Lebenserfahrung: 7 Weisheiten für den Alltag
Viele Menschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine große Krise. Das gehört einfach zur Lebenserfahrung dazu. Und es muss nicht mal großer Schicksalsschlag sein. Es reicht auch schon eine Sinnkrise, in der man vieles oder vielleicht sogar alles, was einem bisher wichtig oder wertvoll war, in Frage stellt: War das jetzt schon alles? Ist es richtig, dass ich so viel Zeit meinem Job opfere? Soll das einmal die Zusammenfassung meines Lebens sein? Was ist bloß aus meinen Träumen geworden? Solche Selbstfindungsphasen können sich wie Kaugummi ziehen und an den eigenen Kräften zehren. Müssen Sie aber nicht...

Lebenserfahrung sammeln oder nutzen?

Gewiss, manche Erfahrungen muss man selber machen. Das Hören und Lesen der dazugehörigen Ratschläge reichen einfach nicht. In den (meisten) anderen Fällen aber können ein paar Lebenserfahrungen und -weisheiten von Menschen, die ähnliches durchlebt haben, eine gute und hilfreiche Stütze sein und zudem neue, positive Denkanstöße geben.

Bevor Sie jetzt losklicken und danach suchen: Wir haben dazu etwas zusammengestellt, genauer gesagt, sieben Lebenserfahrungen, die Ihnen in den unterschiedlichsten Situationen helfen können:

  1. Üben Sie Gelassenheit gegenüber anderen.

    Ärger kann viele Gründe haben. Zum Beispiel um der eigenen Enttäuschung Ausdruck zu verleihen oder Angst zu überspielen. Aber wie viel Zeit verbringen Sie damit, sich über andere Personen zu ärgern? Haben Sie einmal überlegt, wie viel Kraft und wertvolle Zeit es kostet, sich über jemanden zu ärgern und dann ändert sich doch nichts? Tun Sie sich selbst den Gefallen und bewahren Sie Ihre Energie für die wirklich kostbaren Momente. Es ist sicher nicht leicht Personen, die Sie aufregen so zu akzeptieren wie sie sind, aber Sie können ohnehin niemanden ändern, nur sich selbst und die Perspektive. Schenken Sie solchen Personen also künftig weniger Aufmerksamkeit.

  2. Machen Sie sich emotional unabhängig.

    Wenn Ihnen vertraute Personen, der Chef oder andere Menschen, verletzende Dinge an den Kopf werfen, hat das oft nichts mit Ihnen zu tun. Viele Menschen haben ernsthafte Probleme, die sie nicht lösen können und deshalb auf andere übertragen, zum Bespiel auf Sie. Der Mitarbeiter, der ständig über Ihren Kleidungstil lästert, schützt sich vielleicht so, weil er in Wahrheit mit seinem Stil völlig unzufrieden ist; der Chef, der sein Team nicht leiten kann, wird vermutlich versuchen Ihre Arbeit schlecht zu machen. Und so weiter. Das nächste Mal, wenn Sie wieder jemand verletzt, erinnern Sie sich an zwei Dinge: Erstens sind Sie nicht der oder die Einzige, mit dem er das macht und zweitens geht es gar nicht wirklich um Sie.

  3. Wertschätzen Sie schöne Momente.

    Wenn Sie zurückblicken, werden Sie merken, wie viele wunderbare Momente es in Ihrem Leben bereits gegeben hat. Wie gerne würden Sie sich an manchen Tagen in eine dieser schönen Situationen zurückversetzen? Leider vergessen die meisten Menschen die schönen Dinge des Lebens und denken zuerst an negative Dinge, die so immer mehr Gewicht bekommen. Versuchen Sie mehr im Hier und Jetzt zu leben und nehmen Sie die schönen Momente bewusster wahr. Das psychologische Prinzip dahinter heißt übrigens Achtsamkeit - und lässt sich üben.

  4. Nehmen Sie sich persönliche Zeit.

    Erfolgreiche Menschen haben oft diese Gemeinsamkeiten: Ausdauer und Engagement. Während viele vor dem Fernseher Zeit verbringen, sitzen diese Menschen täglich noch bis spät abends an ihrer Idee, um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. Dafür braucht es aber Zeit, die Ihnen keiner schenkt. Sie müssen sie sich ganz bewusst nehmen und auch einfordern.

  5. Lernen Sie aus kleinen Krisen.

    Theoretisch wäre es gar nicht so schlecht, eine "Was ich daraus gelernt habe"-Liste nach jeder Niederlage anzufertigen. Denn wenn Sie sich die Muße und Mühe nehmen beziehungsweise machen, die schlechten Zeiten (die guten aber auch) Revue passieren zu lassen, lernen Sie nicht nur sich selbst besser kennen - Sie lernen insgesamt. Diese Selbstreflexion eint übrigens auch alle Erfolgreichen. Von Thomas Alva Edison, dem Erfinder der Glühbirne und zig weiterer Innovationen, gibt es etwa die folgende hübsche Anekdote, die heute auch das Edison-Prinzip genannt wird: Als sein Labor in Flammen stand und die Arbeit vieler Jahrzehnte vom Feuer vernichtet wurde, sagte er bloß: "Endlich sind wir den alten Krempel los." So sieht wahre Zukunftsperspektive aus.

  6. Werden Sie aktiv.

    Das Aufschieben von unangenehmen Dingen - das sogenannte Prokrastinieren - kennt wohl jeder. Die Einen tun es, weil sie den Kick der knappen Deadline brauchen, andere weil sie hoffen, dass sich die Probleme vielleicht doch noch von selbst erledigen. Tun sie aber nur selten. Und glücklich sind solche Menschen auch nur selten. Denn Sie werden so zum Opfer der Umstände. Nehmen Sie die Dinge lieber selbst in die Hand, werden Sie aktiv - und wenn es etwas zu ändern gibt, dann ändern Sie es: bewusst und selbstbewusst. Das nimmt die Last von den Schultern, bringt Sie voran und beweist Ihnen, dass Sie mehr können als Sie denken.

  7. Hüten Sie Ihre Gesundheit.

    So wichtig Arbeit, die eigene Karriere und viele andere persönlichen Ziele sein mögen: Vergessen Sie dabei nie Ihre Gesundheit. Ohne einen gesunden Körper lässt sich nur mühsam vorankommen - wenn überhaupt. Jeder, der schon einmal einen heftigen Einschnitt in seinem Leben aufgrund einer Krankheit erfahren hat, weiß, wie sehr wir auf unsere Vitalität angewiesen sind, obwohl wir sie im Alltag meist so selbstverständlich hinnehmen wie Luft zum Atmen. Ist sie aber nicht. Unser Körper ist keine Maschine. Es ist wichtig, auf sich selbst Rücksicht zu nehmen, auch wenn die Arbeit noch so sehr im Nacken drängt. Finden Sie ein gesundes Maß zwischen An- und Entspannung.

Drei Aphorismen, die einen das Leben lehrt

  • Man kann jeden Fehler zwei Mal begehen, aber beim zweiten Mal ist es kein Fehler mehr, sondern eine Entscheidung.
  • Manche warten ewig auf den perfekten Moment. Klüger ist, den Moment zu nutzen, um ihn perfekt zu machen.
  • Wer etwas will, findet Wege; wer etwas nicht will, Gründe.

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