Material organisieren, Vorlesungen besuchen und nacharbeiten, Literaturarbeit, Lerngruppen, Haus- und Seminararbeiten, Projektarbeiten… ein – ernsthaft betriebenes – Studium verlangt den Studenten so einiges ab. Auch die Umstellung auf Bachelor und Master hat das Arbeitspensum nicht reduziert sondern – im Gegenteil – noch erhöht, ähnlich geht es den Schülern beispielsweise in den aktuellen G8-Zügen der Gymnasien. Um diese Anforderungen bewältigen zu können und gleichzeitig gute Ergebnisse zu erreichen, suchen viele Studenten und Schüler nach dem ultimativen Werkzeug für das Studium. Dabei besitzen viele dieses Werkzeug bereits, denn moderne Smartphones können mit ein wenig Kreativität und den richtigen Applikationen zum ultimativen Lernbegleiter werden. Ach ja, auch wenn Sie kein Student sind, können diese Tipps für Sie interessant sein, denn einige lassen sich auch in Meetings und für die Projektarbeit einsetzen.
Smartphone vs. Tablet vs. Laptop
Jetzt kann natürlich die Frage aufkommen: “Wieso sollte ich das Smartphone nehmen? Tablet-Computer oder Laptops bieten doch viel mehr Möglichkeiten?” Absolut richtig, natürlich kann das Smartphone – im Hinblick auf den Funktionsumfang – nicht mit einem Laptop mithalten. Bei Tablet-Computern ist der wesentliche Unterschied die Bildschirmgröße und die Akkulaufzeit, die Betriebssysteme sind oft identisch zu Smartphones. Doch das Smartphone hat drei wesentliche Vorteile gegenüber den beiden anderen mobilen Computern.
- Mobilität – Im Gegensatz zu Tablets oder Laptops ist das Smartphone fast immer dabei. Auch wenn die Bildschirme immer größer werden, sind die Gerät nach wie vor sehr transportabel.
- Akzeptanz – Laptops und Tablets sind in manchen Situationen – enge Vorlesungssäle mit kleinen Tischen oder im Publikum eines Vortrags – störend oder zumindest nicht gern gesehen. Smartphones hingegen sind inzwischen fast über alle akzeptiert und werden weitestgehend ignoriert.
- Internetverbindung – Auch wenn Laptops und Tablets in vielen Fällen eigene UMTS-Module integriert haben, den Vertrag für das Smartphone zahlen Sie sowieso, wozu also einen zweiten Vertrag. Außerdem sind die UMTS-Modelle von Tablets und Co. immer teuerer als reine Wlan-Versionen. Das Smartphone dagegen ist immer online, so lange der Empfang gut ist.
Das Smartphone – der ultimative Lernhelfer
Die modernen Smartphone Betriebssysteme bringen von Haus aus viele Funktionen mit, die im Studium und als Lernhelfer nützlich sind. Zum ultimativen Lernbegleiter werden die mobilen Kleinst-Computer allerdings erst durch die Vielzahl an verfügbaren Applikationen.
- Notizbuch – Smartphones lassen sich hervorragend als immer verfügbare Notizbuch nutzen. Sicherlich werden Sie als Student auf der – physischen oder virtuellen – Tastatur dieser Größe keine ganze Vorlesung mitschreiben, doch für kurze Notizen reichen diese völlig aus. Für längere Texte bieten die meisten aktuellen Smartphone-Betriebssysteme die Option, faltbare Bluetooth-Tastaturen mit dem Smartphone zu koppeln. So lässt sich Mobilität mit den Vorteilen einer normal großen Tastatur kombinieren. Plattformübergreifende Lösungen für die Notizen sind Applikationen wie Evernote, Google Docs oder Documents to go.
- Kamera – Bei Aufschrieben, Schaubildern und Folien, die in Vorlesungen auftauchen, leistet die Smartphone-Kamera gute Dienste, um ein Fotoprotokoll zu erstellen. Das lässt sich natürlich auch bei Gruppen- und Projektarbeiten nutzen, um die Flipchart-Aufschriebe für alle Teilnehmer zu dokumentieren.
- Rekorder – Es soll ja Professoren und Referenten geben, die sehr schnell oder sehr wirr vortragen und bei denen das Mitschreiben eine echte Herausforderung darstellt. Abhilfe schaffen hier die Mikrofone und die integrierte Aufnahemfunktion von Smartphones. Wichtig: Fragen Sie bitte bei Ihrem Professor oder Referent nach, bevor Sie seine Vorlesung mitschneiden. Das gilt natürlich auch, wenn Sie planen, Ihren Mitschnitt online – beispielsweise auf Youtube – zu veröffentlichen.
- Dokumentenmappe – Ein großer Vorteil des Smartphones: Sie können Ihre gesamten Studienunterlagen immer und überall dabei haben und einsehen. Eine kostenlose Lösung ist beispielsweise der weit verbreitete Dienst Dropbox, mit dem Sie Ihre Daten über fast alle mobilen Plattformen und Computer synchronisieren können.
- Scanner – Viele Studenten kopieren ganze Kapitel aus den Fachbüchern der Bibliotheken. Mit Ihrem Smartphone können Sie die wichtigen Stellen oder Seiten einfach fotografieren und so archivieren. Natürlich gibt es spezialisierte Applikationen, die die Qualität der Aufnahmen verbessern und auch gleich als PDF ablegen können. Beispiele für gute Scanner-Applikationen sind CamScanner und Perfect OCR.
- Barcodescanner – Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage: “Wozu brauche ich im Studium einen Barcodescanner?” Die Antwort ist einfach: Um sich Fachliteratur und Literatur-Quellen komfortabel merken zu können. Sicher können Sie sich auch den Titel eines Buches notieren oder das Cover fotografieren, doch wenn Sie den Barcode des Buches einscannen, haben Sie im Handumdrehen alle bibliografischen Daten des Buches. Gerade wenn es sich um eine Quelle handelt, aus der Sie später zitieren wollen, erspart Ihnen das viel Tipparbeit. Sowohl für Android als auch iOS gibt es verschiedenste Barcodescanner-Applikationen.
- Lernpartner – Mit der richtigen Applikation wird das Smartphone zum überall verfügbaren Lernpartner. Im Apple Appstore und im Android Market finden sich in der Kategorie “Bildung” beziehungsweise “Lernen” verschiedenste Lernprogramme zu fast allen Fachgebieten.
- E-Book Reader – Für alle Smarthpone-Betriebssysteme sind E-Book-Reader-Applikationen verfügbar. Natürlich ist das Lesen auf einem größeren Bildschirm oder einem dezidierten E-Ink-Reader angenehmer, doch diese Geräte haben Sie wahrscheinlich nicht immer dabei, oder? Das Smartphone hingegen ist auch in der Warteschlange für den morgendlichen Kaffee oder im Bus dabei. Es ist erstaunlich, wie viel Sie im Lauf eines Tages auf diese Art lesen können. Außerdem verleihen immer mehr Bibliotheken auch E-Books, die sich natürlich auch auf dem Smartphone lesen lassen.







Marvin
Sehr schöner Artikel, der einem die Funktionsvielfalt eines Smartphones aufzeigt. Ich nutze ebenfalls mein Smartphone intensiv für das Studium. Mitschriften via Bluetoothtastatur fertige ich allerdings nicht mit Google Docs an sondern mit NoteSync. Meinem subjektiven Empfinden und der Wärmeentwicklung nach eine stromsparende Alternative allerdings mit sehr geringem Funktionsumfang. Allerdings ist man nach meinen Erfahrungen nach mit Handy und Tastatur ein echter Exot :)
Swen-William Bormann
Kann auch gefährliches Halbwissen schaffen – nur noch googlen und copy und paste ist auch nicht die Lösung! Wenn man nachfragt kommt nichts – das kann auch nicht die Lösung sein.
Das haben schon Guttenberg und Koch-Mehrin gemerkt, auf Dauer sitzt man in der Falle ;-)
Christian Mueller
@Marvin: Das stimmt allerdings, mit Handy und tastatur wirst du meistens noch komisch angeschaut, während und Laptops und Tablets da schon akzeptierter sind. In Sachen Mobilität ist die Kombi Handy+Bluetooth-Tastatur allerdings nicht zu schlagen.
@Swen-William: Irgendwie fehlt mir gerade der Zusammenhang zwischen deinem Kommentar und dem Artikel. Klar ist copy and paste keine Lösung, aber darum geht es doch auch gar nicht. Nur weil Notizen, Quellen und Unterlagen elektronisch organisiert werden heißt das doch nicht automatisch, dass nur noch abgekupfert wird.
Mirko D. Walter
Vom Grundtenor stimme ich dem Artikel zu und sehe es auch so, dass die Möglichkeiten des Smartphones selten wirklich genutzt werden.
Aber alles was in Richtung textliche Arbeit geht ist bei den meisten Smartphones eine Zumutung. Längere Textnotizen mit den Bildschirmtastaturen sind fast nicht zu machen, größere Arbeiten schon mal gar nicht. Es bleibt also die Sprache – die sich allerdings in Vorlesungen und bei Vorträgen (und bei Meetings) verbietet.
Die Kombination Tastatur und Smartphone oder Tablet ist recht angenehm. Aber das Platzproblem bleibt natürlich, wenn nicht mal 30cm Platz pro Person verfügbar ist ;)
Swen-William Bormann
@Christian: Das ist ja keine Generalverdächtigung! Doch ist seid dem Internet viel copy and paste unterwegs – auch in meinem Trainersektor, und wenn man dann nachhakt oder tiefer gehen will, dann kommt nichts mehr! Als gefährliches Halbwissen…
Jörg
Ich glaube auch nicht, dass Smartphones akzeptierter sind als Netbooks o.ä. Ich würde denken: Oh! Da liest jemand schnell noch seine SMS, während ich hier einen Vortrag halte. Für längere Notizen ist auch die Tastatur gar nicht zu gebrauchen. Und wenn ich eine Bluetoothtastatur habe, dann kann ich auch direkt ein Netbook mitnehmen. Oder einen Slider wie von Asus….