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Sie hatten durch Jobhopping kürzere Arbeitsverhältnisse, eine längere Auszeit nach dem Abitur oder Studium? Die Arbeitsplatzsuche nach Ihrem letzten Job gestaltete sich eher problematisch? Voilà und schon klafft eine Lücke im Lebenslauf. Wer seinen Lebenslauf retten will, muss sich etwas einfallen lassen - gelten Lücken doch als große Sünde, die eine Bewerbung direkt im Papierkorb landen lassen. Doch das ist nicht unmöglich: Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihren Lebenslauf retten wollen...

Lebenslauf retten: Was ist eine Lücke?

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Als Lücke im Lebenslauf wird eine längere Zeit bezeichnet, in der Sie nicht gearbeitet haben. Drei Wochen Urlaub nach dem Abitur oder Studium sind kein Problem, aber wer länger als zwei Monate weder ein Praktikum noch eine Weiterbildung absolviert hat, wird diese Lücke erklären müssen.

Dies gilt umso mehr für Arbeitnehmer, die bereits im Berufsleben stehen - bei Berufsanfängern wird noch am ehesten großzügig verfahren. Hier ist eine Lücke von einem halben Jahr bis Berufsstart noch akzeptabel.

Die Gründe für Lücken können vielfältig sein:

  • Jobsuche

    Wer die Schule, Ausbildung oder das Studium beendet hat, wird mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Nicht immer hält der Arbeitsmarkt genau das bereit, was sich ein Bewerber ursprünglich erhofft hat. Das gilt umso mehr für Schulabgänger ohne Abschluss oder Studienabbrecher. Auch Bewerber, die sich beruflich neu orientieren, haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

  • Arbeitslosigkeit

    Befristete Projekte, betriebsbedingte Kündigungen, ein abgebrochenes Studium, Jobhopping oder Sie haben aus eigenem Antrieb die Reißleine gezogen: So etwas kann vorkommen, nicht nur in Zeiten globaler Wirtschaftskrisen.

  • Krankheit

    Wer einen Familienangehörigen über einen längeren Zeitraum gepflegt hat oder aber selbst für längere Zeit krank war, stand dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

  • Familie

    Gerade Frauen fallen durch eine Familiengründung häufig länger aus dem Berufsleben heraus, daran haben auch Elternzeiten nicht viel geändert. Aus Personalersicht werden Kinder häufig mit Schwierigkeiten bei abendlichen Meetings, keine Dienstreisen, Fehlen bei Krankheit der Kinder verbunden.

  • Auszeit

    Einige Arbeitnehmer erfüllen sich den Traum von einer längeren Auszeit, indem sie mehr oder minder die Brücken hinter sich abbrechen, beispielsweise mit dem Rucksack um die Welt reisen.

Wie Karrieren verlaufen Grafik

Was eine Lücke im Lebenslauf verrät (oder auch nicht)

Personaler sind darin geübt, Brüche zu erkennen. Eine Lücke im Lebenslauf bietet dem Personaler die Möglichkeit zu spekulieren und schlimmstenfalls an der Arbeitsmoral zu zweifeln: Wieso war der Bewerber in diesem Zeitraum arbeitslos?

Besonders Jobhopper sind in gewisser Hinsicht stigmatisiert: Ihnen haftet der Ruf an, nicht besonders loyal, dafür aber rastlos und sprunghaft zu sein. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Jobhopper nicht wissen, was sie wollen.

Oder bei nächstbester Möglichkeit, wenn sich ein besserer Job bietet, das Unternehmen verlassen. Oder aber es stimmt irgendwas mit diesem Bewerber nicht, dass er womöglich häufig nach kurzer Zeit gefeuert wurde. Ein Jobhopper Lebenslauf, der kurze Arbeitsverhältnisse enthält, weckt jedenfalls Zweifel.

Ein Unternehmen investiert immer in einen neuen Bewerber: Die Ausschreibung, der Auswahlprozess, die Einarbeitungsphase: all das kostet Zeit, Mühe und Geld. Es liegt auf der Hand, dass ein Arbeitgeber all das nicht sinnlos verpulvern möchte.

Lebenslauf retten: Tricksen oder nicht?

Die Frage, die sich hierbei stellt: Wie kann ich meinen Lebenslauf retten, wenn bereits Lücken auftauchen? Sollte ich sie kaschieren? Sollte ich einen Arbeitgeber im Lebenslauf weglassen oder offen damit umgehen?

Als Orientierungsmarke gilt: Lügen haben kurze Beine.

Wer längere Zeit nach dem Abitur oder Studium gereist ist, sollte das auch so benennen und nicht versuchen, das als Sprachkurs zu verkaufen; es sei denn, Sie können tatsächlich anhand eines Zertifikats und entsprechender Sprachkenntnisse nachweisen, dass Sie in der fraglichen Zeit eine Weiterbildung gemacht haben.

Falschangaben können nicht nur juristische Konsequenzen nach sich ziehen, sondern führen dazu, dass Sie das in Sie gesetzte Vertrauen verspielen. Personaler haben einen Blick für Unstimmigkeiten, daher ist es relativ sinnlos, sie kaschieren zu wollen.

Abgesehen davon sind schnurgerade Berufsbiographien heutzutage immer seltener, es ist also keine Schande, wenn man einmal arbeitslos war. Wichtig ist Ihr ehrlicher Umgang mit den Lücken. Dazu gehört durchaus eine gehörige Portion Selbstreflexion.

Seien Sie ehrlich mit sich: Wie ist es zu dieser Lücke gekommen? Nur dann können Sie auch plausibel darlegen, was Sie in der Zeit gemacht haben. Und sei es, dass Sie wirklich eine Auszeit genommen haben: Wer nach dem Studium und dem Examensstress sich erholen und neue Eindrücke sammeln will, sollte das auch so klar benennen.

Was Sie tun können, um Ihren Lebenslauf entsprechend zu gestalten:

  • Setzen Sie Schwerpunkte.

    Auf der ersten halben Seite Ihres Lebenslaufes stellen Sie genau die Kenntnisse heraus, die für Ihren zukünftigen Arbeitgeber von Belang sind, danach folgt der tabellarische Lebenslauf.

  • Gruppieren Sie Ihre Tätigkeiten.

    Kartierer, IT-ler oder auch viele Arbeitnehmer im pädagogischem Bereich und wissenschaftliche Mitarbeiter sind häufig in der Projektarbeit tätig. Sie können Ihre Jobs beispielsweise unter einem eigenen Punkt "Projekte" zusammenfassen. Oder Sie benennen den Punkt nach der Art der Tätigkeit. Durch das Gruppieren entsteht der Eindruck einer längeren Beschäftigungsphase.

  • Begründen Sie die kurze Beschäftigungsphase.

    Geben Sie bei einzelnen Tätigkeiten eine Erklärung für den Wechsel an. Das kann eine Firmenfusion, Insolvenz oder Outsourcing sein. Solche Vorkommnisse lassen sich anhand von Presseberichten oder einem Auszug aus dem Handelsregister belegen. Allerdings sollten diese Gründe nicht zu häufig in Ihrem Lebenslauf auftauchen, dann verlieren Sie an Glaubwürdigkeit.

  • Arbeiten Sie mit Fettungen.

    Sie dienen der Orientierung beim schnellen Überfliegen. Außerdem können Sie mit Beschreibungen und Schlagworten die wichtigen von den weniger wichtigen Stellen hervorheben. So können Sie trotz vieler Stationen ein optisch ansprechendes Ergebnis erzielen.

  • Wählen Sie das passende Layout.

    Sie können Ihren Lebenslauf chronologisch gestalten, was sich besonders für Berufsanfänger anbietet. Berufserfahrene wählen häufig die amerikanische Variante, das heißt den umgekehrt chronologischen Aufbau. Nachteilig ist hier im Falle der Arbeitslosigkeit, dass die Lücke gleich als erstes ins Auge springt. Wählen Sie stattdessen die deutsche Variante, taucht Ihre Lücke erst unten auf der ersten oder sogar zweiten Seite auf.

  • Formulieren Sie aktiv.

    Es klingt wesentlich negativer und unproduktiv, wenn Sie in den Lebenslauf hineinschreiben, dass Sie arbeitslos sind. Besser ist es, wenn Sie stattdessen auf andere Formulierungen ausweichen wie: Berufliche Neuorientierung, Bewerbungsphase oder auch arbeitssuchend. Auch wirkt es wesentlich zielstrebiger, wenn Sie beispielsweise auf eine Formulierung wie "Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position als Coach" zurückgreifen und dann entsprechende Kurse vorlegen können.

  • Erwähnen Sie auch Teilbereiche.

    Wenn Sie zum Beispiel Ihr Studium abgebrochen haben, gibt es keinen Grund, Ihre bis dahin erworbenen Kenntnisse zu verschweigen, den Abschluss lassen Sie offen. Irren ist menschlich und wichtiger ist, dazu zu stehen, dass sich Ihre Interessen geändert haben. Sollte in einer Bewerbung ein Studium erforderlich sein, geben Sie neben dem Studium den Hinweis, dass Sie keinen Abschluss gemacht haben, verweisen aber auf mögliche Erfolge (wie zum Beispiel ein Vordiplom).

Lebenslauf retten: Irrtümer

Lebenslauf retten Station im Lebenslauf weglassenViele Bewerber fragen sich: Soll ich eine kurze Beschäftigung im Lebenslauf weglassen? Wer zu diesem Thema recherchiert, trifft auf einige Ungereimtheiten. Häufiger werden auch Tipps formuliert, die wir nicht für sinnvoll erachten, beispielsweise diese:

  • Weglassen von Monatsangaben

    Bitte führen Sie die Monatsangaben auf. Dieser Trick ist absolut durchschaubar und auch die häufig angeführte Erläuterung, dass Sie in einem Vorstellungsgespräch immer noch erklären können, was Sie in der Zwischenzeit gemacht haben, ist sinnfrei: In welchem Vorstellungsgespräch? Sie werden erst gar nicht eingeladen, wenn starke Zweifel bestehen.

  • Weglassen von Stationen

    Auch dieser Tipp ist eher schwierig. Wenn Sie mehrere Jobs gleichzeitig ausgeübt haben, dann können Sie sicherlich den für diese Bewerbung irrelevanten weglassen, denn die jeweilige Zeitspanne wird anderweitig abgedeckt. Und Sie müssen nicht zwangsläufig darlegen, ob es sich um eine Vollzeitstelle oder eine Nebenbeschäftigung gehandelt hat. Sollte das allerdings nicht der Fall sein, haben Sie eine weitere Lücke im Lebenslauf - genau das, was eigentlich vermieden werden soll.

Beide Tipps bergen ein weiteres Risiko: Häufig kommt Bewerberssoftware, sogenannte CV-Parser, zum Einsatz. Da werden Bewerbungen gnadenlos ausgemustert. Sie kommen erst gar nicht in die Lage, Zeit schinden und einem Personaler anschließend erklären zu können, was Sie in der fraglichen Zeit gemacht haben.

Lebenslauf retten: Lücken vermeiden

Am besten ist natürlich, wenn Sie Lücken von vornherein vermeiden. Ihren Lebenslauf retten Sie so weniger, sondern Sie haben von vornherein aktiv Ihr Berufsleben gestaltet.

Schulabgänger sollten dies bedenken, wenn sie sich bewerben: Auch wenn die Traumstelle nicht auf Anhieb dabei ist - eine Ausbildung zu machen, die auf der Prioritätenliste nicht ganz oben steht ist immer noch besser als nichts zu tun. Diese vier Möglichkeiten gibt es immer:

  • Wer bis zu Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September nichts gefunden hat, braucht nicht zu verzweifeln. Bis in den Februar hinein können noch kurzfristig Ausbildungsplätze frei werden. Die Arbeitsämter bieten meist Sprechstunden an, in denen sich Jugendliche ohne Anmeldung bei Beratern informieren können, denn häufig bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt.
  • Eine weitere Möglichkeit für Jugendliche - auch ohne Abschluss - ist das berufsvorbereitende Jahr (BVJ), auch hier gibt es Anfang September zumeist noch Restplätze. Über die Dauer eines Jahres werden die Teilnehmer in theoretischen und praktischen Schulungen auf ihren zukünftigen Ausbildungsplatz vorbereitet. Finanziert wird der Unterricht durch öffentliche Stellen.
  • Berufsvorbereitende Maßnahmen sind Kurse vom Amt, die vor allem für berufsunreife Jugendliche eine Möglichkeit sind, ein Jahr lang an Kursen und Lehrgängen teilzunehmen und speziell gefördert zu werden. Die Zahl der Plätze ist bei dieser Notlösung allerdings eher knapp.
  • Bliebe zum Schluss noch die Möglichkeit, Praktika zu machen oder zu jobben. Hier ist zu beachten, dass Jugendliche drei Jahre lang der Berufsschulpflicht unterliegen. Das kann bedeuten, dass sie ein bereits begonnenes Praktikum für einen Berufsschul-Block unterbrechen müssen.

Lücken im Lebenslauf: Tipps diese zu schließen

Aber nicht nur für Schulabgänger gilt: Bleiben Sie aktiv, schauen Sie sich nach Weiterbildungen um, nehmen Sie sinnvolle Tätigkeiten auf. Das kann durchaus auch mit Reisen verknüpft sein. Auslandserfahrungen werden von Unternehmen generell positiv bewertet, schließlich zeigen Sie damit, dass Sie in einem fremden Umfeld sprachlich zurecht kommen und interkulturelle Kompetenzen sammeln.

Machen Sie sich nach Möglichkeit im Vorfeld schlau, ob Sie nicht beispielsweise Work and Travel machen, Freiwilligendienst bei sozialen Projekten leisten oder tatsächlich einen der beliebten Sprachkurse machen.

Wer nun bereits eine Lücke im Lebenslauf hat, sollte sich klarmachen: Solange sie begründet werden kann oder sie sich nicht über einen langen Zeitraum erstreckt, können Sie Ihren Lebenslauf retten. Hauptsache, Sie bleiben bei der Wahrheit.

Nachfolgend haben wir einige Tätigkeiten aufgelistet, die Sie in der Zwischenzeit womöglich gemacht haben oder denen Sie zukünftig nachgehen können, um Lücken zu vermeiden:

  • Arbeit im Familienbetrieb
  • Auslandsaufenthalt (Sprache, Kultur)
  • Bundesfreiwilligendienst
  • Ehrenämter (intensiv)
  • Familienphase
  • Fortbildungen (IHK, Arbeitsamt)
  • Kurse (VHS)
  • Krankheit (eigene oder Pflege von Familienangehörigen)
  • Neben- oder Aushilfsjobs
  • Praktika
  • Selbstständigkeit
  • Soziales Engagement (Altenheim, Sportverein)
  • Sprach- und Bildungsreisen
  • Studium (Fernstudium, Selbststudium, Gasthörer an der Uni)
  • Schulbildung (Abschlüsse nachgeholt)
  • Sprachkurse hierzulande
[Bildnachweis: racorn by Shutterstock.com]

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