Falling Down - Produktenttäuschung
In einem meiner Lieblingsfilme – Falling down (siehe Video unten) – geht Michael Douglas in die Filiale einer amerikanischen Boulettenbraterkette und bestellt ein Frühstück. Leider ist es gerade ein paar Minuten nach Halbzwölf und Frühstück gibt es nur bis 11.30 Uhr. Die Strategie des Filialleiters ist Nulltoleranz: Frühstück gibt’s nicht mehr, Douglas muss ein normales Menü bestellen. Darüber klinkt der nur leider ziemlich aus und nimmt die gesamte Fast-Food-Filiale samt Gästen mithilfe seiner Maschinenpistole als Geisel.

Die Szene, die daran anschließt, ist inzwischen legendär: Douglas bestellt nun einen Hamburger, packt ihn aus und vergleicht die Schnellnahrung mit dem Foto über dem Tresen: Das Brötchen in seiner Hand ist gar nicht kross und groß, sondern eingefallen und labberig; der Salat ist nicht knackig, sondern welk; das Fleisch nicht üppig und saftig, sondern mickrig und trocken. Also zeigt er auf die Reklame und fragt den Manager: "Kann mir jemand sagen, was mit diesem Bild nicht stimmt?"

Falsche Versprechungen: Produktenttäuschung ist das Schlimmste

Das Gefühl kennt jeder – und nicht nur in Schnellrestaurants: Produktenttäuschung. Es ist das schlimmste, was ein Unternehmen seinen Kunden antun kann. Die meisten Kunden haben dafür ebenfalls Nulltoleranz und kaufen nicht wieder.

In der Mikropolis eines Unternehmens funktioniert der Effekt allerdings genauso und ist daher für Laufbahnen nicht weniger gefährlich:

Versprechen Sie nie mehr, als Sie halten können!

  • Weder bei der Übernahme eines Projektes,
  • noch bei einer Beförderung,
  • geschweige denn im Vorstellungsgespräch.

Sie schüren mit derlei falschen Versprechungen nur unrealistische und äußerst schädliche Erwartungen. Beim ersten Mal wirkt die selbstverschuldete Enttäuschung vielleicht noch nicht so schlimm. Aber mit jedem weiteren Mal unterhöhlt sie das Vertrauen in Sie, und Sie mutieren zum Blender. Und das auch noch ohne jeden äußeren Zwang.

Bei allem Verständnis für Selbstvermarktungs-Tamtam, Aufmerksamkeitsdefizite und Geltungsbedürfnisse: Stapeln Sie lieber tief.

Unterschätzt zu werden, hat mindestens ebenso viele Vorteile im Job – und sei es nur, Geschäftspartner, Kollegen und Chefs hinterher überraschen können: positiv.