dass Sie sich nicht zu viel auf einmal vornehmen und Ihr Pensum schrittweise steigern. Es soll ja in erster Linie auch Spaß machen. So zum Beispiel…

Einfache Konzentrationsübungen
  • Zählen Sie Buchstaben. Nehmen Sie zum Beispiel diesen Artikel und drucken Sie ihn aus. Dann markieren Sie mit einem Stift oder Textmarker alle „K“s in diesem Text. Sollte das zu einfach sein, versuchen Sie die Übung direkt am Schirm – dann natürlich nicht mit Stift und Marker, sondern mit bloßem Auge!
  • Schreiben Sie rückwärts. Aber nicht mit der Tastatur (das geht zur Not aber auch), sondern nehmen Sie sich Stift und Papier und versuchen Sie irgendeinen Text rückwärts zu schreiben, von rechts nach links und mit verdrehten Buchstaben. Klingt leichter als es ist.
  • Zählen Sie Phrasen. Setzen Sie sich Meetings und notieren Sie wie oft bestimmte Wörter oder Phrasen fallen. Etwa das Wort “Ich” oder die Floskel “Grundsätzlich ist es ja so…”. In der sportlichen Variante heißt diese Übung auch Bullshit-Bingo oder Ideen-Killer-Bingo.
  • Fokussieren Sie Ihren Blick. Versuchen Sie eine zeitlang nichts zu sagen, nichts zu machen – außer atmen und starren. Fixieren Sie dazu entweder einen Punkt an der Wand, ein Bild oder gerne auch die obige Grafik: Klicken Sie auf das Bild, dann wird es größer und konzentrieren Sie sich zwei bis drei Minuten allein darauf. Und versuchen Sie dabei, möglichst an nichts zu denken. Der Effekt ist derselbe wie beim Meditieren: Danach werden Sie sich befreiter fühlen, leichter – und sich besser konzentrieren können.

Weitere Konzentrationsübungen finden Sie HIER, HIER und HIER und wer weiß, vielleicht sogar bei der folgenden ertragssteigernden Konsumenteninformation.