Lieblingsstudent: So gewinnen Sie den Dozenten für sich
Jeder Dozent tickt anders und stellt andere Ansprüche an seine Studenten. Die einen legen Wert auf Pünktlichkeit und hassen das ständige Rein und Raus im Hörsaal, den anderen ist es völlig egal. Sie werden auf Professoren treffen, die sich noch gut an ihre eigene Zeit als Student erinnern können und viel Verständnis für ihre Situation mitbringen. Doch Sie werden auch jene treffen, die sich der Forschung verschrieben haben und von den Studenten möglichst nicht behelligt werden wollen. Sich mit den unterschiedlichsten Dozenten und Professoren gut zu stellen, trägt dazu bei, sich das Leben an der Universität zu erleichtern und kann sich positiv auf Ihren Erfolg im Studium auswirken. Wir haben einige Tipps gesammelt, die Ihnen helfen können, zum Lieblingsstudent der Dozenten zu werden...

Veränderte Erwartungen an der Universität

An der Universität läuft vieles anders als in der Schule: Gelernt wird eigenverantwortlich, an Fristen muss jeder Student selbst denken und die Lehrenden sind keine Betreuer. Ein Professor stellt andere Erwartungen an seine Studierenden, als ein Lehrer an seine Schüler. Für Schulabgänger ist die Umstellung gerade zu Beginn eine Herausforderung.

Hatte man vorher meist noch einen guten Draht zu seinen Lehrern und traf bei Schwierigkeiten auf Verständnis, sieht es an der Hochschule oft anders aus. Die Veranstaltungen sind groß, der persönliche Kontakt zum Dozenten nur wenig vorhanden. Kein Wunder, dass viele Studienanfänger verunsichert sind und nicht genau wissen, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen.

Und auch die Erwartungen von Lehrenden an Studenten sind anders:

  • Die Fähigkeit zum selbstständigen Denken und Arbeiten.
  • Die Fähigkeit sich selbst und den eigenen Lernprozess zu organisieren.
  • Sorgfalt und Einhaltung wissenschaftlicher Arbeitsweisen.
  • Die Lust am Lernen und vor allem auch am Lesen.
  • Ausgeprägte sprachliche Kompetenz.

Nun bedeutet es natürlich nicht, dass alle Schwierigkeiten des Studiums verschwinden, wenn Sie die Dozenten für sich gewinnen oder dass Ihnen Prüfungen leichter fallen. Doch es kann helfen, besser zu verstehen, welche Anforderungen von einem Lehrstuhl gestellt werden und möglicherweise knüpfen Sie auf diese Weise sogar wichtige Kontakte, die Ihnen helfen, eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu finden.

Lieblingsstudent: So gewinnen Sie Dozenten für sich

Nejron Photo/shutterstock.comBei der Vielzahl von anderen Studenten scheint es schwierig, aus der Masse herauszustechen und einen Dozenten auf sich, das eigene Engagement und die Leistungen aufmerksam zu machen. Natürlich ist es im Klassenverband der Schule leichter, wo der Lehrer jeden mit Namen kennt und nicht in großen Veranstaltungen mehrere hundert Studenten anwesend sind. Doch nicht nur in Vorlesungen können Sie den Dozenten für sich gewinnen, sondern auch in Tutorien und Seminaren. Wir haben zehn Tipps zusammengestellt, mit denen es Ihnen gelingt, zum Lieblingsstudent eines jeden Dozenten zu werden.

  1. Zeigen Sie Neugier und Interesse

    Es braucht keine Komplimente oder Schleimerei, um einen Dozenten für sich zu gewinnen. Viel mehr wiegt Ihr Interesse an der Veranstaltung und am Fachgebiet. Ihr Dozent gewährt Ihnen Einblicke in sein Spezialgebiet, in seine Arbeit und Forschung. Was könnte es Schöneres für ihn geben, als festzustellen, dass er in Ihnen ehrliche Neugier oder Begeisterung geweckt hat?

  2. Kommen Sie vorbereitet

    Wer sich auf die Sitzung nicht vorbereitet, die Texte nicht gelesen, sich die Präsentationsfolien nicht angesehen oder die Aufgaben nicht bearbeitet hat, kann nichts beitragen und demonstriert offen, dass er sich nicht wirklich Mühe gegeben hat. Ihnen fällt es dann schwer nachzuvollziehen, worüber der Dozent spricht und an der Diskussion können Sie sich meist auch nicht beteiligen. In einer Vorlesung mag das kaum auffallen, doch ein Seminar lebt von der Beteiligung der Studenten. Deswegen ärgert es Dozenten, wenn Sie unvorbereitet erscheinen.

  3. Halten Sie die Diskussion am Leben

    Stellt ein Dozent eine These in den Raum, erhofft er sich, dass sich die Studenten damit auseinandersetzen und darüber diskutieren. Doch nicht selten laufen Diskussionen nur schleppend an. Dozenten schätzen jene Studenten, die sich trauen das Wort zu ergreifen, die Diskussion mitgestalten und eine Meinung vertreten können.

  4. Halten Sie Ihre Versprechen

    Wer sich für ein Referat gemeldet hat, geht eine Verpflichtung ein. Ihr Dozent verlässt sich darauf, dass Sie das entsprechende Thema vorbereiten und Ihren Kommilitonen vorstellen. Mehr als ärgerlich ist es, wenn Sie in letzter Minute abspringen oder zum Referatstermin einfach nicht erscheinen. Es bleibt keine Zeit das Thema neu zu vergeben und für die Sitzung fehlt die Einführung. Das zwingt den Dozenten dazu, selbst einzuspringen. Damit machen Sie sich keine Freunde.

  5. Glänzen Sie mit guten Beiträgen

    Nicht selten sind Dozenten genervt von Studenten, die nur in die Vorlesung kommen, um sich berieseln zu lassen. Wer mitdenkt, sachlich und durchdacht argumentieren kann, bleibt im Gedächtnis. Sie bringen die Diskussion voran und zeigen, dass Sie den Stoff verstanden haben. Auf diese Weise können Sie Pluspunkte sammeln und im Handumdrehen wird der Dozent Ihren Namen kennen.

  6. Hinterfragen Sie vermeintliche Wahrheiten

    Studieren bedeutet auch selbstständig zu denken. Sich auf der Basis von Informationen und Hintergründen eine Meinung zu bilden. Viele Lehrende wünschen sich, dass Ihre Studenten sich kritisch mit den besprochenen Inhalten auseinandersetzen. Das trifft vor allem für die Sozial- und Gesellschaftswissenschaften zu.

  7. Verzichten Sie auf faule Ausreden

    Es kommt vor, dass man die Frist für eine Hausarbeit oder ein Referat nicht halten kann oder eine Sitzung verpasst hat. Als Student hofft man auf Verständnis. Doch wer dafür Ausreden, wie meine Oma ist gestorben oder mein Freund hat sich von mir getrennt, einfallen lässt, wird bei vielen Lehrenden auf taube Ohren stoßen. Viel zu häufig haben sie solche Ausreden bereits gehört. Mit Ehrlichkeit haben Sie die besseren Chancen. Erläutern Sie Ihre Situation und die Gründe, wieso Sie beispielsweise nicht rechtzeitig mit Ihrer Hausarbeit fertig werden. Viele Dozenten sind in einer solchen Situation verständnisvoll.

  8. Seien Sie pünktlich

    Wie viel Wert Dozenten auf Pünktlichkeit legen ist ganz unterschiedlich. Einigen ist es sehr wichtig und sie weisen verspätete Studenten daraufhin. Anderen ist es egal, wenn Sie sich erst eine halbe Stunde nach Veranstaltungsbeginn dazu gesellen. Wer zu spät kommt, sollte sich jedoch aus Rücksicht möglichst leise einen Platz suchen.

  9. Beschäftigen Sie sich nicht mit anderen Inhalten

    Wer in eine Veranstaltung kommt und im Internet surft oder sich mit seinen Kommilitonen unterhält, hätte auch getrost zuhause bleiben können. Damit tragen Sie nichts zur bei, sondern demonstrieren nur Desinteresse und stören den Dozenten und alle anderen. Studenten mit einer solchen Einstellung gehen den meisten Lehrenden auf die Nerven.

  10. Achten Sie auf einen respektvollen Umgang

    Auch wenn der Professor noch so kollegial rüberkommt und in seinen Veranstaltungen einen lockeren Ton anschlägt, sollten gewisse Umgangsformen gewahrt werden. Bei E-Mails werden diese allzu gerne vergessen. No-Gos sind E-Mails, die völlig ohne Anrede abgeschickt werden oder wie eine WhatsApp an den Kommilitonen daherkommen. Kaum ein Student hält sich beim Schreiben vor Augen, dass der Dozent sich täglich durch unzählige E-Mails von Studenten kämpfen muss.

[Bildnachweis: Matej Kastelic, bikeriderlondon by Shutterstock.com]