Für jede Karriere gilt, dass sie auch hätte anders verlaufen können. Nur im biografischen Rückblick meinen manche, dass es so kommen musste. Daraus werden dann angeblich förderliche Ausbildungsstandards abgeleitet – erst recht, wenn sich damit viel Geld verdienen lässt. Der Master of Business Administration (MBA) gehört dazu. Das postgraduelle Studium wurde lange als internationaler Bildungsstandard und Karriereturbo für eine handverlesene Managementelite gepriesen und von den USA euphorisch nach Europa exportiert. Inzwischen sinkt seine Attraktion wieder – aus mehreren Gründen:
Der Titel wird inflationär angeboten. Allein in Deutschland gibt es über 200 Studiengänge, die mit dem Abschluss locken. Doch nicht überall, wo MBA draufsteht, ist auch ein seriöser Abschluss drin. In Europa finden sich längst schwarze Schafe unter den Anbietern. Wenigstens ein bisschen Sicherheit versprechen drei renommierte Gütesiegel: das der Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB), der European Foundation for Management Development (EFMD) und der deutschen Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA).
Das ändert allerdings nichts daran, dass manche Studieninhalte in Wirtschaft und Wissenschaft umstritten sind. So werden an vielen Business Schools hauptsächlich Simulationsspiele und Strategieübungen absolviert. Die aber brächten nur starrköpfige Unternehmenslenker, keine Manager hervor, so der Vorwurf der Kritiker.
Außerdem finde bei vielen Angeboten kaum ein Erfahrungsaustausch zwischen Praktikern unterschiedlicher Berufszweige statt. Dabei sollte der MBA ursprünglich einmal Fachfremde für das Management fit machen.
Zum Schluss: Der Titel ist teuer. In der Vergangenheit sind die Preise für MBA-Programme popularitätsbedingt in die Höhe geschossen, die Karriereaussichten aber nicht. Vor allem in der aktuellen Krise bangen viele MBA-Absolventen, ob Sie überhaupt einen Job bekommen und die Investition bald wieder einspielen. Deshalb sollten alle, die mit dem Gedanken spielen, einen solchen Titel zu erwerben, zuvor mit spitzem Stift rechnen und wenigstens folgende Fragen beantworten:
- Bringt mich die Ausbildung weiter? Was wird vermittelt?
- Wird der Titel in meiner Branche geschätzt?
- Welchen Ruf genießt die Hochschule?
- Ist die Business School international renommiert? Über welche Gütesiegel verfügt sie? Wer hat hier schon studiert? Sind gute Leute dabei? Geben sie über ihre Zufriedenheit Auskunft?
- Welche Alternativen kommen infrage: ein zweijähriges Vollzeitprogramm, ein einjähriger Kompakt-MBA, ein berufsbegleitender Executive-MBA?
- Bekomme ich dafür unbezahlten Urlaub oder ein Sabbatical? Wer trägt die Kosten?
- Und vor allem: Rechnet sich das – etwa mit einem Gehaltsanstieg?
Gewiss, ein MBA kann wertvoll sein, muss er aber nicht. Informieren Sie sich also gründlich vorab, vergleichen Sie alle Angebote genau, und entscheiden Sie erst dann! Manchmal reichen vielleicht auch schon ein paar relevante und renommierte Wochenendseminare.



Mario
Ich empfehle die FOM (www.fom.de). Teilzeit / Abendstudium.
Das “Praxissemester” dauert dann 40 Stunden die Woche ;)
Beste Grüße,
Mario
Thomas Schulze
Unter http://www.mba-channel.de findet man eine sehr gute Zusammenfassung der MBA´s
Pingback: „Nicht ohne meine Tochter – MBA-Schools werden familienfreundlicher“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Martin
An der FOM hat ein Bekannter von mir ebenfalls seinen Abschluss gemacht. Er war relativ zufrieden – ob es sich jedoch auch finanziell auszahlt wird man in den nächsten Jahren sehen.