Jobkrise-Kündigung
Für viele Menschen stellt die berufliche Demission eine fürchterliche Blamage dar: Gekündigt! Ein Schandfleck im Lebenslauf; die Kündigung des Arbeitsvertrags ein Kainsmal, das man so schnell nicht mehr los wird. Sie wollten hoch hinaus und fallen nun abrupt auf den steinharten Boden. Für die meisten Menschen nimmt der Job einen hohen Stellenwert in ihrem Leben ein. Diesen zu verlieren, möglicherweise ohne es kommen zu sehen, ist ein Schock. Verständlich. Doch jetzt hängt alles davon ab, wie Sie gehen. Abschied nehmen ist zwar immer ein bisschen wie sterben. Und manche Menschen hinterlassen dabei ein Lücke, die sie vollständig ersetzt. Doch ist die richtige Art abzutreten prägend für den Ruf - und die weitere Karriere...

Kündigung: Die 4 Hauptanlässe

maraga/Shutterstock.comHaben Sie gewusst, dass montags am meisten gekündigt wird? Nahezu jede dritte Kündigung ereilt Arbeitnehmer an diesem Wochentag. Juristen unterscheiden bei der Kündigung eines Arbeitsvertrages allerdings bis zu zehn Varianten. Die vier häufigsten sind:

  • Die betriebsbedingte Kündigungen bei Insolvenz, Restrukturierung und Betriebsverlagerung;
  • Die verhaltensbedingte Kündigungen wegen Leistungsmängeln, vertragswidrigen Verhaltens oder ungenehmigter Nebentätigkeit;
  • Die personenbedingte Kündigungen bei wiederholter Kurzkrankheit, Arbeitsunfähigkeit, Alkohol- oder Drogenproblemen;
  • Die fristlose Kündigungen wegen Störung des Betriebsfriedens, Beleidigung, tätlichen Angriffs, Diebstahls oder Betriebsspionage.

In Deutschland gilt überdies das Kündigungsschutzgesetz. Danach genießen Arbeitnehmer ab sechs Monaten allgemeinen Kündigungsschutz, der Chef kann nun nur mit einem gesetzlichen Kündigungsgrund kündigen. Allerdings gilt dies nicht für sogenannte Kleinbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Tipps rund um die Kündigung

Es gibt allerdings auch gute und schlechte Gründe selbst zu kündigen (Selbsttest). In dem Fall sollten Sie sich damit beschäftigen, wie Sie eine eigene Kündigung vorbereiten. Eine Mustervorlage für das Kündigungschreiben finden Sie hier.

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Spricht der Arbeitgeber eine dieser Kündigungen aus, ist das für die Betroffenen bitter. Sie sollten aber als Erstes prüfen, ob nicht vielleicht formelle Fehler gemacht wurden, denn dann ist die Kündigung nicht rechtswirksam und kann angefochten werden.

Die Hauptfehler einer Kündigung:

  • Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam.
  • Die Kündigung muss von einem dazu Berechtigten unterschrieben werden. Handschriftlich - ein Unterschriftsstempel ist ungültig. In größeren Unternehmen ist das oft der Leiter der Personalabteilung, in kleineren in der Regel der Chef. Ist das nicht der Fall, ist die Kündigung ebenfalls formal unwirksam. Tipp: Auch den Briefkopf der Kündigung beachten! Stimmt die Firma mit der im Arbeitsvertrag überein?
  • Falls vorhanden, muss das Unternehmen vorab auch den Betriebsrat einschalten und ihm die Gründe für die Entlassung mitteilen. Hat der Bedenken gegen den Rausschmiss, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitnehmer bis zu einer Entscheidung des Arbeitsgerichts weiter zu beschäftigen. Das Gehalt wird dann natürlich auch weitergezahlt.
  • Einer verhaltensbedingten Kündigung muss meist eine Abmahnung vorausgehen. Das heißt, der Mitarbeiter muss dazu grob fahrlässig oder gar vorsätzlich gegen seine Vertragspflichten verstoßen haben. Indem der Chef dies abmahnt, sagt er dem Mitarbeiter, dass er dieses Verhalten missbilligt. Das muss er aber zuerst tun, bevor er - und auch nur im Wiederholungsfall - kündigen kann.
  • Ob eine betriebsbedingte Kündigung gerechtfertigt ist, dürfen Gerichte zwar nur eingeschränkt prüfen. Dafür können sie aber begutachten, ob die Gründe stimmen, die zum geringeren Arbeitsbedarf geführt haben. Die schlechte wirtschaftliche Lage reicht nicht: Der Unternehmer muss konkret erläutern, wie sich der Auftragsrückgang auf die Arbeitsmenge auswirkt und wie viele Arbeitskräfte überflüssig werden – im gesamten Unternehmen. Deshalb ist eine Kündigung unwirksam, wenn überzählige Arbeitnehmer an anderer Stelle weiterbeschäftigt werden könnten.

In all diesen Fällen haben Sie drei Wochen Zeit, beim Arbeitsgericht Widerspruch einzulegen.

Zugegeben, auch wer einen Arbeitsrechtsprozess gewinnt, wird nur selten auf seinen alten Arbeitsplatz zurückkehren, das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber wird dadurch ja nicht gerade besser. Doch der Jobverlust wird meist finanziell besser abgemildert, in Form einer höheren Abfindung.

Achtung bei Aufhebungsvertrag

Manchmal bieten Chefs - scheinbar großzügig auch einen Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag an. Wer den unterschreibt, sollte aber wissen, dass er oder sie anschließend zwölf Wochen lang kein Arbeitslosengeld bekommt. Juristisch hat derjenige die Arbeitslosigkeit selbst verursacht. Folglich sollte sich dieses Minus in der Abfindungssumme widerspiegeln. Falls der Arbeitgeber darauf nicht eingeht, können Sie auch mit einer sogenannten Kündigungsschutzklage drohen. Sie endet in der Regel damit, dass ein Vergleich beim Arbeitsgericht geschlossen wird – aber damit ist man gegenüber der Arbeitsagentur schon aus dem Schneider. Und: Allein die glaubhafte Andeutung einer solchen Klage erhöht schon oft die Abfindungssumme.

EXTRA-TIPP: Wer eine wirksame Kündigung erhalten hat, sollte sich umgehend um ein Zwischenzeugnis bemühen beziehungsweise dieses beantragen. Sonst verlieren Sie nur Zeit in der Kündigungsfrist und Bewerbungsphase, die jetzt starten sollte. Zusätzlicher Vorteil: Das Zwischenzeugnis ist bindend für das Arbeitszeugnis - es darf nicht ohne Grund schlechter ausfallen. Sind Sie indes damit nicht zufrieden, können Sie schon jetzt dagegen vorgehen - und sparen wieder Zeit.

Warnsignale: Was tun, wenn die Kündigung droht

Kündigungen kommen allerdings selten aus heiterem Himmel. Oft gehen ihnen subtile Veränderungen im Verhalten des Chefs und andere Warnsignale voraus: Er spricht weniger mit Ihnen, bindet Sie in langfristige Projekte weniger ein als früher, delegiert Aufgaben an andere Kollegen oder übergeht Sie bei der Urlaubsplanung.

Ihre Kollegen wissen offiziell zwar meist nichts von der drohenden Kündigung, doch der Flurfunk funktioniert in fast allen Unternehmen ganz ausgezeichnet. Daher werden Sie oft auch bei Ihren Kollegen Verhaltensänderungen wahrnehmen können:

  • Sie werden seltener zu Rate gezogen.
  • In Teamsitzungen hat Ihre Meinung weniger Gewicht als früher.
  • Ihre Vorschläge werden wahrscheinlich eher übergangen oder ignoriert.
  • Ihre Kollegen gehen auf Abstand.

Hinzu kommen organisatorische Veränderungen wie beispielsweise Fortbildungen bei denen Sie nicht mehr berücksichtigt werden.

All diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen und gegensteuern.

Der erste Schritt besteht in einer Selbstreflexion und Analyse: Gibt es einen konkreten Grund für die drohende Kündigung? Fallen Ihnen Fehler oder Verhaltensweisen ein, mit denen Sie sich selbst auf die Abschussliste katapultiert haben?

In all diesen Fällen führt Ihr nächster Weg zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Chef. Das wird vielleicht nicht angenehm, vielleicht stoßen Sie auch auf eine Mauer des Schweigens. Doch wenn Sie jetzt nicht handeln, wird es auch nicht besser. Eher tritt das Gegenteil ein und der Rausschmiss ist nur noch eine Frage der Zeit.

Zeigen Sie in dem Gespräch auf jeden Fall Lernwillen, gegebenenfalls Reue und Kompromissbereitschaft. Zeigt sich im Gespräch jedoch, dass die Kündigung praktisch beschlossene Sache ist, sollten Sie sich umgehend auf die Jobsuche machen - aber diskret. Gewiss, solange die Kündigung nicht offiziell ist, erschwert das Ihre Suche erheblich. Sie können Ihr Netzwerk aus Geschäftspartnern, Kunden, Freunden und Bekannten noch nicht voll aktivieren, denn offiziell wissen Sie ja von nichts.

Beginnen Sie daher zurückhaltend und recherchieren Sie vorerst nur den Markt, potenzielle Arbeitgeber und Vakanzen. Bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auf den neusten Stand und aktualisieren Sie - unauffällig - Ihre Profile im Internet. Sobald Sie die Kündigung offiziell ausgesprochen wird, können Sie alle vorbereiteten Kontakte aktivieren.

Kündigung Arbeitsvertrag: Die Achterbahnfahrt der Gefühle

Jeder geht mit dem Schock einer Kündigung anders um: Die einen schweigen, andere weinen und erleiden einen emotionalen Zusammenbruch.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist vergleichbar mit dem Ende einer Beziehung. Nach dem Schock folgt der Schmerz. Angst, Wut, Demütigung - Gefühle unterschiedlichster Couleur prasseln auf einen ein. Plötzlich steht man auf der Straße, ohne Job und ohne Funktion.

RollercoasterridePsychologen nennen die anschließenden Phasen, die Gekündigte unterschiedlich schwer durchleben, Roller Coaster Ride – eine Achterbahnfahrt der Emotionen – je nachdem wie viele Anstrengungen und Niederlagen folgen.

Interessanterweise sind diese Phasen für sämtliche Traumata typisch: ob Liebeskummer, den Verlust eines Angehörigen oder eben den des Arbeitsplatzes. Das macht es für die Betroffenen freilich nicht besser, und ein wirkliches Rezept, sie zu vermeiden, gibt es auch nicht. Aber sie lassen sich zumindest abmildern: Wer sich bewusst macht, welche Phase er selbst oder ein guter Freund gerade durchleidet, sieht sich selbst in einem anderen Licht und kann (sich) besser helfen.

Mehr über die einzelnen Phasen erfahren Sie HIER.

Das Wissen, dass man in einer Leistungsgesellschaft ohne Job nichts mehr wert ist, nagt am eigenen Ego. Selbstzweifel überkommen einen, denn man hatte ja große Ziele. Jetzt sind diese in weite Ferne gerückt. Das Gefühl versagt zu haben lastet, schwer wie ein Stein, auf einem. Die mitleidigen und aufmunternde Blicke der Kollegen sind kaum zu ertragen.

Eine Kündigung ist eine Extremsituation

Viele Arbeitnehmer schmerzt es besonders, dass Sie nach Jahren der Loyalität und des unermüdlichen Einsatzes fast schon "entsorgt" werden. Es fühlt sich wie ein Schlag ins Gesicht an. Nicht selten fühlen sich gekündigte Arbeitnehmer herzlos und unfair behandelt. Das führt dann zu Frust und emotionalen Abwehrreaktionen.

Wie diese emotionalen Reaktionen aussehen können, demonstriert eine Szene aus dem Film Up in the Air von Jason Reitman. Ryan Bingham, die Hauptfigur des Films, wird von Unternehmen engagiert, um Mitarbeiter zu entlassen. Er fliegt von Stadt zu Stadt, geht von Unternehmen zu Unternehmen, um das zu tun, was die Personaler der Unternehmen nicht tun wollen.

Arbeitslosengeld beantragen

Trotz aller Emotionen: Wer seinen Job verliert, weil er oder sie gekündigt wurde, kann Arbeitslosengeld erhalten. Damit dies möglichst nahtlos geschieht, sollten Sie hier aber alle Fristen einhalten. Konkret: Spätestens drei Tage nach der Kündigung durch den Arbeitgeber sollten Sie sich bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend melden. Dazu reicht auch eine telefonische Meldung. Sie müssen dann nur noch einen Termin vereinbaren und zu dem persönlich mit Ihren Papieren erscheinen. Wer die Arbeitslosigkeit zu spät meldet, riskiert dagegen Sperrzeiten.

Dinge, die Sie nicht tun sollten - nach einer Kündigung

ollyy/shutterstock.comGerade weil Kündigungen eine emotionale Extremsituation darstellen, tun Menschen manchmal verrückte und irrationale Dinge, nachdem Sie gekündigt wurden. Dinge, die Ihnen im Nachhinein Leid tun. Einmal begangen, lassen sich solche Fehler jedoch leider nicht mehr rückgängig machen und man muss sich mit den Konsequenzen arrangieren. Um Sie vor solchen Fehlern zu bewahren, haben wir eine Liste zusammengestellt mit Dingen, die Sie nach einer Kündigung besser bleiben lassen:

  1. Reagieren Sie nicht sofort. - Der Schock sitzt tief und die Emotionen kochen hoch, doch sprechen Sie jetzt bloß nicht das laut aus, was Ihnen durch den Kopf geht. In den ersten Minuten nach der Kündigung können Sie nicht klar denken und werden auch nicht reflektieren können, was Sie sagen.
  2. Machen Sie keine Szene. - Klar, Sie sind wütend und das vielleicht sogar völlig zurecht. Sie müssen Dampf ablassen, doch das Büro Ihres Vorgesetzten ist nicht der richtige Ort für einen Wutanfall oder eine Hasstirade. Beides lässt Sie nicht gut aussehen und bestärkt den Personaler in seiner Entscheidung Sie gehen zu lassen. Zudem sprechen sich allzu dramatische Abgänge in der Branche schnell rum.
  3. Heulen Sie nicht. - Wo es weh tut, da fließen in der Regel auch Tränen. Doch sparen Sie sich diese, wenn möglich, für Freunde und Familie auf. Häufig ist das Problem am Weinen, dass es kein Halten mehr gibt, wenn Sie einmal damit angefangen haben. Wirklich trösten, wird Sie der Personaler nicht, das kann nur eine vertraute Person. Nach einem Heulkrampf im Büro des Vorgesetzten werden Sie in der Regel nur Scham empfinden.
  4. Diskutieren Sie nicht. - Die Entscheidung ist bereits gefallen. Auch wenn es schwerfällt diese zu akzeptieren, zu diesem Zeitpunkt können Sie nichts mehr daran ändern. Es ist sinnlos darüber zu diskutieren, ob Sie gehen müssen oder nicht. Sie Verhalten sich damit nur wie ein trotziges Kind. Zeigen Sie Größe, indem Sie die Entscheidung hinnehmen.
  5. Verzichten Sie auf sinnlose Fragen. - Mit Fragen wie: Warum ich?, bringen Sie Ihren Vorgesetzten nur in eine unangenehme Situation. Natürlich ist es die Frage, die Ihnen schwer im Magen liegt. In einem fairen und gut geführten Kündigungsgespräch wird Ihr Vorgesetzter begründen, warum Sie gekündigt werden. Falls nicht, bekommen Sie so aber auch nichts heraus. Widerstehen Sie also der Versuchung Fragen dazu zu stellen. Im schlimmsten Fall wird die Antwort nur Selbstzweifel schüren.
  6. Ziehen Sie nicht über den Arbeitgeber her. - Wut und Frust über die aktuelle Situation mögen dazu verleiten, schlecht über Ihren Arbeitgeber zu sprechen. Plötzlich sehen Sie nur noch die schlechten Seiten an Ihrem alten Arbeitgeber. Fatal! Sie hinterlassen keinen guten Eindruck bei Ihrem neuen Arbeitgeber, wenn Sie über den Ehemaligen lästern. Dieser zieht zwangsläufig Ihre Loyalität in Zweifel. Automatisch wird er sich die Frage stellen: Wird dieser Arbeitnehmer auch über uns so sprechen?
  7. Plaudern Sie keine internen Geheimnisse aus. - Den alten Job sind Sie los und den neuen haben Sie schon in der Tasche. Jetzt können Sie getrost davon erzählen, was für Schmu Ihr alter Arbeitgeber gemacht und welche Leichen er im Keller hat. Großer Fehler! Interne Geheimnisse dürfen Sie auch nach Ihrer Entlassung nicht weitergeben. Damit können Sie sich schnell in rechtliche Schwierigkeiten bringen.
  8. Hinterlassen Sie keine verbrannte Erde. - Es heißt: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben. Denken Sie daran, während Ihrer letzten Tage im Büro. Schreiben Sie keine verbitterten oder hasserfüllten Abschieds-E-Mails. Sorgen Sie nicht für schlechte Stimmung im Team, denn Sie wissen nie, wann Sie mal wieder mit einem Ihren ehemaligen Kollegen zusammenarbeiten müssen. Es ist immer besser sich im Guten zu trennen und positiv in Erinnerung zu bleiben.
  9. Denken Sie an Ihre Kollegen. - Auch wenn Ihre Tage im Unternehmen gezählt sind, schmeißen Sie Ihre Arbeit nicht von jetzt auf gleich hin. Ihre Kollegen sind auch weiterhin auf Ihre Mitarbeit angewiesen. In den meisten Fällen haben Sie viel Zeit und Energie in ein Projekt gesteckt. Diese Mühe wollen Sie mit Sicherheit nicht zunichte machen.
  10. Nehmen Sie es nie persönlich. - Psychologisch wird sie so zu einem Tabuthema, über das man nicht mehr gut reden kann. Folge: Man schämt sich und verliert so rasant an Selbstwertgefühl. Das ist Gift für jede neue Bewerbung. Personaler spüren die Scham, der Bewerber mutiert zum Bittsteller und das schmälert seinen Marktwert enorm. Egal, wie viele Absagen einer schon bekommen hat – das Wichtigste ist, sein Selbstbewusstsein zu wahren, die eigenen Stärken jedes Mal herauszuschälen sowie ein klassisches Vorurteil außer Kraft zu setzen: dass Sie trübe zuhause sitzen und zunehmend den Anschluss verpassen.

Weil Sie nicht wissen, wann und wo Sie jemanden aus Ihrem alten Job treffen werden, sollten Sie darauf bedacht sein, im Guten zu gehen. Nur wer sich im Guten trennt, bleibt mit seinen Leistungen in Erinnerung. Deshalb sollten Sie sich auch die folgenden, leider gar nicht seltenen Aussagen, vermeiden:

  • "Ich verlasse das sinkende Schiff."

    Aussagen, wie diese, zeigen, dass Sie verbittert sind und Ihren Kollegen den Erfolg nicht gönnen. Sie wollen in den anderen Zweifel wecken und demonstrieren, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben. Nach dem Motto "Ich habe rechtzeitig gemerkt, dass dieser Job eine Sackgasse ist." Mit solchen Aussagen versucht man verzweifelt zu zeigen, dass man immer noch Herr der Lage ist und sich aus freien Stücken zu diesem Schritt entschieden hat.

  • "Für die nächsten Wochen bin ich offline."

    Es ist absolut verständlich, dass Sie nach dem Schock erst einmal einige Zeit zur Regeneration brauchen. Diese sollten Sie sich auch nehmen, denn dann können Sie sich wieder auf Ihre Stärken besinnen, die negativen Erfahrungen hinter sich lassen und sich auf die Suche nach einem neuen Job begeben. Allerdings sollten Sie noch einige Tage nach Ihrem Ausscheiden für Ihr ehemaliges Team erreichbar sein. Bereits in Ihren letzten Wochen sollten Sie all Ihre Projekte soweit abschließen und vorbereiten, dass ein Kollege diese problemlos übernehmen kann. Doch meistens ergeben sich Fragen erst dann, wenn dieser Ihre Aufgaben komplett übernommen hat. Stehen Sie auch im Anschluss für wichtige Fragen zur Verfügung, demonstrieren Sie damit Ihre Professionalität.

  • "Sie haben doch keine Ahnung, wie man ein Team führt."

    Knallen Sie Sätze, wie diese, auf gar keinen Fall Ihrem Chef an den Kopf. Es ist verständlich, dass Sie nach der Kündigung wütend sind, doch sollten Sie nicht versuchen, Rache an Ihrem Chef zu nehmen. Deswegen sollten Sie unbedingt verbale Angriffe vermeiden. Diese führen nur dazu, dass Ihr Chef sich in seiner Entscheidung, Sie gehen zu lassen, bestärkt fühlt. Er wird Sie in einem solchen Fall nicht positiv in Erinnerung behalten und auch nicht bei anderen Arbeitgebern weiterempfehlen.

  • "Du solltest dir auch einen neuen Job suchen."

    Halten Sie sich mit solchen Empfehlungen Ihren Kollegen gegenüber zurück. Auch wenn Sie der festen Überzeugung sind, sie sollten auch die Firma verlassen, geben Sie ihnen die Gelegenheit, selbst zu dieser Erkenntnis zu gelangen. In den Augen Ihres ehemaligen Chefs werden Aussagen, wie diese, so wirken, als wollten Sie das Team spalten und gegen ihn aufbringen.

  • "Ich habe hier eh nie gerne gearbeitet."

    Im Nachhinein neigen viele dazu, alle negativen Aspekte des Jobs auf einmal zu sehen und zu betonen. All die schönen Momente und die Erfolge will man gar nicht mehr wahrhaben. Der Job war per se blöd und deswegen ist es auch richtig zu gehen. Man reagiert so, damit es einem leichter fällt.

  • "Ich hätte hier niemals anfangen sollen."

    Das mag vielleicht stimmen, doch Sie konzentrieren sich damit auf die Vergangenheit, statt in die Zukunft zu blicken. Denken Sie an all die Erfahrungen, die Sie aus diesem Job mitnehmen und die Fähigkeiten, die Sie erworben haben. Sehen Sie Ihren alten Job als berufliche Station und schließen Sie damit ab. Sie machen sich nur unglücklich damit, darüber nachzudenken, was gewesen wäre, wenn.

  • "Allen anderen geht es genauso wie mir."

    Sagen Sie so etwas Ihrem Chef gegenüber, bringen Sie damit Ihre Kollegen in Schwierigkeiten. Ihr Chef muss sich zwangsläufig fragen, ob an Ihrer Aussage etwas dran ist und Ihre Kollegen werden sich hintergangen fühlen.

  • "Dieser Job wurde meine Fähigkeiten nicht gerecht. Ich habe mich nur gelangweilt."

    Sie rücken damit den Job, den Sie gemacht haben, in ein schlechtes Licht. Was soll Ihr Nachfolger denken? Außerdem wirken solche Aussagen arrogant und lassen die Frage, warum Sie nicht die Initiative ergriffen und etwas geändert haben, aufkommen.

  • "Ich habe einen weitaus besseren Job gefunden."

    Auf keinen Fall sollten Sie sich mit Ihrer neuen Position brüsten. Der Schuss kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn sich die neue Anstellung doch nicht als Traumjob herausstellt. Dann haben Sie Brücken abgerissen, auf die Sie hätten zurückgreifen können.

Eine Kündigung mag zwar ein Schock sein. Und es ist auch wichtig, sich die Zeit zu nehmen, über das Erlebte mit Freunden zu reden und es so zu verarbeiten und hinter sich zu lassen. Doch das Leben geht danach weiter. Wer weiß, wovor Sie das Ganze bewahrt hat.

Motto: Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus.

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