Google+ hat sich in den letzten Monaten als neues Soziales Netzwerk neben Facebook und Twitter etabliert. Seit der Öffnung des Dienstes für alle interessierten Nutzer, wachsen die Nutzerzahlen stetig an. Dabei hat Google im Rückblick nicht die beste Erfolgsbilanz, was Soziale Netzwerke betrifft. Der letzte Versuche des Unternehmens aus Mountain View in Kalifornien – Google Buzz – scheiterte auf der ganzen Linie. Umso erstaunlicher ist der Erfolg von Google+. Einige Strategien, die Google+ beim Start von Google+ angewandt hat, lassen sich auch auf andere Arbeits- und Lebensbereich übertragen.

Stetige Verbesserung

Google steckt offensichtlich eine Menge Entwicklungsarbeit in Google+, denn der Dienst wird stetig erweitert und verbessert. Viele neue Funktionen – unter anderem Hangouts mit unlimitieren Zuschauern und bestätigte Profile – sind angekündigt oder bereits für einen beschränkten Nutzerkreis eingeführt.

Strategie: Auch wenn die aktuelle Situation gut ist, darf es nicht zum Stillstand kommen. Die Weiterentwicklung und Verbesserung Ihrer Dienste und Produkte ist für dauerhaften Erfolg entscheidend.

Vorsichtig planen

Erinnern Sie sich noch an den Start von GMail – in Deutschland heißt der Dienst Googlemail – im Jahre 2004? Auch der heute populäre E-Mail-Dienst war zu Beginn nur mit Einladung nutzbar. Diese Strategie hat Google auch bei Google+ angewandt, erst seit Ende September ist der Dienst für alle Nutzer offen.

Strategie: Google+ hätte zu einem Fiasko für Google werden können, wenn die Server unter dem Ansturm der Nutzer zusammengebrochen wären. Durch den schrittweisen Start hat Google genau das verhindert. Bei neuen Projekten macht es Sinn, Schritt für Schritt zu beginnen und Reserven einzuplanen.

Stärken nutzen

Google+ kombiniert viele Stärken, über die Google aus anderen Geschäftsfeldern und Anwendungen bereits verfügt. Erfahrungen aus dem Bereich der Suchmaschinen, Googlemail und Google-Chat und Google Docs fließen in das Soziale Netzwerk ein. Auch die umfangreichen Rechenzentren von Google sind für den Erfolg und den Betrieb von Google+ entscheiden.

Strategie: Projekte in neuen Themenfeldern oder Geschäftsbereichen sollten immer auf den bereits vorhandenen Erfahrungen und Ressourcen aufbauen. Nur wenn Sie über Stärken verfügen, die einen Übertrag für Ihr neues Projekt bringen, haben Sie gute Erfolgsaussichten.

Erwartungen übertreffen

Google+ wurde von Google ohne großes Aufheben oder Werbung eingeführt. Google selbst schürte keine Erwartungen an den Dienst und vermied es bewusst, einen Hype um Google+ zu erzeugen. Entsprechend zurückhaltend waren zu Beginn auch die Erwartungen an das Soziale Netzwerk.

Strategie: Hohe Erwartungen sind fast immer ein Garant für Enttäuschung und Frustration, denn schlussendlich können die meisten Erwartungen nicht erfüllt werden. Ein gutes Beispiel sind die Produkteinführungen von Apple, die im Vorfeld entstehenden Gerüchte werden fast nie erreicht. Machen Sie ein neues Projekt daher erst bekannt, wenn es stabil funktioniert und die geplante Leistung wirklich bringen kann. Das Sprichwort “Erst Ei, dann Gack” fasst diesen Grundsatz gut zusammen.

Präsenz zeigen

Google ist durch seine vielfältigen Dienste und Angebote im Internet omnipräsent. Es gibt wahrscheinlich fast niemanden, der Google nicht zumindest kennt. Rein durch diese Größe hatte Google+ von vornherein eine potentiell riesige Nutzerbasis von Menschen mit Google-Konten. Für den Erfolg von Google+ ist diese Basis sicherlich nicht unwichtig.

Strategie: Oft wird gesagt, dass 80% des Erfolg darin bestehen, schlicht und ergreifend anwesend zu sein. In dieser Aussage steckt viel Wahres. Ein Unternehmen muss sich in seinem Themenfeld engagieren, um wahrgenommen zu werden. Sei es auf Messen, in Foren, Konferenzen und in Sozialen Netzwerken, überall dort, wo potentielle Kunden oder Partner anzutreffen sind, sollte auch das Unternehmen aktiv sein.

Konsequent dran bleiben

Wie bereits Eingangs erwähnt, hat Google nicht nur Erfolgsprodukte hervorgebracht. Google Wave und Google Buzz sind zwei Dienste, die beide eindeutig gescheitert sind. Gerade der Misserfolg von Google Buzz hätte dazu führen können, dass Google den Bereich der Sozialen Netzwerke aufgibt und sich dort nicht weiter engagiert. Stattdessen hat das Unternehmen konsequent an einem neuen Sozialen Netzwerk – Google+ – gearbeitet und damit schlussendlich Erfolg gehabt.

Strategie: Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühlampe, soll einmal gesagt haben “Sie sehen 1000 Fehlschläge. Ich sehe 1000 Wege von denen wir jetzt wissen, dass sie nicht zum Ziel führen”. Misserfolg ist sicher nicht schön, bringt aber die meisten Lernerfahrungen. Nur wer durchhält und auch nach Misserfolgen weiter macht, kann auf Dauer erfolgreich sein.

Stil bewahren

Facebook hat sich von einem einfach und schlichten Design zu Beginn nach und nach zum heutigen – überladenen – Design entwickelt. Vielleicht ein Grund für das angekündigte Timeline-Design. Google hat bei Google+ von Anfang an auf eine einfach und übersichtlich Benutzeroberfläche gesetzt, die der von Googlemail bekannten ähnelt. Entgegen dem Trend, immer mehr Funktionen einzubauen hat Google+ mit wenigen Funktionen begonnen.

Strategie: Google ist mit Google+ seinem minimalistischen Design und Stil treu geblieben. Auch für Unternehmen und Marken ist es wichtig, sich durch einen klaren Stil von der Konkurrenz abzugrenzen. Das kann auch heißen, entgegen einem aktuellen Trend an bewährten Elementen festzuhalten. Wie in der Mode gilt auch hier oft: Vieles wird wieder modern, es dauert nur einige Zeit.