In vielen Branchen gehören sie bereits heute zum Pflichtprogramm und ihre Bedeutung wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen – die Rede ist von beruflichen Weiterbildungen. Einer aktuellen Forsa-Umfrage zur Folge halten bereits heute 56 Prozent der Befragten berufliche Weiterbildung für zwingend erforderlich. Wirklich überraschend ist das nicht, denn sowohl Arbeitgeber als auch die Aufgaben und Projekte stellen – zumindest bei hoch qualifizierten Jobs – immer höhere Anforderungen an den einzelnen Mitarbeiter. Der Markt hat auf diesen Bedarf reagiert, denn inzwischen gibt es unzählige Fortbildungsträger. Diese bieten zwar die verschiedensten Kurse an, beantworten jedoch nicht die grundlegende Frage: Wann lohnt sich eine berufliche Fortbildung überhaupt?

Diese Frage ist absolut berechtigt, denn eine berufliche Fortbildung kostet – über die gesamte Laufzeit – zwischen einigen hundert bis hin zu mehreren tausend Euro. Sicher, in einigen Fällen übernimmt Ihr Arbeitgeber die Fortbildungskosten, doch wenn Sie sich aus eigener Motivation heraus weiterbilden wollen, liegt die Finanzierung meist ganz bei Ihnen. Dann spielt – neben Ihren finanziellen Möglichkeiten – auch Ihre Motivation für die Fortbildung eine entscheidende Rolle.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Die Kosten einer Fortbildung lassen sich recht einfach kalkulieren. Das gilt zumindest dann, wenn Sie dabei auch die versteckten Kosten in Ihre Rechnung aufnehmen. Dazu gehören beispielsweise Fahrt- und Übernachtungskosten ebenso wie Anschaffungskosten für Bücher und Lernmaterialien. Berücksichtigen Sie diese Faktoren jedoch und haben Sie sich für eine Fortbildung entschieden, können Sie die Gesamtkosten problemlos errechnen.

Der Nutzen ist da schon schwieriger zu bestimmen, hier hilft nur eine schonungslos ehrliche Analyse. Dabei sollten Sie die folgenden Fragen beantworten:

  • Ist diese Fortbildung für meinen aktuellen – oder zukünftigen – Job wirklich notwendig?
  • Bringt mich die Fortbildung in meinem Wissen und meinen fachlichen Fähigkeiten weiter?
  • Kann ich mir das Wissen auch auf anderen Wegen aneignen?
  • Welchen Stellenwert hat die Fortbildung für meinen – aktuellen oder zukünftigen – Chef?
  • Kann ich die Doppelbelastung von Job und Fortbildung – falls diese parallel läuft – stemmen?
  • Habe ich mit der Fortbildung Chancen auf eine Beförderung oder einen neuen Job, bei dem ich dann signifikant mehr verdiene?

Bereits die Fragen zeigen: Der Nutzen einer Fortbildung kann auf verschiedenen Ebenen definiert werden. Ist eine Fortbildung beispielsweise für Ihren aktuellen Job zwingend erforderlich, gibt es keine Diskussion: Sie brauchen diese Qualifikation. Doch in diesem Fall sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arbeitgeber sprechen, denn eine solche Fortbildung sollte er zumindest mittragen.

Streben Sie jedoch eine Beförderung oder einen neuen Job an, sieht die Sache anders aus. In diesem Fall müssen Sie für sich entscheiden, ob die Fortbildung Ihre Chancen deutlich erhöht oder nicht. Hier spielt natürlich auch das Fortbildungsinstitut und dessen Ruf eine wichtige Rolle, denn nur die Kurse anerkannter Träger wirken sich positiv in einer Bewerbung aus.

Und dann gibt es noch Fortbildungen, die Sie absolvieren, weil Sie das Thema interessiert und Sie für sich weiter-kommen wollen. Hier spielt dann “nur” der finanzielle Aspekt eine Rolle, denn auch wenn Sie noch so lernbegierig sind, müssen Sie Ihren Wissensdurst auch finanzieren können. Eine solche Fortbildung sollten Sie jedoch nur angehen, wenn Sie sich leidenschaftlich für das Thema interessieren und Ihr Interesse für diesen Bereich bereits einige Monate und Jahre anhält. Für einen Schnellschuss sind die meisten Fortbildungen schlicht zu teuer.