3 von Jochen Mai am 5. November 2009 → Studie in Büro

Land der Ideen – Wie innovationsfreudig sind die Deutschen?

Denkblase BirneDass Innovationen wichtig sind, um im Wettbewerb zu bestehen, wird ja immer wieder gerne betont – besonders vom Management. Aber wie viel davon ist lediglich medienkompatibles Blabla und wie viel echte Überzeugung, der auch Taten folgen? Wie heißt es so treffend in der Bibel: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen…“

Also schauen wir auf die Früchte, beziehungsweise auf eine Studie des Hernstein Instituts, das diesen Fragen nachgegangen ist und untersucht hat wie sich die Innovationsfreudigkeit der Unternehmen gerade in turbulenten Zeiten darstellt. Denn gerade wenn der Druck von außen wächst, wird immer wieder empfohlen, Innovationen erst recht verstärkt voranzutreiben.

    Doch wie sieht die Realität aus?

Gerade mal jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) fördert derzeit verstärkt Innovationen. Das ist nicht viel, aber im vergleich zu den Unternehmen in Österreich und der Schweiz schon eine ganze Menge. Dort versucht man das Innovations-Niveau allenfalls zu halten. Siehe Tabelle:

Treiben Sie Innovationen gerade jetzt (in Krisenzeiten) gezielt voran?

Deutschland Schweiz Österreich
Ja, verstärkt. 53 40 36
Wir versuchen, das Niveau zu halten. 35 43 49
Nein, kostet zu viel. Wir müssen sparen. 12 13 9

Dabei setzen die befragten Manager vor allem darauf bestehende Produkte und Dienstleistungen zu verbessern sowie die ihre bisherige Beratungs- und Servicequalität zu erhöhen. Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang auch, dass in Sachen Innovationen kaum in die Entwicklung neuer Kostenverfolgungssysteme investiert wird. Immerhin: 20 Prozent der deutschen Unternehmen sehen hierin ein lohnenswerte Investition. Siehe Grafik:

InnovationWO

Das bloße Bekunden, Neuerungen fördern zu wollen, reicht freilich nicht aus. Entscheidend ist, wie die Unternehmen das anstellen wollen. Und auch hier zeigen die Antworten der Befragten bemerkenswerte Ergebnisse:

InnovationWIE

Im Ländervergleich zeigt sich, dass österreichische Manager vor allem konkrete Ziele als Innovationsmotor begreifen, während die Schweizer verstärkt Freiräume für ihre Mitarbeiter schaffen und für innovative Projekte Budgets und Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die deutschen Manager dagegen scheinen eher auf einen breiten Mix verschiedener Maßnahmen zu setzen. Das liegt vielleicht auch daran, dass deutsche Manager ihren eigenen Beitrag zu mehr Innovationen bedeutend höher einschätzen als ihre Kollegen in Österreich und der Schweiz.

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1. Kommentar

Mandy
05.11.09 um 14:02 Uhr

Seit 2 Jahren lebe und arbeite ich in Argentinien (im Bereich Online Marketing) und mein Eindruck ist, dass neue Ideen hier viel schneller und spontaner vorangetrieben werden. Die meisten Firmen versuchen, mit ihrer Ideen nicht nur den Markt in Argentinien sondern vor allem die USA oder zumindest Suedamerika zu erreichen. Und durch die relativ niedrigen Kosten lokal kann sich das Konzept schnell zu einem Erfolg entwickeln.
Erfolgreiches Beispiel aus Buenos Aires: http://meaningtool.com/ (wurde letztes Jahr bei TechCrunch50 vorgestellt).

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