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Die Aussagefähigkeit Ihres Lebenslaufs steht und fällt mit der Darstellung Ihrer beruflichen Stationen. Dabei kommt es nicht in erster Linie darauf an, ob Ihr Lebenslauf auf zwei Seiten passt oder nicht. Vielmehr hängt der Erfolg Ihrer Bewerbung davon ab, dass der Leser auf den ersten Blick alles Wichtige erfährt. Die Angabe des - womöglich noch abgekürzten - Firmennamens und ein Stichwort zu Ihrer Aufgabe reichen da nicht aus. Auch möchte ein Einsteller nicht in Ihren Bewerbungsunterlagen nach einer dritten, vierten, fünften Seite suchen in der Hoffnung, dass sich dort möglicherweise doch noch die vermisste Aufgabenbeschreibung befindet, die im ungünstigen Fall dann lediglich allgemeine Kenntnisse auflistet, ohne Zuordnung zu den einzelnen Berufsabschnitten. Dabei ist es gar nicht so schwer, Ihre beruflichen Stationen im Lebenslauf übersichtlich, optisch ansprechend und vor allem aussagekräftig darzustellen...

Die Struktur

Schon durch den Aufbau können Sie Übersicht schaffen und den Lesefluss erleichtern, wenn Sie alle beruflichen Stationen in Ihrem Lebenslauf in einheitlicher Form darstellen. Zu jeder Station gibt es drei Dinge, die ein potenzieller Einsteller wissen möchte:

  • Firma: Bei welcher Firma waren Sie tätig? Was war das für ein Unternehmen?
  • Positionsbezeichnung: Welche Position hatten Sie dort inne?
  • Aufgaben und Erfolge: Für was waren Sie zuständig und was haben Sie bewirkt?

Und so sähe das im Detail aus...

  1. Die Firma

    Als erstes nennen Sie Ihren Arbeitgeber. Wählen Sie die korrekte Firmenbezeichnung, also nicht

    Chaser

    sondern

    Chaser (Deutschland) GmbH.

    Schreiben Sie auch dazu, wo die Firma Ihren Sitz hat oder - wenn abweichend - derjenige Firmenteil, in dem Sie arbeiten, beispielsweise

    Chaser (Deutschland) GmbH, Betriebsstätte Bochum.

    Nun folgt eine kurze Firmenbeschreibung: Geschäftstätigkeit, Anzahl der Mitarbeiter, Jahresumsatz. Auch die Zugehörigkeit zu einem internationalen Konzern kann von Bedeutung sein - zum Einen wegen der dort gebräuchlichen Geschäftssprache Englisch, zum anderen weil man durch die Mitarbeit etwa in einem norwegischen Konzern schon an die dortigen Strukturen und Gepflogenheiten gewöhnt ist.

    Aber Firmen wie AEG oder Metro kennt doch jeder, werden Sie jetzt einwenden. Stimmt. Trotzdem kann es sinnvoll sein, auch hier eine kurze Beschreibung einzufügen. Vielleicht sind Sie in einem Teilbereich oder in einer Tochtergesellschaft tätig, die nicht jeder kennt. Oder Sie wollen aus einem Großkonzern in ein mittelständisches Unternehmen wechseln, wo Sie mit erheblichen Vorbehalten gegenüber "Konzerngewächsen" rechnen müssen. Solchen Vorurteilen können Sie von vornherein entgegenwirken, indem Sie klar machen, dass die Größe Ihres Betriebsstandorts genau der Größe Ihres mittelständischen Zielunternehmens entspricht. Etwa so:

    20.000 Mitarbeiter weltweit, 160 am Standort

    Die gesamte Firmenbeschreibung könnte dann wie folgt aussehen:

    Chaser (Deutschland) GmbH, Betriebsstätte Bochum
    Tochter eines amerikanischen Konzerns, Kunststoff-
    und Klebergranulate, 20.000 Mitarbeiter weltweit, 160
    am Standort, 100 Mio. Euro Umsatz p. a. in Deutschland

  2. Die Position

    Als nächstes folgt die Funktion, die Sie in der Firma bekleidet haben. Das ist doch selbstverständlich, meinen Sie? Leider nicht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie oft diese Angabe fehlt - sogar in den Lebensläufen von Führungskräften. Es genügt nicht, wenn Sie stattdessen nur Ihren Aufgabenbereich angeben. Und die Positionsbezeichnung gehört eben auch zu der einheitlichen Form, die den Text besonders lesefreundlich macht.

    Damit der Leser auf einen Blick alles Wichtige erfassen kann, sollte insbesondere die Positionsbezeichnung leicht verständlich sein. Bei vielen Firmen werden jedoch englische Positionsbezeichnungen verwendet, die wie Ausdrücke aus einer Geheimsprache anmuten.

    Was, bitte, ist ein Deal Handler? Nein, das ist kein Tippfehler, ein Händler ist nicht gemeint. Oder was macht ein Senior Transactor? Wenn Sie in Ihrer engeren Branche bleiben wollen, mag eine solche Insidersprache ja unter Umständen noch angehen. Aber wenn Sie vorhaben, sich auch links und rechts der abgetretenen Pfade Jobchancen zu erschließen, dann sollten Sie Ihre Positionsbezeichnung in allgemein verständlichem Deutsch angeben.

    Also nicht

    Logistics Supervisor

    sondern

    Leiter interne Logistik.

    Wenn der Begriff sich partout nicht übersetzen lässt, dann hilft manchmal eine ergänzende Umschreibung. Neben dem Deal Handler steht dann etwa in Klammern Koordination der Warenströme.

  3. Die Leistungen

    Als nächstes schildern Sie Ihren Verantwortungsbereich und das, was Sie im jeweiligen Berufsstadium bewegt haben. Listen Sie nicht einfach Ihre Aufgaben auf. Der Bewerbungsempfänger will nicht wissen, was in Ihrer Stellenbeschreibung steht, sondern welchen Nutzen Sie Ihrem Arbeitgeber tatsächlich gebracht haben. Es geht um Ihre Leistungen und um die Ergebnisse Ihrer Arbeit.

    Also nicht:

    Logistics Supervisor
    Personalverantwortung für 16 Mitarbeiter

    - und das war’s. Sondern:

    Leiter interne Logistik
    Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Kommissionierung, Tankzugentladung, Entsorgung und Produktionsplanung, 16 Mitarbeiter
    - Aufbau der neuen Logistikabteilung "Tankzugentladung"
    - Verlagerung der Absackanlage
    - Aufbau einer rollierenden Absackreihenfolgeplanung mit Leistungsdokumentation
    - Verdoppelung der Absackleistung durch Einführung eines Vollkontischichtsystems
    - Einführung eines TPU-Recycling-Konzepts, dadurch Kostenreduzierung um 50 %

    Fassen Sie sich dabei kurz und denken Sie daran, dass der Bewerbungsempfänger wenig Zeit hat. Also keine ausführlichen, romanhaften Darstellungen, sondern Stichworte im Telegrammstil. Und strapazieren Sie die Geduld des Lesers nicht mit seitenlangen Ergüssen; drei bis fünf inhaltliche Punkte pro beruflicher Station reichen in der Regel aus.

    Fragen Sie sich auch, ob Ihre Auswahl für den angepeilten Job relevant ist. Lassen Sie weniger Relevantes lieber weg.

Das Layout

Wenn Sie dann auch noch das Layout Ihres Lebenslaufs übersichtlich gestalten, helfen Sie dem Empfänger, Ihre wesentlichen Aussagen schnell zu erfassen. Der erste Leser, der darüber entscheidet, ob Ihre Bewerbung gleich aussortiert wird oder nicht, hat in der Regel nur wenige Sekunden Zeit. Blitzschnell muss es gehen. Da entscheidet möglicherweise die Übersichtlichkeit über Ja oder Nein.

Sie haben es selbst in der Hand, ob es dem Sekundenleser gelingt, auf die Schnelle so viele wichtige Informationen zu erfassen, dass Ihre Bewerbung in der Kategorie genauer anschauen landet und Sie nicht postwendend eine Absage erhalten.

Darüber hinaus vermittelt die optisch ansprechende Gestaltung dem Leser auch ein gutes Gefühl, und er liest Ihren Text gerne.

Bewährt hat sich die zweispaltige Form und eine thematische Gliederung:

  • In der linken Spalte und über den jeweiligen Sinnabschnitten steht die Überschrift, beispielsweise Berufspraxis oder berufliche Erfahrung.
  • Immer in der linken Spalte darunter werden die Zeiträume angegeben, beispielsweise 04/2008 bis heute.
  • In der rechten Spalte stehen dann die inhaltlichen Angaben wie oben erläutert. Hier können Sie mit Fettungen, geschickt platzierten Zeilenabständen und durch gegliederte Aufzählungen noch mehr Klarheit erzeugen.

Das Ergebnis könnte zum Beispiel (schematisch) so aussehen:

Lebenslaufaufbau-Grafik

Fettungen empfehlen sich vor allem für den Firmennamen und für Ihre Positionsbezeichnung. Hinter der Firma und hinter Ihrer Position können Sie ein wenig Abstand lassen. Zwischen den einzelnen beruflichen Stationen bleibt dann ein etwas größerer Abstand. Für die Aufgaben verwenden Sie eine gegliederte Aufzählung.

Das Resultat wiederum könnte dann so aussehen:

Beispiel für berufliche Stationen (rechte Spalte)

Chaser (Deutschland) GmbH, Betriebsstätte Bochum
Tochter eines amerikanischen Konzerns, Kunststoff-
und Klebergranulate, 20.000 Mitarbeiter weltweit, 160
am Standort, 100 Mio. Euro Umsatz p. a. in Deutschland

Leiter interne Logistik

Verantwortlich für Absackanlage, Lager, Kommissionierung, Tankzugentladung, Entsorgung und Produktionsplanung, 16 Mitarbeiter

  • Aufbau der neuen Logistikabteilung “Tankzugentladung”
  • Verlagerung der Absackanlage
  • Aufbau einer rollierenden Absackreihenfolgeplanung mit Leistungsdokumentation
  • Verdoppelung der Absackleistung durch Einführung eines Vollkontischichtsystems
  • Einführung eines TPU-Recycling-Konzepts, dadurch Kostenreduzierung um 50 %

Zugegeben, Aufbau und Gestaltung Ihrer beruflichen Stationen in der hier geschilderten Weise erfordert einigen Aufwand, Zeit und Mühe. Aber die positive Resonanz auf derart verfasste Lebensläufe spricht für sich.

In meiner Berufspraxis gab es von Seiten der Arbeitgeber schon Kommentare wie: "Das ist der beste Lebenslauf, den wir je gesehen haben" oder "Dieser Lebenslauf hat uns eine Menge Zeit im Vorstellungsgespräch erspart, weil wir die wichtigsten Dinge bereits wussten und gleich in die Details einsteigen konnten". Die Mühe lohnt sich also.

[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]