krank-ins-buero-rechte-pflichten-arbeitsunfaehig
Mit Kopfschmerzen und Fieber in die Konferenz - oder mit Husten und Schnupfen? Kurz: Krank ins Büro und vor den PC? Keine gute Idee! Erstens, weil das total ungesund ist: Wer sich nicht ordentlich auskuriert, verschleppt die Krankheit nur, im schlimmsten Fall führt es zu einer chronischen Erkrankung. Zweitens, weil es auch unsozial gegenüber den Kollegen ist. Die könnten sich dabei anstecken, und wer will das schon. Außerdem ist man mit einer Schniefnase und schwerem Kopf auch nicht wirklich produktiv, setzt aber schlimmstenfalls (s)eine ganze Abteilung oder gar den Betrieb außer Gefecht. Trotzdem schleppen sich manche krank an den Schreibtisch...

Krank im Büro aus Angst

Wenn sich Mitarbeiter krank und selbst mit Fieber noch ins Büro schleppen, geschieht dies laut Umfragen meist aus drei Gründen:

  • Aus Angst vor Arbeitsplatzverlust.
  • Um den Kollegen zu zeigen, wie unentbehrlich man ist.
  • Um dem enormen Pensum Herr zu werden, das sonst liegenbleibt.

Apropos: Wie halten Sie das - wie krank schleppen Sie sich noch ins Büro?


Zugegeben, für beide Haltungen gibt es Argumente. Schauen wir uns diese genauer an...

Pro: Erkältet und trotzdem zur Arbeit

    Daumenhoch_t

  • Imagepflege: Der Mitarbeiter sorgt sich, was Chef und Kollegen denken und dass sie bei einer Krankmeldung - etwa direkt nach einem Urlaub - sein Engagement in Frage stellen.
  • Arbeitspensum: Es bleibt zu viel Arbeit liegen, und die Rückstände lassen sich später nicht mehr aufholen. Zudem gibt es keine effiziente Vertretung.
  • Solidarität: Der kranke Mitarbeiter möchte seinen Kollegen nicht zumuten, für ihn einzuspringen und ihnen keine Mehrarbeit aufbürden.
  • Pannen: In einem wichtigen Projekt könnte etwas schief laufen, wenn keine Vertretung den Sachverhalt so genau kennt.
  • Informationen: Der Mitarbeiter möchte bei wichtigen Meetings nicht fehlen, da ihm sonst wichtige Informationen fehlen könnten.
  • Jobangst: Der Mitarbeiter war dieses Jahr schon oft krank. Und zu viele Krankheitstage könnten seine Karriere, vielleicht sogar die Stelle gefährden.

Contra: Krank und deshalb nicht ins Büro

    Daumenrunter_t

  • Leistung: Mit Schnupfen sowie Kopf- und Gliederschmerzen ist keiner wirklich leistungsfähig.
  • Verbreitung: Erkältungen sind ansteckend. Wer Kontakt mit vielen Menschen hat, fungiert als Virenschleuer und verursacht mehr Schaden als durch eine Krankmeldung.
  • Genesung: Ein kranker Körper signalisiert das Bedürfnis nach Ruhe. Oft sind Stress und andere Belastungen Auslöser. Der Körper verschafft sich selbst eine dringend benötigte Pause. Die sollten man ihm auch gönnen.
  • Langzeitfolgen: Wer sich nicht ordentlich auskuriert, riskiert Rückfälle oder gar eine chronische Erkrankung. Der Körper wird nachhaltig geschwächt. Das kann im schlimmsten Fall die inneren Organe schädigen.

Jeder dritte Chef lässt weiterarbeiten

Zwar schicken zwei Drittel (67,7 Prozent) der Manager ihre Mitarbeiter zum Auskurieren nach Hause, wenn diese krank im Büro erscheinen. Bei 62,5 Prozent ist es aber weniger Fürsorge, sondern eher die Angst vor Ansteckung und einem erhöhten Krankenstand. Umgekehrt schickt rund ein Drittel der Führungskräfte die Mitarbeiter auch bei einer ernsten Erkrankung nicht nach Hause, Motto: Die sind doch erwachsen, wissen was sie tun und zeigen außerdem noch Einsatz!

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Hochschule Coburg. Es kommt sogar noch härter: Ganze 17 Prozent der befragten Manager fanden, von häufig kranken Mitarbeitern sollte man sich besser trennen.

Wer krank ist, sollte zuhause bleiben

lenetstan/shutterstock.comMit einer Erkältung zu Hause bleiben und sich in Ruhe auskurieren? Sicher, die Antwort auf diese Frage hängt nicht nur von der Schwere der Symptome ab, sondern auch vom Beruf und von der ausgeübten Tätigkeit.

Wer im Büro vor allem mit Papier und PC zu tun hat und darüber hinaus vielleicht noch in einem Einzelbüro sitzt, der ist möglicherweise auch noch mit Triefnase und leichten Kopfschmerzen leidlich arbeitsfähig.

Wer hingegen beispielsweise als Trainer mit vielen Menschen zusammenkommt oder als Callcenter-Mitarbeiter dicht an dicht und neben vielen Kollegen sitzt, der sollte sich gut überlegen, ob er seine Bazillen großzügig verteilen will.

Auch wenn die obigen Pro-und-Contra-Listen recht ausgewogen aussehen: Dafür sprechen meist nur Annahmen und Ängst, dagegen aber echte Fakten. Wer krank ist, sollte deshalb unbedingt zuhause bleiben. Krank ist krank. Das ist nur menschlich.

7 Dinge die Sie tun können, um gesund zu bleiben

Falls Sie hingegen noch gesund sind, und die Ansteckung eher durch Kollegen oder eine grassierende Grippe-Welle fürchten, dann bleiben Ihnen ebenfalls einige Optionen.

In der Apotheke gibt es zwar allerlei Wundermittel, die Erkältungen vorbeugen sollen. Doch anstatt den Körper mit Medikamenten auf die Erkältungssaison vorzubereiten, bauen Sie lieber die körpereigenen Abwehrkräfte auf. Ein funktionierendes und gestärktes Immunsystem ist immer noch der beste Schutz gegen die Ansteckungsgefahr im Büro.

Damit Sie gesund durch diese Phase kommen, haben wir sieben Tipps, die Ihnen dabei helfen können Ihr Immunsystem zu stärken und die Ansteckungsgefahr im Büro zu reduzieren:

  1. Schlafen Sie ausreichend viel.

    Genügend Schlaf ist für die Abwehrkräfte des Körpers unerlässlich. Nicht umsonst heißt es: Schlaf ist die beste Medizin. Während der Tiefschlafphase regeneriert sich der Körper und stärkt sich für den nächsten Tag. Wenn Sie zu wenig Schlaf bekommen, fehlt die nötige Erholung und Ihr Immunsystem leidet.

  2. Achten Sie auf Ihre Ernährung.

    Essen Sie viel Obst und Gemüse. Vitamin C und auch Zink schützen vor Ansteckung und helfen dem Körper, mit Infekten schneller fertig zu werden. Ihr Immunsystem wird es Ihnen danken.

  3. Halten Sie sich warm.

    Es ist ein Irrglaube, dass man sich erkältet, weil einem kalt ist. Schuld daran sind Erkältungsviren. Aber es ist trotzdem wichtig, Ihren Körper vor der Kälte zu schützen. Denn niedrige Temperaturen belasten das Immunsystem und Sie werden anfälliger für Krankheiten. Halten Sie sich daher auf dem Weg zur Arbeit unbedingt warm. Vermeiden Sie auch, mit nassen Haaren vor die Tür zu gehen. Der Körper gibt viel Wärme über die Kopfhaut ab. Nasse Haare beschleunigen diesen Effekt. Trocknen Sie daher Ihre Haare immer sorgfältig ab, bevor Sie das Haus verlassen und tragen Sie lieber eine Mütze.

  4. Halten Sie Abstand.

    Ja, das ist leichter gesagt als getan. Gerade im Büro, wo man mit Kollegen, Vorgesetzten oder auch Kunden in ständigem Kontakt ist. Doch es gibt trotzdem Dinge, auf die Sie achten können. Auch wenn Sie Ihre Kollegen mögen, sollten Sie bei einer geröteten Nase und Niesen gewarnt sein und auf Küsschen zur Begrüßung verzichten.

  5. Tun Sie sich etwas Gutes.

    Auch Stress und hohe Belastungen machen den Körper anfälliger für eine Erkältung. Entschleunigen Sie Ihren Alltag und gönnen Sie sich auch mal etwas. Zünden Sie sich eine Kerze an und genießen ein gutes Buch und eine Tasse Tee. Gerade im Winter ist auch ein Besuch der Sauna empfehlenswert. Sie stärken Ihre Abwehrkräfte und Ihr Körper kann sich erholen. Wer lieber zuhause bleibt, kann ein heißes Fußbad nehmen. Besonders mit ein paar Tropfen ätherischer Öle können Sie so Ihren Körper stärken.

  6. Vermeiden Sie trockene Heizungsluft.

    Wenn die Temperaturen sinken, werden die Heizungen aufgedreht. Doch die trockene Heizungsluft kann auch das Risiko einer Erkältung erhöhen. Viren können über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und senkt so deren Abwehrkräfte. Um dem entgegen zu wirken, sollten Sie eine kleine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen. So wird die Luft wieder befeuchtet und das Austrocknen der Schleimhäute bleibt aus. Besser aber ist: viel Frischluft. Gehen Sie öfter spazieren - das steigert sogar die Kreativität.

  7. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände.

    Auf Türklinken, Lichtschaltern, Geländern und gerade im Büro Tastaturen machen sich besonders viele Viren breit. Wer es da versäumt, sich regelmäßig die Hände zu waschen, überträgt die Erkältungsviren auf Kurz oder Lang von den Händen auch in den Körper. Doch Händewaschen ist nicht gleich Händewaschen. 20 Sekunden einseifen und gründliches abwaschen müssen es schon sein, um die Hände wirklich zu reinigen. Ansonsten: Hände weg vom Gesicht und den Schleimhäuten.

Optimisten sind gesünder

Extra-Tipp-IconKaum zu glauben, aber auch positives Denken trägt nachweislich dazu bei, die Immunabwehr zu stärken und Infekte der oberen Atemwege zu vermeiden, insbesondere in Stresssituationen. Forscher um Heiko Schulz von der Roehampton Universität in London und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben herausgefunden, ob jemand eine Erkältung bekommt oder nicht, hängt auch davon ab, wie optimistisch einer denkt.

In dem konkreten Fall hatten die Wissenschaftler 80 Studenten in Examensnähe, also kurz vor und während ihren Prüfungen untersucht - ihre Lebenseinstellung, den aktuellen Stresslevel, das Selbstbewusstsein und natürlich den Gesundheitszustand. Dabei zeigte sich, dass gerade die psychische Verfassung, eine optimistische Einstellung und ein gesundes Selbstvertrauen das Immunsystem stärkten und damit das Infektionsrisiko senkten. Erst recht bei hoher Belastung.

Was man einem kranken Kollegen NICHT sagen sollte

Sollte der Kollege dann doch mal schwer krank durch die Flure schleichen, ist die Versuchung bei den anderen groß, etwas Mitfühlendes dazu zu sagen. Grundverkehrt ist es nicht - aber oft auch schlicht gelogen oder nur so dahin gesagt. Was beide eigentlich auch wissen. Das darf und sollte man sich sparen, nach dem Motto: Hätte er doch besser geschwiegen...

Folgende Sätze sollte man NICHT zum kranken Kollegen sagen:

  • Wie kann ich helfen?

    Warum Sie das nicht sagen sollten: Sind Sie Arzt? Dann können Sie einem Kranken, erst recht einem schwer Erkrankten sowieso nicht helfen. Also tun Sie bitte auch nicht so.

  • Hast du schon mal "Quatschizin forte" probiert?

    Warum Sie das nicht sagen sollten: Weil Sie kein Arzt sind (siehe Punkt 1) und keine Ahnung haben, wovon Sie reden.

  • Alles wird gut.

    Warum Sie das nicht sagen sollten: Weil das eine hohle Phrase ist und noch schlimmer: in den Ohren des Kranken purer Hohn.

  • Wie geht's uns heute?

    Warum Sie das nicht sagen sollten: Weil es Ihnen bestimmt anders geht, als dem Kollegen. Weil es Sie in den schlimmen Details doch gar nicht wirklich interessiert.

  • Du siehst gut aus.

    Warum Sie das nicht sagen sollten: Weil das ein Spruch ist, gelogen, Darum.

Was Sie dagegen sagen können:

  • Gute Besserung!

    Vor allem wenn es ehrlich und genau so gemeint ist.

[Bildnachweis: Dean Drobot, lenetstan by Shutterstock.com]