2 von Jochen Mai am 14. Mai 2009 → Studie in Büro

Leistungsanreiz – Was Mitarbeiter motiviert

trinkgeldWelche Leistungsanreize brauchen Mitarbeiter, um sich täglich neu für den Job zu motivieren. Eine Monster-Umfrage, an der sich jetzt weltweit 28.301 Arbeitnehmer beteiligten, kommt zu folgendem Ergebnis:

Was Mitarbeiter motiviert (weltweit, in Prozent):

Eigener Leistungsanspruch 45
Geld 31
Anerkennung von Kollegen und Chefs 19
Beförderung 6


Speziell für Deutschland sieht das schon etwas anders aus: Deutschland zählt gemeinsam mit Polen und Österreich zu den wenigen Ländern, in denen das Gehalt größeres Gewicht hat, als der eigene Leistungsanspruch. Spitzenreiter in Sachen „Motivation durch Gehalt“ ist jedoch Polen mit 46 Prozent, gefolgt von Österreich mit 39 Prozent. In Deutschland lassen sich 35 Prozent der Befragten am stärksten durch ein entsprechendes Gehalt motivieren, der Anspruch an die eigene Leistung folgt auf Platz zwei mit 34 Prozent. Zudem legt mehr als ein Viertel der deutschen Arbeitnehmer großen Wert auf die Bestätigung durch Kollegen und Vorgesetzte – ähnlich hohe Werte gibt es in diesem Zusammenhang nur in Frankreich, der Schweiz und Österreich.

Was das für Manager heißt? Leidenschaft in anderen zu entfachen, ist keine leichte Aufgabe, zumal wenn nicht über ein üppiges Budget verfügt. Aber das macht den Versuch nicht unmöglich. Hier ein paar Anregungen, was Menschen im Job nachhaltig begeistert:

  1. Eine sinnvolle Arbeit - Das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe zu sein, lähmt auf Dauer jeden Arbeitseifer. Jeder Mensch will wissen, dass seine Arbeit Mehrwert schafft, dass sie wichtig und unverzichtbar ist. Wer seinen Mitarbeitern genau das vermittelt, weckt ihren Elan aufs Neue.
  2. Teamarbeit – Ich weiß, das ist ein inzwischen überstrapazierter und leider viel zu oft missbrauchter Begriff. Aber er trifft die Sache auf den Kopf: Menschen sind soziale Wesen, und Unternehmen sind soziale Organisationen. Auch wenn man eine zeitlang für sich wurschtelt – Kooperation, Zusammenarbeit sowie Anerkennung und Ermutigung durch andere, kurz Teamgeist ist das, was wir im Job neben einer sinnvollen Arbeit vor allem suchen. Wer es findet, leistet gerne mehr.
  3. Fairness - Apropos Teamgeist: Das schließt mit ein, dass sämtliche Gratifikationen – Gehalt, Prämien, Lob – transparent, nachvollziehbar und gerecht erfolgen. Nichts ist der Motivation für den Job abträglicher als Vetternwirtschaft oder ungerechte Bezahlung.
  4. Beachtung - Der Punkt hängt stark mit dem ersten zusammen, verdient aber eine besondere Erwähnung (oder besser gesagt: Beachtung). Geld ist der Mühe Lohn, aber es kompensiert niemals fehlende Anerkennung. Egal, was einer kreiert oder produziert – er möchte, dass das Kollegen und Kunden registrieren, vor allem wenn es gut war. Lob ist eine Form von Beachtung, eine besonders positive. Aber auch sachliche und faire Kritik gehört dazu. Und gerade bei Leistungsträgern kann man gar nicht genug Brimborium um ihre Verdienste machen. So werden sie gar zum Vorbild und Ansporn für andere.
  5. Wachstum – Das geflügelte Wort vom lebenslangen Lernen klingt stets appellativ, dabei ist es unser ureigenes Interesse: Wir wollen uns weiterentwickeln, im Job wachsen, uns mehr Veranwortung und Gestaltungsspielräume erarbeiten. Aber nur wo Menschen das auch können, gedeiht Leidenschaft. Gläserne Decken und fehlende Entwicklung durch Vorgesetzte oder geschulte Dienstleister sind Motivationskiller – und nicht selten ein wesentlicher Grund, den Job zu wechseln.
  6. Autonomie – Für die meisten Unternehmer war es der Hauptwunsch, sich selbstständig zu machen: Sie wollten unabhängiger werden, in ihren Entscheidungen, in ihrem Schaffen und ihrem Arbeitsalltag. Angestellte wollen das auch. Und tatsächlich sind Freiheit und Selbstbestimmung enorm große Antriebskräfte. Wo immer Sie können: Zeigen Sie Menschen, wie sie unabhängiger werden – und Sie werden ihre Leidenschaft wecken.
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1. Kommentar

Katharina Borchert
14.05.09 um 11:54 Uhr

Ich würde mich dann eher dem Rest der Welt anschliessen wollen. Geld ist schön und auch als Form der Anerkennung wichtig, aber könnte mich nie so antreiben wie mein eigener Anspruch an mich selbst (und die reine Freude an der Arbeit, ohne geht das doch alles nicht).

2. Kommentar

ThomasSchmidtMuc
16.05.09 um 08:03 Uhr

Wie der Artikel erwähnt, handelt es sich bei den Ergebnissen um die Auswertung eigener, subjektiver und in vielen Einzelfällen sicher nicht reflektierten Angaben. Nach meiner Erfahrung als Personalverantwortlicher wird gerade dann “Geld” als Motivator genannt, wenn keine innere Auseinandersetzung mit eigenen oder äußeren Antriebskräften stattgefunden hat. Sehr oft ist die Nennung “Geld” als Motivator ein Hinweis auf schlummernde Potenziale!

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