Wer sich bewegt, lernt besser. Was so simple klingt, hat die Psychologin Sabine Schäfer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung jetzt in einem dreistufigen Experiment untersucht. 32 Kinder und 32 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 25 mussten dazu einen Gedächtnistest absolvieren. Beim ersten Durchgang ließ sie ihre Probanden parallel zum Lernen auf einem Laufband spazieren – bei einer selbst gewählten Geschwindigkeit. Im zweiten Versuch legte Schäfer das Tempo fest. Der dritte Durchlauf indes war keiner: Hier mussten die Teilnehmer die Aufgaben im Sitzen memorieren.
Schon bald zeigte sich: Wer auf dem Band lief, lernte besser als im Sitzen – und das über alle Altersgruppen hinweg. Auch bei schwierigeren Aufgaben dasselbe Ergebnis, jedoch bei den Kindern mehr noch als bei den Erwachsenen. Ebenso lernten die Probanden bei ihrem eigenen Rhythmus besser als bei dem von Sabine Schäfer gewählten Tempo.
Die Wissenschaftlerin vermutet, dass körperliche Aktivität, zusätzliche Energiereserven hebt auch somit die grauen Zellen anregt. Das deckt sich auch mit anderen Untersuchungen. Wer sich regelmäßig körperlich bewegt, bleibt nicht nur schlau, er mindert auch das Risiko, an Alzheimer, Parkinson oder Depressionen zu erkranken. Mehrere Tierversuche, unter anderem an der Yale-Universität, konnten zeigen, dass bei regelmäßiger Bewegung Proteine wie VEGF, IGF1 oder BDNF ausgeschüttet werden, die sowohl die Bildung neuer Blutgefäße im Gehirn (und damit dessen Sauerstoffversorgung) fördern als auch das Wachstum frischer Nervenzellen im Hippocampus anregen. Zudem helfen die Bausteine, die grauen Zellen besser miteinander zu vernetzen.
Sogar das Depressionsrisiko lässt sich durch Bewegung minimieren. So haben US-Forscher des National Institute of Mental Health 1900 kerngesunde Menschen über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet. Die Depressionsrate derjenigen, die sich in dieser Zeit kaum bewegten, war prompt doppelt so hoch. Eine Untersuchung der Universität in Athens unter 4600 Kindern bestätigt das: Faule, bewegungsarme Kinder wiesen häufiger depressive Verstimmungen auf als die körperlich aktiven.







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Berkay Bay
In der Tat ein gut durchdachtes Experiment. Aber es ist auch nicht unbekannt gewesen, dass Bewegung den Lernprozess sowohl bei Kindern als auch bei erwachsenen Menschen stärkt.
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