Kurzfristig Beschäftigte: Darauf bitte achten!
Sie entlasten Unternehmen, gleichen Auftragsspitzen aus und sind aus vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist von kurzfristig Beschäftigten, die Unternehmen für überschaubare Zeiträume unterstützen. Trotz ihrer häufigen Einsätze handelt es sich bei ihnen jedoch nicht um reguläre Arbeitnehmer. Für kurzfristig Beschäftigte gelten besondere Regeln...

Kurzfristig Beschäftigte: Dauer und Umfang sind klar geregelt

Wie der Name vermuten lässt, richtet sich die Beurteilung einer kurzfristigen Beschäftigung unter anderem nach Dauer und Umfang der jeweiligen Tätigkeit. Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor wenn...

  • ... sie von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr angelegt ist.
  • ... die Befristung klar in der Rahmenvereinbarung geregelt ist oder sich aus der Art der Arbeit ergibt.
  • ... wenn zwischen zwei Rahmenvereinbarungen mehr als zwei Monate liegen und die 70 Tage oder drei Monatsgrenze nicht überschritten wird.
  • ... die Beschäftigung nicht von vornherein auf Wiederholung und Regelmäßigkeit - auch über mehrere Jahre - ausgelegt ist.

Der Vorteil einer kurzfristigen Beschäftigung: Es fallen keine Sozialversicherungsabgaben an. Dadurch sind solche Beschäftigungsverhältnisse sowohl für Unternehmen als auch kurzfristig Beschäftigte attraktiv und eigenen sich optimal für Schüler oder Studenten, um die Haushaltskasse aufzubessern.

Klassische Arbeiten für kurzfristige Beschäftigungen sind beispielsweise die Arbeit als

  • Erntehelfer
  • Unterstützung bei Verpackungsarbeiten in der Vorweihnachtszeit
  • Hilfsarbeiten bei Inventur oder Jahresabschluss

Kurzfristige Beschäftigte: Vorsicht vor Scheinselbstständigkeit!

ra2studio/shutterstock.comKurzfristige Beschäftigungsverhältnisse sind zwar nicht sozialversicherungspflichtig, es wird jedoch auf Lohnsteuerkarte gearbeitet. So mancher Arbeitgeber versucht dies zu umgehen, in dem er kurzfristige Beschäftigte auf Rechnung oder Gewerbeschein arbeiten lässt.

Solche Regelungen sollten Arbeitnehmer jedoch vermeiden. Sie werden häufig als Scheinselbstständigkeit eingestuft. Wird diese von den zuständigen Behörden aufgedeckt, kann es zu empfindlichen Strafen und unangenehmen Konsequenzen kommen.

Kurzfristig Beschäftigt sollten daher auf die regelkonforme Arbeit auf Lohnsteuerkarte bestehen.

Kurzfristige Beschäftigung: Berufsmäßigkeit entscheidet

Neben der Dauer ist bei kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen vor allem ein Faktor entscheidend: die Berufsmäßigkeit.

Wird die zeitliche Grenze von 70 Arbeitstagen oder drei Monaten pro Kalenderjahr eingehalten und liegt der monatliche Verdienst unter 450 Euro, wird die Berufsmäßigkeit in der Regel nicht geprüft.

Die Mini-Job-Zentrale definiert Berufsmäßigkeit wie folgt:

Berufsmäßig wird eine Beschäftigung unter anderem dann ausgeübt, wenn sie nicht von sogenannter "untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung" ist. Das heißt, sie darf nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts bzw. -standards bestimmend sein.

Überschreitet der monatliche Verdienst aus einer kurzfristigen Beschäftigung die Grenze von 450 Euro und trägt dieses Einkommen maßgeblich zur Sicherung des Lebensunterhalts bei, kann eine berufsmäßige Arbeit vorliegen. Ist das der Fall, handelt es sich nicht mehr um ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis, und es werden Sozialversicherungsabgaben fällig.

Arbeiten Studenten beispielsweise zwei Monate lang als Erntehelfer, liegt auf den ersten Blick eine kurzfristige Beschäftigung vor. Verdienen sie in diesem Zeitraum jedoch mehr als 450 Euro pro Monat und haben sie sonst keine oder nur deutlich unwichtigere Einkommensquellen, kann die Tätigkeit berufsmäßig sein.

Das gilt auch, wenn kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse in kurzen Abständen - weniger als zwei Monate zwischen den Einsätzen - beim gleichen Arbeitgeber stattfinden und diese Wiederholung und Regelmäßigkeit bereits in der Rahmenvereinbarung angelegt ist.

Checkliste für kurzfristig Beschäftigte

Ollyy/shutterstock.comTheoretisch sollte der jeweilige Arbeitgeber aus eigenem Interesse alle genannten Faktoren im Blick behalten und darauf achten, dass es sich tatsächlich um ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis handelt.

Praktisch ist es jedoch sinnvoll, dass kurzfristig Beschäftigte selbst auf die Einhaltung der wichtigsten Grundsätze achten.

Um Ihnen die Prüfung einer Rahmenvereinbarung zu erleichtern, haben wir im Folgenden die wichtigsten Aspekte einer kurzfristigen Beschäftigung als Checkliste zusammengestellt.

  • Bleibt die Beschäftigungsdauer unter 70 Arbeitstagen oder drei Monaten pro Kalenderjahr?
  • Ist die Befristung in der Rahmenvereinbarung klar geregelt und begründet?
  • Verdienen Sie weniger als 450 Euro pro Monat?
  • Wenn nicht: Verfügen Sie im gleichen Zeitraum über deutlich höhere Einkommensquellen?
  • Arbeiten Sie auf Lohnsteuerkarte?

Achten Sie bitte auf diese Punkte. Damit sind die größten Unsicherheitsfaktoren einer kurzfristigen Beschäftigung ausgeschaltet, und Sie können sich ganz Ihrer Arbeit widmen.

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