Langzeitstudenten bewerbung strategie mann frau
Ab wann wird das Studium zum Langzeitstudium? Eine genaue Festlegung oder Definition gibt es nicht. Als Langzeitstudenten, Dinosaurier oder Bummler werden jene Studierenden bezeichnet, die überdurchschnittlich lange für das Studium brauchen - so die übliche Meinung. Gehören sie aber deswegen zu den schwarzen Schafen unter den Studenten? Statistiken belegen, dass das Langzeitstudium heute eher die Regel als die Ausnahme ist. Personaler verbinden aber weiterhin die lange Studiendauer mit Faulheit und Ziellosigkeit. Wie Sie trotz des Langzeitstudiums die größten Zweifler und skeptische Personaler überzeugen...

Langzeitstudenten sind keine Ausnahme

Laut dem Statistischen Bundesamt (PDF) haben im Jahr 2014 rund 46 Prozent der Studenten einen Bachelor-Abschluss und 34 Prozent einen Master-Abschluss in der Regelstudienzeit erlangt - noch nicht mal die Hälfte beim Bachelorstudium, gerade mal jeder Dritte bei den Masterstudiengängen. Legt man aber zwei Semester auf die Regelstudienzeit drauf, sieht das Bild schon anders aus: 85 Prozent beziehungsweise 87 Prozent der Studierenden schaffen in diesem Zeitraum den Bachelor- beziehungsweise den Master-Abschluss.

Im Umkehrschluss bedeuten diese Zahlen, dass mindestens 13 Prozent der Studierenden zu Langzeitstudenten gehören. Der Druck auf die Betroffenen ist unglaublich hoch, sie müssen häufig mit den Depressionen und der Lustlosigkeit kämpfen. Ihnen werden fehlender Biss und mangelndes Talent vorgeworfen - sie würden mit den Anforderungen eines Studiums nicht zurechtkommen und haben kein Durchhaltevermögen.

Einige Studenten lassen sich durch diese Vorurteile beeinflussen und müssen sogar das Studium abbrechen. Andere kämpfen sich wacker durch und erlangen den begehrten Abschluss.

Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden, es ist wichtig, dass Sie diesen bewusst und nicht impulsiv wählen. Wir werden Sie nicht anlügen: Langzeitstudenten mit oder ohne Abschluss haben es nicht leicht auf dem Arbeitsmarkt. Mit der richtigen Strategie können Sie sich aber dennoch erfolgreich bewerben. Im Folgenden erfahren Sie, wie das geht.

Langzeitstudenten: Bewusst lange studieren

Die Ursachen für die längere Studiendauer sind vielfältig und individuell. Manche Studierenden legen viel Wert auf Erfahrung, die sie bei Praktika und bei Auslandsaufenthalten sammeln. Viele von ihnen müssen trotz des BAföGs und des Studienkredites Nebenjobs annehmen, um sich über Wasser zu halten. Und einige merken erst im Laufe des Studiums, dass das gewählte Fach doch nicht den Erwartungen und Anforderungen entspricht, und wechseln das Studienfach. Auch eine Familiengründung verzögert das Studium erheblich.

Das Studienfach selbst spielt bei der Studiendauer ebenfalls eine große Rolle: Es sind vor allem die Studenten der geisteswissenschaftlichen Fächer, die im Durchschnitt hinterherhinken. Einerseits liegt es an der Strukturierung der Studiengänge, andererseits haben viele Studienanfänger gar nicht das Ziel, den Abschluss so schnell wie möglich zu machen. Was die Betroffenen im Anschluss machen wollen, ist ihnen häufig nicht klar. Entsprechend fehlt der eigene Druck.

Langzeitstudenten: Tipps zur Bewerbung

Ob die lange Studienzeit bei der Bewerbung von Personalentscheidern positiv oder negativ aufgenommen wird, hängt meist davon ab, wie Sie die Länge des Studiums darstellen. Mit folgenden Tipps vermarkten Sie erfolgreich Ihr Langzeitstudium bei einer Bewerbung:

  • Ursachen positiv darstellen

    Schon im Anschreiben sollten Sie erklären, warum Sie länger für das Studium gebraucht haben. Zeigen Sie dem Personaler, dass Sie die Zeit nicht unnötig verplempert haben. Zum Beispiel so:

    Durch die Praktika sammelten Sie praktische Erfahrung, durch die ehrenamtliche Tätigkeit zeigen Sie soziales Engagement, durch den Auslandsaufenthalt belegen Sie die Sprachkenntnisse, durch den Nebenjob zeigen Sie Belastbarkeit und Verantwortung und so weiter.

    Überlassen Sie nichts dem Zufall: Lassen Sie die Ursachen beim Anschreiben außer Acht, macht sich der Personaler eigene Gedanken dazu und Ihre Chancen auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch sinken erheblich.

  • Durchhaltevermögen hervorheben

    Auf den ersten Blick werden Sie hier vermutlich einen Widerspruch sehen: Durchhaltevermögen? Gerade weil es fehlt, zog sich das Studium doch in die Länge! Dies mag auch auf einige Studenten zutreffen, wenn sie immer mehr prokrastinieren und nicht in die Gänge kommen.

    Allerdings zeigen Sie schon Durchhaltevermögen, wenn Sie einen Nebenjob ausüben mussten. Jedem Personaler ist klar, dass ein Job neben dem Studium eine doppelte Belastung bedeutet. Trotz dieser Belastung sind Sie dennoch am Ball geblieben, haben diese überwunden und Ihren Abschluss gemacht. Das sind gerade die Punkte, die vielen Personalern imponieren und Sie als einen belastbaren Mitarbeiter darstellen.

  • Lügen vermeiden

    Laufen Sie nicht in die Lügenfalle. Erzählen Sie keine Märchen im Anschreiben oder im Lebenslauf – Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Spätestens beim Bewerbungsgespräch werden Sie auf Tätigkeiten oder Fähigkeiten angesprochen, die Sie nicht durch Zertifikate oder Scheine belegen können. Schreiben Sie ehrlich und selbstbewusst über die eigenen Schwächen und Misserfolge, machen Sie deutlich, dass Sie Ihre Lehre daraus gezogen haben. So zeigen Sie dem Personaler, dass Sie Ihre Schwachpunkte kennen, damit umgehen können und mit dieser Fähigkeit einen Vorteil gegenüber anderen Bewerber haben.

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[Bildnachweis: Konstantin Chagin by Shutterstock.com]

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