Haben sie das gewusst? Wenig Schlaf macht dick. Tatsächlich ist Nachtruhe ein regelrechter Schlankmacher. Der Grund dafür ist die Ausschüttung des Hormons Leptin. Das drosselt den Hunger. Schläft man zu wenig, erhält der Körper zu wenig davon und bekommt Appetit. Und: Kurzschläfer haben häufig einen erhöhten Ghrelin-Wert. Auch dieses Hormon macht Hunger und kann sogar eine veritable Adipositas auslösen.
Zudem haben Psychologen der Uniklinik Regensburg festgestellt, dass Kurzschläfer doppelt so häufig in unteren Gehaltsgruppen verweilen wie Langschläfer. Denn letztere sind einfach erholter, verwerten aufgenommenes Wissen besser im Schlaf und sind meist auch noch besser gelaunt.
Wie immer hat die Sache allerdings einen Haken: Wer länger schläft, stirbt früher. So hat die Psychologin Petra Hasselbach herausgefunden, dass Langschläfer ein um 140 Prozent erhöhtes Risiko haben, früher zu sterben. Und das hat nichts mit mangelnder Fitness oder Bewegung zu tun. Selbst sportive Langschläfer leben kürzer. Erst umgekehrt wird ein Schuh daraus: Eine Stunde Sport pro Woche verlängert das Leben erkennbar. Was darüberhinaus geht, hat allerdings kaum noch Wirkung.
Entscheidend für die Schläfersterblichkeit sind offenbar ebenfalls Hormone. Wer länger schläft, bekommt zu wenig Licht ab und verändert so seinen Hormonhaushalt. Wenn Sonnenlicht auf die Netzhaut unserer Augen fällt, versiegt der Strom des Nacht- und Müdigkeitshormons Melatonin. Zu viel davon ist offensichtlich nicht gesund. Also Obacht gerade in der kommenden dunklen Jahreszeit! Wer plötzlich einen erhöhten Schlafbedarf bei sich feststellt oder schlaftrunken durch sein Büro torkelt, sollte das als Warnsignal seines Körpers werten – und sich entweder durchchecken lassen oder ab und an unter die Kunstsonne legen. Einziger Haken: Viele schlafen dabei ein.
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Erik Schulze
Nette Erkenntnisse. Weniger Schlaf macht also dick und lässt einen länger leben.
Das gleicht sich schnell aus. Die wenig Schläfer sind meist die agileren Menschen
und bewegen sich mehr.
Norbert Glaab
Bei erhöhtem Schlafbedarf, oder außergewöhnlicher Müdigkeit, kann eine natürliche Leberreinigung wahre Wunder wirken.
Jochen Mai
@Erik: Langschläfer können auch unglaublich agil sein. Was ich in dem Zusammenhang freilich nicht erwähnt habe, ist die Unterscheidung von sogenannten Chronotypen, den Eulen und Lerchen. Lerchen sind wahre Frühaufsteher – ihnen gehört heute die Welt, weil der Arbeitsrhythmus mehr auf sie ausgerichtet ist. Eulen dagegen, sind nachtaktiv und schlafen morgens länger. Zu diesem Typ gehöre auch ich. Nur leider gibt es kaum einen Job, der diesem Rhythmus optimal gerecht wird.
@Norbert: Was bitte ist denn eine “natürliche Leberreinigung”?
tl
Diese Lebensaltergeschichte muss man doch sehr differenziert betrachten – Quantität schlägt niemals Qualität. Ich bin immer verwundert wenn sich Menschen mit der Aussage, möglichst alt werden zu wollen festlegen, besonders wenn uns doch medial präsent ist, wie unwürdig und qualvoll das “am Leben erhalten um jeden Preis” sein kann. Mit fortschreitendem Alter entwürdigt (in unseren Breiten) die technisch-medizinische Möglichkeit doch häufig jede vorher ausgekostete Lebensqualität.
Aber zurück zum eigentlichen Thema:
Ich habe für mich bedingt durch chronische Zeitnot im Studium und örtliche Notwendigkeiten in meiner Zeit als jugendlicher Weltenbummler, eine persönliche Effizienz bezüglich des Schlafens entdeckt. Schlüssel für effizientes und damit erholsames Schlafen waren für mich immer folgende Punkte:
- schnelles Einschlafen
- möglichst störungsfreies Durchschlafen
- ausreichende Schlafdauer
Ich habe über die Jahre entdeckt, dass ich am effektivsten in einer bestimmten Position (Bauchlage, seitlich am Körper liegende Arme) unter Anwendung von autogenem Training einschlafen kann (ca. 5 Minuten). Ich teile die Schlafzeit in 45 Minuten-Abstände ein (Einschlaf-, Tiefschlaf-, Aufwachphase). Drei Stunden Schlaf sind in Ordnung, eineinhalb zu wenig.
Jochen Mai
Schlafen ist doch meist eine sehr individuelle Sache, das Bedürfnis variiert sogar mit dem Alter (“senile Bettflucht”). Entscheidend hierbei ist ja nicht, möglichst lange im Bett liegen zu bleiben. Das ist sinnlos. Sondern vielmehr so lange zu schlafen, bis man wirklich ausgeschlafen hat. Dass dies von Mensch zu Mensch, von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt anders sein kann, will ich gar nicht bezweifeln.
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